Monbijou (Photocredit: Stefan Draschan)
Monbijou (Photocredit: Stefan Draschan)

GROSS – Stefan Draschan | Radio Arty

▷ Letzte Änderung: 2016-02-15
By Sophie [FluxFM] |
Im Radio:
11. Februar 2016, 19 Uhr
15. Februar 2016, 24 Uhr

Ab dem 12. Februar kuratiert Stefan Draschan nicht nur die Gruppenausstellung GROSS im Schau Fenster, sondern zeigt dort auch sechs Fotografien seiner Reihe „People matching artworks„.

Radio Arty Logo Schau Fenster
Raum für Kunst
Lobeckstr.30-35
10969 Berlin

GROSS
12.2. – 28.2.2016



ichthomas (Photocredit: Stefan Draschan)

ichthomas (Photocredit: Stefan Draschan)


Name:

Stefan Draschan
 

Wie beschreibst du / andere deine Kunst?

In meiner Arbeit möchte ich visuell einzigartige Momente in Kompositionen festhalten, die über den rein dokumentarischen Aspekt hinaus einerseits Poesie erzeugen, andererseits einen aktuellen gesellschaftspolitischen Zusammenhang herstellen.

Meine Fotoserien und Blogs mit fahrradaktionistischen Aufnahmen, in denen ich oft selbst Akteur bin, stellen neben ihrem ästhetischen Anliegen einen Kommentar zu Verkehrs- und Umweltpolitik dar.
Meine Serie „People matching artworks“ verhandelt die universellen Gestaltungsmittel und Möglichkeiten von Textilien, Texturen im Licht der Kunstgeschichte, die unser Denken und Sehen sowie unser Kollektives Unbewusstes beeinflusst. Die scheinbar augenfälligen Übereinstimmungen sind Ergebnis langer und ausdauernder Jagden und Beobachtungen.

“Cars matching homes”, eine Serie, die visuelle Übereinstimmungen von Personenkraftwagen und der sie umgebenden Architektur zum Thema nimmt, stellt Fragen nach Bedeutung und Sinn von gestalterischen Elementen in der von uns gestalteten Umwelt. Wenngleich den teils skurrilen Übereinstimmungen ein gewisser unfreiwillger Humor innewohnt, so sind die mit wesentlichen Fragestellungen von weiterreichender Bedeutung: Wo setzt der gestaltende Verstand der westlichen Zivilisation an, was ist ihm von Bedeutung, welche Prioritäten werden gesetzt und was bedeutet das implizit für unser Leben und unsere Umwelt.

Die Themen sind spielerisch behandelt und gewinnen in erster Linie, dabei dem Film nicht unähnlich, durch die Wiederholung, das Serielle ihre Bedeutung und bekommen Gewicht.
Durch die konsequente Verfolgung eines seriellen Prinzips formt sich die Aussage stärker und bekommt plötzlich Gewicht, welche ein einzelnes Foto nicht hätte.

“Fotokunst von Stefan Draschan, Europe’s most interesting art dandy.”
Ela Angerer (Schriftstellerin, freie Autorin und Fotografin) in einem Facebookshare eines meiner Fotos.

“Meine Wand bebt immer noch. Es wird täglich schöner.“
Peter Hörmanseder (maschek / Kabarettist), nach Monaten in einem Facebookkommentar zu einem meiner Bilder, das er sich gekauft hat.

 

Was treibt dich an?

Autowracks, neapolitanischer Caffé, gute Schokolade, versch. Maté-Soft Drinks in den Spätis, Fahrrad, geist- und herzreiche Menschen, Menschen Freude zu bereiten, Kunst in allen ihren Formen (ausser viell. gezielt marktkonforme sowie Oper) die Natur (ausser Mosquitos und Giftschlangen und so), Spass, Freude, die Magie und Absurdität des Lebens, die Schönheit des Lebens, die Unfairness des Lebens, die Möglichkeit der Weltverbesserung, das Verhindern der Weltvernichtung (die Verdoppelung der 1 Milliarde Autos bis 2030, die mehr als Plastik als Fische im Ozean bis 2050 Tatsache, Tierleid, Minderheitenunterdrückung, sinnloser Massenkonsum usw..ich widme mich diesen Themen gerne satirisch und kontinuierlich und mit Freunden gemeinsam mit Facebookpages und Blogs (und ja, selbst das bringt was zeigt die Erfahrung wie gewonnene Fussgängerzonen)
Geile Mucke fast jeder Musikrichtung. Das Gefühl, etwas beitragen zu können, dass den Menschen auch in Zukunft Freude bereiten und Herz und Geist zu glücklicher Entzückung zu verhelfen (bei mir z.B. der Effekt von Felix Vallotons 1923er Landschaftsbildern, die Seele beruhigt sich, die Atmung auch, und der Kopf ist nur mehr voller Verzückung)

Ich bin ja über den Fahrradaktionismus und zufällig zur Kunst gekommen, das ist einfach passiert, ich folge meinen Leidenschaften und meinem Interesse und daraus entseht dann was, dem vertraue und folge ich.
 

