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Ljubliana – Grüne Hauptstadt Europas 2016

▷ Letzte Änderung: 2014-06-25
By Diana Hagenberg [FluxFM] |

Heute leben 80 Prozent aller Menschen in Städten. Doch wie man in der Stadt lebt, könnte unterschiedlicher nicht sein. Manche Städte werden erstickt von Verkehr und Smog. Woanders denkt man um – und versucht zum Beispiel mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien, öffentlichen Verkehrsmitteln etc. die Lebensqualität zu erhöhen – und die Umweltverschmutzung zu reduzieren. Die EU-Kommission vergibt jährlich eine Auszeichnung an Städte, die sich in diesem Bereich besonders hervortun. Am 24. Juni wurde die slowenische Hauptstadt Ljubliana mit European Green Capital Award 2016 ausgezeichnet.

Umweltschutz und wirtschaftliches Wachstum müssen kein Widerspruch sein. Das beweisen die Städte Stockholm, Hamburg, Vitoria- Gasteiz in Spanien, Nantes und Kopenhagen. Alle hatten ihn schon: den von der EU- Kommission verliehenen Titel Umwelthauptstadt Europas. Die grünen Hauptstädte haben eines gemeinsam: Die Bewohner dort fühlen sich wohl. Joe Hennon, Umwelt-Pressesprecher der EU in Brüssel sagt:

„Wohlfühlen bedeutet, dass Menschen saubere Luft zum Atmen und sauberes Wasser zum Trinken haben, die Mühlabfuhr funktioniert und dass es Grünflächen und Bäume gibt, wo Kinder spielen können.“

EGC_logo_Winner_Blank_2016-183x300Bewerben kann sich jede europäische Stadt über 100.000 Einwohner. Wer den Titel Grüne Hauptstadt Europas verdient, entscheidet eine Jury anhand von 12 Kategorien. Joe Hennon:

„Wir achten auf den öffentlichen Stadtverkehr, nachhaltige Flächennutzung, Natur- und Biodiversität, Luftqualität, Lärmverschmutzung und Müllabfuhr – also alles, was in der Stadt zum Problem wird.“

Anders als bei Titeln wie Kulturhauptstadt ist die Auszeichnung nicht mit Fördermitteln verbunden. Joe Hennon:

„Wir wollen einen Austausch der vorbildlichsten Verfahren zwischen Städten und hoffentlich andere europäische Städte inspirieren, die besten Ideen zu kopieren.“

Nachmachen ausdrücklich erwünscht! Zum Beispiel: ganz viel Rad- und wenig Autofahren. So wie die aktuelle Umwelthauptstadt Kopenhagen. Joe Hennon sagt:

„Wahnsinnig viele Kopenhagener fahren Rad. Dadurch sind die Menschen allgemein gesünder. 70 Prozent fahren dort jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zur Schule. Außerdem gibt es viele Freiflächen in der Stadt.“

Nachhaltige, umweltfreundliche Verkehrskonzepte muss jeder Bewerber vorweisen. Seit gestern steht Ljubljana fest als Grüne Hauptstadt Europas 2016. Der Grund: Die slowenische Hauptstadt hat sich innerhalb sehr kurzer Zeit drastisch zum Guten verändert. Joe Hennon:

„Fußgängerzonen und Radwege wurden ausgebaut. Es gibt Bike-Sharing und eine Menge Pläne. Bis 2025 soll die Elektromobilität ausgebaut werden. Es gibt Umweltschutzprogramme und einen Aktionsplan für nachhaltige Energien.“

Die grünen Städte investieren viel in ihre Umweltkonzepte. Und auch wenn sie im Gegenzug kein Geld bekommen, der Titel Grüne Hauptstadt lohnt sich doch – auch finanziell. Joe Hennon:

„Es gibt mehr Tourismus und mehr junge gut ausgebildete Leute, die in der Stadt arbeiten wollen. Dazu kommen Investitionen und die erhöhte Medienaufmerksamkeit. Das ist alles gut für diese Städte.“

Auch auf lange Sicht profitieren die Städte davon. Weil mit der Auszeichnung eine Selbstverpflichtung einhergeht, Umweltthemen dauerhaft anzugehen. Und davon haben wir alle was: Einwohner, Besucher, unsere Umwelt – und alle anderen Städte, die sehen, dass der grüne Weg der Beste ist.

Redaktion

Zarah-Louise Roth
Wortredaktion
Spezialgebiete: Weltverbesserung, Festivals, Essen.

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