Bonaparte, The Drums und Against Me!

Bonaparte mit „My Horse Likes You”

Hasenkostüme, Stripperlooks und Diskokugel-Hüte – solche Kostümen in Verbindung mit Musik können eigentlich nur eins bedeuten: Bonaparte. Das Wahl-Berliner Kollektiv veröffentlicht mit „My Horses Like You” ein neues Werk und das hat vor allem eins: Eine beruhigende Wirkung auf uns. Denn nach einer klassischen Ouvertüre, ist spätestens ab dem zweiten Song „My Horse Likes You” galoppieren, tanzen und durchdrehen angesagt. Etwas verkürzt gesagt: Alles beim alten. Vielleicht sogar noch ein Tick besser als das, was Bonaparte auf dem Debütalbum „Too Much” veranstalteten. Mit dessen Songs im Rücken und einer atemberaubenden Live-Show wurde das Punk-Elektro-Kollektiv von einigen Journalisten zum ironischen Trash-Zirkus erklärt. Jetzt mit „My Horse Likes You” behaupten wir: Kann man so stehen lassen, das mit dem Zirkus. Wenn, dann muss man aber auch etwas präziser werden: Bonaparte so etwas wie der Circe Du Soleil unter den zeitgenössischen Bands. Unterstützung in der Manege gibt’s dieses Mal übrigens auch von Gästen. Die Elektro-Akrobaten Modeselektor turnten einfach mal mit.

The Drums mit „The Drums”

Schon längere Zeit wird weltweit auf den Blogs mit Hype-Konfetti um sich geschmissen und in die Trend-Tröten gepustet. Der Grund The Drums aus New York. Passend zum Konfetti und der Tröterei kommt jetzt endlich das Tischfeuerwerk: Das selbst betitelte Album des Vierers. Darauf haben The Drums den Surf-Pop wiederbelebt. Aber wie das so ist beim Surfen – neben Sonne und Party ist halt auch mal das leicht schmerzhafte Abribbeln des Sonnenbrands angesagt. Ähnlich verhält es sich auch bei den Songs der New Yorker, die sie erst kürzlich auf hiesigen Bühnen zum Besten gegeben haben. Beach-Boys-Eskes, wie „Let’s Go Surfing”, wechselt sich ab mit eher nachdenklichen, ruhigen Stücken á la „Down By The Water”. Keine Angst, das Konfetti kann man trotzdem noch schön schmeißen. Auch wenn wir euch einen der langsameren Songs vorstellen.

Against Me! Mit White Crosses

Fangen wir mal mit dem an, was geblieben ist: Die immer noch hingerotzte Attitüde. Against Me! veröffentlichen mit „White Crosses” ihr immerhin schon sechstes Album. In den letzten zehn Jahren ist der Punk-Rock-Vierer aus Gainesville, Florida, zu einem der Tonangeber des Drei-Akkorde-Genres herangereift. Vor allem deswegen, weil sich die Band immer ein Stückchen weiterentwickelt hat. Auf den Sound bezogen ist von der rumpelnden Underground-Kapelle Ende der Neunziger nicht mehr allzu viel übrig geblieben. Puristen meckern da vielleicht, von der Mainstream-Hollywood-Produktion sind die Jungs aber dennoch weit entfernt. Der Grund: Eben die am Anfang schon erwähnte hingerotzte Attitüde. Auf „White Crosses” umarmen sich kraftvolle Gitarrenhymnen á la Gaslight Anthem oder Alkaline Trio mit zerbrechlichen Balladen, wie „Ache With Me”. Against Me! haben sich konstant verändert, ohne peinlich zu werden und vor allem: Ohne ihre Quintessenz zu verlieren. Das ist immer noch guter alter Punkrock und eine Menge Spaß.



 

 

04.06.2010

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