Wann kann man das nächste Mal etwas von dir sehen?

Ab 12.2. im Schau Fenster bei der (auch von mir kuratierten) Gruppenausstellung GROSS sechs Fotografien aus der Reihe “People matching artworks”), zeitgleich wird das Buch MIMIKRY (Blumenbar Verlag) von Holm Friebe und Philipp Albers im Radialsystem präsentiert, indem neben 100 hochinteressanten Leuten auch ich vorkomme. TiPP: zuerst dort hingehen da das nur kurz dauert und dann rüber ins Schau Fenster. Weitere 4 “People matching artworks” nimmt die LAGE EGAL auf die Bedsitter Art Fair nach Wien von 24.- 29.2. nach Wien mit.
 

Wer sollte dort vorbeikommen?

Jeder ist herzlich eingeladen, die Sinne werden nicht enttäuscht sein.
 

Was ist dein Kunst-Insidertipp?

Jahreskarte der Staatlichen Museen um 50€ für Erwachsene…um das Geld gibt’s in Wien oder anderen Städten viell. ne Karte für genau ein Museum.

Es gibt so viel tolles in Berlin von engagierten Leuten, ich schaff soviel nicht..oder erst irgendwann….klar denkt man hin & wieder dass es over&out ist aber das hab ich schon vor 10 jahren als ich mal 1,2 Jahre in der Torstrasse wohnte und nur Party gemacht hab…da war ich over&out )….
Ich steh total auf die Energie bei Studiovisits, am liebsten in konzentrierter Form wie z.B. in den Uferhallenstudios und anderen
Ungelogen ging ich auf fast alle Schau Fenster Vernissagen in den letzten 3 Jahren, ich muss schon sagen das ist ne tolle Sache!!
 

Was muss man sonst noch über dich wissen?

Ich fotografiere erst seitdem ich in Berlin bin, also Sommer 2013, konnte mir letztes Jahr die erste Vollformatkamera leisten, hab weder Kunst studiert noch war ich vorher künstlerisch aktiv (ok ich war mal DJ und hab in Frankreich 1 Semester Kinder Kultur unterrichtet) D.h. die Routine, die mir langsam dazukommt und das Vermeiden von Fehlern macht mir schön langsam echt Spass. Ich hoffe es wird ein Fest fürs Leben.
Ich komme fast täglich in einen poetischen Beobachtungsrausch, zumindest ist das mein Ziel, mir reicht da oft schon ne Pfütze.
Meinen 2. Stendhal-Moment hatte ich (nach einer Phidiaskopienstatue in den Uffizien 2001) in der Sammlung Scharf-Gerstenberg, 2014, aus ner Mischung von Max Ernst, Paul Klee usw..
Ich war früher sehr vergnügungssüchtig und konsumatorisch eingestellt. Viele der Drogen-Anekdoten z.B in Joachim Lottmanns “Endlich Kokain”, für das ich als Berater engagiert wurde, hab ich tatsächlich erlebt. (im weissen Anzug in Rio beim Pinkeln ausgeraubt zu werden, historisches Kokain aus den 1920ern in der Schweiz, mexikanische Kokainbodylotion)
 

Dein Lieblingszitat?

“Na wir haben ja Probleme in Italien momentan – ich bin fast Italiener – aber… das interessiert mich auch nicht.”
Helmut Berger auf die Frage von Harald Schmidt ob er Angst vor Rinderwahnsinn hat, Ende 90er

NORTHERN WHITE DYING - Kai Teichert 2016 - Kohlezeichnung auf Baumwollnessel - 320x320cm

NORTHERN WHITE DYING – Kai Teichert 2016 – Kohlezeichnung auf Baumwollnessel – 320x320cm

Moderation

Yaneq
Ist zu hören bei Radio Arty.

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