Compressorhead – die erste Roboterband der Welt

▷ Letzte Änderung: 2016-01-06
By Diana Hagenberg [FluxFM] |

Er hat vier Arme, zwei Beine, einen Kopf und kein Gehirn – und er könnte sich locker mit Dave Grohl messen: Stickboy, der Schlagzeuger der ersten Roboterband der Welt. FluxFM-Reporterin Zarah-Louise Roth hat sich im fernen Spandau mit Metal Boys ohne und welchen mit Gehirn aus Fleisch und Blut getroffen…
 

 


 

I can honestly say, that I didn’t have or even would I have dreamt of the opportunity to be writing for a robot band.

Der Mann, der sich so wundert, heißt John Wright – Hardcore-Punk-Fans bekannt als Gründungsmitglied der kanadischen Band No Means No. Und die Roboterband, von der er spricht, heißt Compressorhead. Auf Gigs und Festivals rund um die Welt spielen sie Hardrock à la Ramones und Slayer. Das sieht dann so aus wie oben im Video.


Frank Barnes und seine Kollegen Markus Kolb und Stock Plum haben die Roboter gebaut – in einer Lagerhalle in Spandau steht Schweißgerät neben Aufnahmetechnik. Los ging es 2007 mit dem vierarmigen Schlagzeuger – Stickboy. Der ist zwar ein alter Hase – aber ab und zu haut er noch Drums kaputt.

Er hat auch neue Ellbogen bekommen, Titan Ellbogen. Danach hat er den Snare durchgehauen.

Sein kleiner Azubi-Roboter Quarter Note schlägt die HiHat. Später kam Fingers dazu. Der kann nicht nur auf der Bühne abtanzen, sondern hat außerdem, was kein anderer Gitarrist hat: 78 Finger.

Was cool ist, ist, dass er Solo– und Rhythmusgitarre gleichzeitig spielen kann.

Bones, der Bassist, sieht aus wie Nummer 5 (lebt) – er läuft auf Ketten. Seine Fingerbewegungen sind äußerst präzise, erzählt Frank. Außerdem ist er ein richtiges Super-Brain. Man muss ihm nur sagen, welche Noten er spielen soll, und er überlegt selbst, wie er sie spielt. Und er ist richtig Rock’n’Roll, sprich: Hart im Nehmen.

Einmal ist er von der Bühne runtergefallen. Mit ein paar Leuten wir haben ihn wieder hochgehoben. Und das nächste Set hat er wieder einwandfrei gespielt, ohne Probleme. Er war ein bisschen verbogen, aber das hat ihm nix ausgemacht.


Bald bringt Compressorhead das erste Roboterband-Album der Welt raus. Die Songs sind schon fertig, erzählt John Wright:

They are all basically loud rock’n’roll. There’s more than one love song. A real trashy speed metal song. Some hardcore Motorhead style, one stadium anthem. We have 17 songs of which will be released – I guess – probably 14.

Die Kickstarter-Kampagne zur Finanzierung eines Sängers und des Albums war leider nicht so erfolgreich. Aber das hält Compressorhead nicht davon ab, weiter die Festivals zu bespielen – und die Band wachsen zu lassen. Background-Sängerinnen sollen dazu kommen. Und ein Frontmann. Muss es eigentlich unbedingt ein Mann sein?

Keiner hat gesagt, dass es nur ein Mann sein muss. Es kann eine Transe sein. Dass er mal so, mal so sein kann. Man kann das Beste von beiden einbauen.

Also auch wenn es mit dem Crowdfunding nicht geklappt hat: The show must go on! Wenn ihr die neuen Songs der Band Compressorhead hören wollt – mit neuem Sänger: Dann schaut mal auf die Webseite oder auf die Facebook-Seite. Auch Infos zum bald erscheinenden Album findet ihr dort.
Aber am besten erlebt man die Band mal live. Das könnt ihr 2016 zum Beispiel auf der Fusion oder auf dem Wacken

Redaktion

Zarah-Louise Roth
Wortredaktion
Spezialgebiete: Weltverbesserung, Festivals, Essen.

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