1000 Robota

Das soll einer verstehen. Da touren sich einige deutsche Bands, den Arsch im Ausland wund, spielen in heruntergekommenen Kellergewölben vor einer Handvoll Leuten und kommen reumütig, desillusioniert und vor allem pleite in die Heimat zurück. Das ist die tragische Realität.

Ganz anders 1000 Robota. Mit den drei Jungspunden aus Hamburg hat keiner gerechnet. Sie kamen einfach reingeschlittert, scherten sich einen Dreck um irgendwelche Grenzen und animierten James Quinton vom britischen NME zu den Worten: “They play their very first U.K gig in March, where I will be at the front singing along to”. Ja, richtig gehört. Jonas Hinnerkort und Sebastian Muxfeldt, gerade einmal 17 Jahre auf dem Buckel, erobern zusammen mit ihrem Soundtüftler Anton Spielmann unsere musikalische Lieblingsinsel mit deutschsprachigem, adrenalinkotzendem Maniac-Rock.

Noch nicht mal das Abitur in der Tasche und schon ranken sich Bandmythen um die Jungs von der Waterkant: Blutig gezupfte Gitarrenhände, Beinahe-Prügeleien mit Fans (wirklich) und eine ausgelassene Geburtstagsfeier zum 18. Geburtstag im Nightliner der Klaxons.

Vor allem live ist das Trio eine Macht. In kürzester Zeit nehmen sie diverse Hamburger Clubs mit ihrem schmutzigem Drecksfunk auseinander und betiteln ihre erste EP passenderweise “Hamburg Brennt “. An wenigen chaotischen Tagen produzieren sie ihren Erstling Du Nicht Er Nicht Sie Nicht, der vor allem davon lebt, gerade nicht produziert zu sein. Die Jungs ließen ihrer unbändigen Kreativität einfach freien Lauf und rissen ihr Maul auf. Fertig. Nach der Hansestadt wird wohl London in Flammen aufgehen.



 

 

12.03.2008

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