Installationsansicht, A/A – Golden Gates, Andreas Greiner und Armin Keplinger, Galerie KWADRAT, Januar – März 2017 © Die Künstler und KWADRAT, Foto: Trevor Good
Installationsansicht, A/A – Golden Gates, Andreas Greiner und Armin Keplinger, Galerie KWADRAT, Januar – März 2017 © Die Künstler und KWADRAT, Foto: Trevor Good

A/A | Radio Arty

▷ Letzte Änderung: 2017-02-17
By Raoul [FluxFM] |
Im Radio:
16. Februar 2017, 19 Uhr
20. Februar 2017, 24 Uhr

Radio Arty Logo Diese Woche ist das Künstler-Duo A/A aka Andreas Greiner und Armin Keplinger mit Kuratorin Lydia Korndörfer zu Gast bei Radio Arty. Ihre Faszination für große Themen wie Technik, Wissenschaft und Zukunftsglauben lässt sich noch bis zum 18. März auf der Ausstellung Golden Gates in der Galerie KWADRAT erleben.


Name?

AG: Andreas Greiner
AK: Armin Keplinger
LK: Lydia Korndörfer

Seit wann arbeitet ihr zusammen?

AG: Seit unseren ersten gemeinsamen Explosionen 2011.
AK: Initialzündung und erste Kollaboration war eine gemeinsame Sprengungs-Installation: Hängende Glaskugeln gefüllt mit fluoreszierenden Staub, die per Zufall über einen Zeitraum von Wochen in einem Kellergewölbe explodierten. Eine sehr prototypische Arbeit für uns, die sich durch die Koexistenz unterschiedlicher Verfallsmomente auszeichnet.
AG: Seit 2016 sind wir im Trio.
LK: Andreas und Armin als Künstlerduo und ich als Kuratorin. Zusammen arbeiten wir an der Umsetzung neuer Arbeiten und an Ausstellungskonzepten.

Wie beschreibst du/andere deine Kunst?

LK: In den Arbeiten von Andreas und Armin lässt sich immer wieder eine Faszination für Technik und Wissenschaft erkennen, die sich sofort auf den Betrachter überträgt. Sie verstehen es, diesen Hintergrund in poetische Bilder zu übersetzen, ohne schwelgerisch zu werden: Form und Farbgebung bleiben stets minimalistisch. Selten gibt es Details, die aus dem Schwarz-Weiß-Schema ausbrechen und trotzdem verbergen sich hinter den reduzierten Formen opulente Gedankenspiele – viele Arbeiten würden durch einen kleinen Eingriff explodieren und in tausend Einzelteile zerspringen. Andere spielen mit großen Themen wie Fortschritt und Zukunftsglauben.

Was treibt euch an?

AG: Neugierde und die Lust am Experimentieren.
AK: Unter Umständen eine pathologische Störung, möglicherweise eine Form von Objektfetisch. Und die Frage: Was wäre wenn? Manchmal muss eine Vision, die lose als Blueprint vor dem inneren Auge schwebt, in die Realität umgesetzt werden – sofern sie genügend Potenzial hat.
LK: Neugier und die Freude daran, diese künstlerischen Prozesse und Entdeckungen begleiten zu dürfen und zu unterstützen.

Was beschäftigt euch im Moment?

AG: Die Zukunft.
AK: Übergangsstadien unterschiedlicher Aggregatzustände im Allgemeinen. Klares, spiegelndes, flüssiges Metall im Speziellen – nur als Beispiel. Und übergreifend immer mehr: das Verschwimmen von Realem, Simuliertem und Virtuellem.
LK: Science-Fiction.

Wann und wo kann man etwas von euch sehen?

LK: Aktuell läuft unsere Ausstellung Golden Gates in der Galerie KWADRAT. Sie wurde gerade verlängert und ist noch bis 18. März zu sehen.
AG: In anderer Formation mit Freunden aus dem Kunststudium zeige ich derzeit mit Julian Charrière, Markus Hoffmann und Felix Kiessling als Das Numen die Schau Das Numen Meatus in der Galerie Dittrich & Schlechtriem.
AK: Zumindest am Reißbrett und als 3D-Sketch ist schon eine komplette Show für das MoMA Anfang 2018 durchgestylt.

Installationsansicht, A/A – Golden Gates (Andreas Greiner und Armin Keplinger, Galerie KWADRAT, Januar – März 2017 © Die Künstler und KWADRAT, Foto: Trevor Good)

Installationsansicht, A/A – Golden Gates, Andreas Greiner und Armin Keplinger, Galerie KWADRAT, Januar – März 2017 © Die Künstler und KWADRAT, Foto: Trevor Good

Wer sollte dort vorbeikommen?

AK: Aktuell gern ein Publikum, das sich jenseits von Konsens & Abendgarderobe begeistern kann und dem Lauf über Kohlen nicht abgeneigt ist. Unabhängig davon sind Freimaurer auf der Suche nach einem neuen Drill auch gern willkommen.
AG: Haha – ja – A/A ist für alle da!
LK: Ich habe nichts hinzuzufügen, außer, dass die Ausstellung auch mit Kindern großen Spaß macht, was ersteres ja nicht ausschließt.

Was ist euer Kunst-Insidertipp?

AK: In Summe sind es für mich die übergreifenden Formate, die sich an der Schnittstelle von Inszenierung, Sound, Installation und Skulptur bewegen und dabei technisch gesehen einen State of the Art erreichen. Ein fortlaufender Evergreen ist da sicherlich die Technosphärenklänge-Serie im HKW.
AG: Offen bleiben! Kunst ist überall – auch da, wo man sie nicht vermutet.
LK: Klassische Ausstellungstipps sind Omer Fast im Martin-Gropius-Bau und Timm Ulrichs in der Galerie Wentrup. Beeindruckende Künstler!

Was muss man sonst noch über euch wissen?

AG: Wir diskutieren gerne miteinander.
AK: Wir führen immer gern einen sportlichen Schlagabtausch über die Vorzüge von Stahl zu Acryl, Schwarz-Glossy zu Schwarz-Matt, oder von 2,2 cm mehr zu 2,2 cm weniger Sockelhöhe. Das ist ein beständiges Seitenthema, das immer wieder mal aufblitzt. Außerdem schätzen wir beide einen gut sortierten Bit-Kasten.
LK: Wir arbeiten weiter an unserer Kompromissfähigkeit. Denn das ist nicht die letzte Ausstellung im Trio. Es war auch nicht die erste. Premiere hatten wir letztes Jahr in der Bar Babette mit 1:1.

Spezielle Grüße?

AG: Ja, wir würden uns gern herzlich bei Frau Alt von Geratherm für die Expertise und die Unterstützung unserer aktuellen Ausstellung bedanken. Ebenso bei Herrn Müller vom Regensburger High-Tech Unternehmen ZS Handling – von ihnen bekamen wir spezielle Ultraschall-Technik geliehen, um die Wassertropfen in der Ausstellung zum Schweben zu bringen.
LK: Das waren spannende Ausflüge!
AK: Und ein großes Dankeschön geht natürlich an unseren Galeristen Martin Kwade – ich glaube ja kaum, dass jemand mehr Feuer und Euphorie in dieser Disziplin an den Tag legen kann.

A/A, A / :::, 2017 (Detailansicht) © Die Künstler und KWADRAT, Foto: Trevor Good

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