Dukes of Windsor mit „It’s A War”

Wurde auch mal Zeit, dass was in Europa erscheint! 2 Alben hat die Melbourner Band Dukes of Windsor schon in der australischen Heimat veröffentlicht und sich damit eine recht solide Fanbasis erspielt. Vor allem deswegen, weil es entgegen der üblich favorisierten Musikgenres Down Under – das sind Folk, Singer/Songwritertum und Pub-Rock – bei den Dukes of Windsor doch alles gewaltig nach New York klingt. Und zwar nach dem New York der frühen Nullerjahre, als Radio 4 und Chk Chk Chk Dance und Punk miteinander vermählten und somit einen großen Teil dazu beitrugen, dass in der Indie-Disse das Tanzen entdeckt wurde. Mit „It’s A War” gibt es jetzt also auch das erste Lebenszeichen für Europa. Ob man das als Retro-Werk abfeiern sollte, à la „Kinder, watt war et schön in den Nullern”? Eher nicht. Wir sind froh, dass endlich überhaupt mal etwas von den Australiern hierzulande erscheint. Vor allem in Hinblick auf die wenigen Radio 4- und Chk-Chk-Chk-Veröffentlichungen der letzten Jahre.

“Der Beck von Island” oder “Das klingt so, als ob Sufjan Stevens bei The Arcade Fire eingestiegen ist”. Zu lesen war und ist über Sindri Már Sigfússon samt seiner Band Seabear immer wieder mal so etwas wie der Ritterschlag. Beck, Sufjan Stevens, Arcade Fire – bessere Name-Dropping gibt es schließlich wohl kaum. Und auch auf seinem neuen Werk „We Built A Fire” wird das isländische Septett seinem Ruf wieder mehr als nur gerecht. Bratschen, Akkordeons und Trompeten wie sie selbst Arcade Fire nicht harmonischer spielen könnten, umgarnen das karge Singer/Songwriter-tum des Frontmanns Sigfússon. Alles in allem klingen die Songs darauf, wie man sich ein Kammerspiel-Epos so vorstellt. Quasi bildgewaltig, auch wenn der Rahmen dafür klein ist. Wir freuen uns jetzt schon auf das Konzert am 4. März in Berlin.

Okay, wären wir crazy guys in einer nun ja, eher so b-mäßigen Werbe-Agentur, dann würden wir für ein neues Deodorant einfach mal den Produktnamen „twentyforseven” vorschlagen. Klingt A) irgendwie international, weil Englisch und B) irgendwie catchy, weil Vollphrase. Dass nun ausgerechnet die Institution Die Sterne ihr neues Album Twentyforseven oder Deutsch: 24-Schrägstrich-7 benannt hat, offenbart erst mal nichts Gutes. Ranzige Deos kennen wir ja auch zu genüge. Doch man muss vor der Hamburger-Schule-Band den Hut ziehen für ihr neues, immerhin schon neuntes Werk. Der Diskurs-Pop, immer handgemacht, darf jetzt in Albumlänge tanzen. Schon die letzte EP „Der Riss” kündigte das an, dass Die Sterne aber den Weg dorthin wagen, wo über Disco nicht nur geredet wird, sondern selbige auch einfach stattfindet, ist dann doch etwas überraschend. Und nichts, weder bei Werbefuzzis noch im Musikgeschäft ist mehr wert als eben genau das: Eine gelungene Überraschung.
Timid Tiger mit „Timid Tiger and the Electric Island”

In Köln züngelte die Indie-Kultur schon immer gerne mit Elektro-Pop. So gesehen kann ein Quintett wie Timid Tiger, vielleicht auch nur genau dort entstehen. Nein keine Angst, wir werfen die Band samt ihrem gleichnamigen Album nicht in den Horror-Topf mit dem aufgedruckten Totenkopf, in dem sonst De Höhner und ähnliches vor sich hinschimmelt. Aber wir werden Timid Tiger auch nicht in den deutschen Rock-Kessel schmeißen, in dem oft das dynamische Duo bestehend aus schlechter Laune und breitbeiniger Aggro-Pose anzutreffen ist. Timid Tiger erinnern mit ihren Synthie-Schmelz viel mehr an die die Leichtfüßigkeit der australischen Cut Copy und sind für den hoffentlich bald kommenden Frühling genau das richtige.
Blood Red Shoes mit „Fire Like This”

Ein bisschen wie Nirvanas “In Utero” (gespr.: In Juutero) soll ihre neue Platte klingen. Für das zweite Album der Blood Red Shoes „Fire Like This” standen die Grungehelden aus Seattle soundlich Modell. Musikalisch besinnt sich das Duo auf seine früheren Punkrock Zeiten. Die Briten verzichten dabei allerdings auf Haarspray-Iros oder zerrissene Jeans: Aus Grunge und Punk haben Blood Red Shoes einen rotzigen, aggressiven Sound gebastelt. In Moll schrammelnde Gitarren rocken zu druckvollen Gesangsparts, wie etwa beim Song „Keeping It Close”. Ein neuer Härtegrad, der den Blood Red Shos aber überraschend gut zu Gesicht steht. Vielleicht also kommt es dann doch hiermit, das immer wieder mal erklärte Grunge-Revival…
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News Checker
26. März 2010 um 15.12 Uhr
Dukes of Windsor ist Spitze. It´s A War ist so genial. Auch der neue kostenlose Electro Remix von Runaway ist Hammer…
Danyy
02. März 2010 um 15.14 Uhr
eine weitere, wie ich finde wichtige (bzw. gute), Neuerscheunung ist:
Kiss Kiss Kiss – Release The Birds
Auftritte in Deutschland in naher Zukunft sind geplant. Man darf gespannt sein! :D
http://www.omds.de/servlets/2452328105705Dispatch/2/Call?htmltemplate=./album/viewalbum.htm&lmtype=ALBUM&albumid=81468177