Blackmarket mit „St. Vincent Decor”

Entweder ihr Geschmack ist ziemlich eigen oder sie haben einfach keinen guten Grafiker gefunden. Das zweite Blackmarket-Album „St. Vinvcent Decor” ist nichts für schwache Sehnerven. Eine Ziege mit Flügeln und Fischschwanz, dahinter eine wilde Kollage aus einem Comicberg, Hochhäusern und blauem Himmel. Alles schrill und bunt. Zum Glück sind die Drei aus Arizona aber keine Maler oder Designer sondern Musiker. Letzteres können sie nämlich ziemlich gut: amtlicher Gitarrenrock mit knackigen Refrains. Also – im wahrsten Sinne: Augen zu und durch – es lohnt sich.
Best Coast mit „Crazy For You”

Viele Rapper und Gangmitglieder mussten wegen dieser Frage schon das zeitliche segnen – East- oder West Coast – welche Seite der USA ist nun die coolere? Die folgenden Herrschaften haben zwar mit Goldketten und Baggypants nichts am Hut, beziehen aber trotzdem klar Stellung bei dieser Thematik und nennen sich – Achtung Wortspiel: Best Coast. Nicht etwa wie Westküste – nein. Beste Küste. Bethany Cosentino und Bob Bruno kommen nämlich aus Los Angeles und positionieren sich mit ihrem Bandnamen entschieden zum Westen der Vereinigten Staaten. Neben der Küstenthematik gilt ihre Hauptleidenschaft aber der Musik. Auf ihrem Debütalbum „Crazy For You” gehen die beiden Frühzwanziger schnurstracks in Richtung Indierock und schrammen dabei so manches Mal haarscharf am Grunge vorbei.

Ex-Frontmann, Maler, Geschichtenerzähler. Alle drei Berufungen passen auf den Hamburger Nils Koppruch. Seine Country-Rock Band Fink schließt Ende der 90er enge Freundschaft mit den Berliner Kollegen von Element Of Crime. Gemeinsame Touren wecken Interesse beim Tocotronic-Label L’Arge D’or. Doch das ist seit 2005 Geschichte. Bald entdeckt Nils Koppruch seine zweite Leidenschaft: Malen. Mit über 100 Ausstellungen ein ziemlich erfolgreiches Nebenprojekt. Immer wieder aber tauscht er Pinsel und Leinwand gegen Mikrofon und Gitarre. Nach seinem Solodebüt von 2007 erscheint jetzt Album Nummer 2 „Caruso”. Unterstützung gibt’s darauf von Gisbert Zu Knyphausen beim Song „Die Aussicht”. Alles in allem etwas zurückgenommener als früher bei Fink – seine Vorliebe fürs Geschichtenerzählen hat sich Nils Koppruch aber bewahrt.
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