Eugene McGuiness, Walk The Moon und Anthony & The Johnsons

Eugene McGuinness – The Invitation To The Voyage

 

Auch wenn es vielleicht den Anschein haben mag, aber der Brite Eugene McGuinness ist alles andere als ein Newcomer: sein Anfang August erscheinendes Album The Invitation To The Voyage ist bereits das dritte Album des stilvollen Londoners. Schon 2007 warf er im Alter von 22 Jahren seine erste EP auf den Markt („The Early Learnings Of Eugene McGuinness“), die auf Anhieb von den Kritikern gefeiert wurde. Waren die frühen Stücke von McGuinness noch folk-geprägt, hat nun auch der Jungspund die 80er für sich entdeckt. Stücke wie die aktuelle Single „Harlequinade“ oder der Album-Closer „Japanese Cars“ zitieren zwar deutlich die Helden aus vergangenen Synthesizer-Tagen, aber nicht ausschließlich: „Shotgun“ ist ein Ausflug in Bluesrock-Gefilde, „Lion“ ist eine Indie-Hymne mit 60er-Jahre-Einschlag und „Joshua“ ist eine krude Rock’n’Roll-Ballade mit dramatischen Ausschlägen. Wenn man also der The Invitation To The Voyage folgen möchte, sollte man sich im Klaren sein, dass es hier auf eine musikalische Zeitreise geht, mit Ohrwurm-Hooks, intelligenten Gesangsmelodien und lupenreinem und sehr frisch umgesetztem Pop.

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Walk The Moon – Walk The Moon

 

„Oh, Aaaaaaaaaaannaaa Sun!“ – Na, das kann ja mittlerweile wohl jeder mitsingen, spätestens, seit der letzte deutsche Musiksender dieses glänzende kleine Stück Popmusik für seine diesjährige Sommerkampagne auswählte. Und dabei ist der Song schon mehr als drei Jahre alt, aber erst jetzt hat er Walk the Moon zum Durchbruch verholfen. Deswegen erscheint nun auch ihr erstes „echtes“ Album. Das Debüt vor zwei Jahren hatten die vier Amerikaner noch selbst produziert. Doch diesmal nahm sich Ben Allen ihrer an, der Produzent, der sich sonst um Animal Collective oder Gnarls Barkley kümmert. Ein richtiger Produzent mit einem richtigen Studio… „It was our first time, experiencing any of those things, so the kind of nervousness, and excitement as well as some flat out joy to be there – you can really hear that in the recording.“ Doch auch wenn Gitarrist Eli Maiman das befürchtet, Angst hört man dem Quartett nicht an. Walk The Moon liefern souverän ab, was man von ihnen erwartet. Ein bisschen Panic At The Disco, The Killers und viel bunter Hipster Lifestyle.

 

Antony & The Johnsons – Cut The World Live with the Danish National Chamber Orchestra

 

Man ist schon fast versucht zu sagen, dass endlich zusammenkommt, was zusammengehört: Antony Hegarty und das staatliche dänische Kammermusik-Orchester haben ihre Kräfte gebündelt, um mit Cut The World eine ganz besondere Art von Greatest Hits aufzunehmen. Die Tracklist setzt sich zusammen aus den intensivsten Songs der vergangenen vier Alben der Band, der neuen Komposition Cut The World, sowie nachdenklichen Redebeiträgen Hegartys zu Themen wie Einflüsse patriarchischer Strukturen auf die globale Ökologie oder Möglichkeiten einer Bewegung hin zu femininen Herrschaftsstrukturen. Im September vergangenen Jahres kam die Band mit dem Orchester zusammen, mit dem bereits Efterklang gearbeitet hatten, und nahm dieses wunderbare Album auf, das zu keinem Zeitpunkt klingt wie eine unangenehme Verschmelzung von Pop und Klassik, sondern sich in jeder Sekunde einfach richtig und homogen anfühlt.

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03.08.2012

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