Fehlfarben mit „Glücksmaschinen”

Auch heute noch röhrt ihr Song „Ein Jahr (Es Geht Voran)” auf jeder Demo und 80er Jahre Party. Fast 30 Jahre später meckern Fehlfarben immer noch gegen Gesellschaft, System und Missstände. Sänger Peter Hein verzichtet dabei bewusst auf griffige Hooklines und schmettert seine Aussagen per Rufgesang in die Welt. Hier und da schummeln sich auch noch NDW-Elemente dazwischen, wie beim Stück „Stadt Der 1000 Tränen”. Fehlfarben ignorieren wie gewohnt auf ihrem 12. Album „Glücksmaschine” musikalische Trends und Strömungen – stattdessen machen sie das, was sie am Besten können: musikalischen Protest.
The Go Find mit „Everybody Knows It’s Gonna Happen Only Not Tonight”

Gute Musik kommt auch mal ohne viel Text aus. Das sagt sich zumindest Dieter Sermeus von The Go Find. Auf seinem dritten Album „Everybody Knows It’s Gonna Happen Only Not Tonight” lässt der Belgier viel Platz für Instrumental-Passagen. In den gesangsfreien Takten, dürfen sich dann Synthies und Akustikgitarre austoben – natürlich alles in Maßen. The Go Find machen verträumten, unaufgeregten Indie mit Laptop-Musik und manchmal auch mit manchal, ja – etwas Gesang!
Broadcast 2000 mit Broadcast 2000

Bei Broadcast 2000 dreht sich alles um den britischen Multi-Instrumentalisten Joe Steer. Gelangweilt von seiner Heimatstadt Devon setzte er sich von der Tristesse einfach in seinem Wohnzimmer ab. Und schrieb dort die ersten Songskizzen für seine 2008 erschienene EP „Building Blocks”. Erst wollte Steer mit einem Sänger zusammen arbeiten und summte die ersten Songs selbst ein und – blieb der Sänger mit dem außergewöhnlichen Tenor. Für das erste richtige Album mit dem selbstbetitelten Namen Broadcast 2000, das dieser Tage erscheint holte sich Joe Steer Verstärkung an Board. Der Violinist Tom Hobden von Noah an the Whale sollte, seinen hypnotischen und orchestralen Folksongs den nötigen Schliff verpassen. Aber unter einer Premisse: Alles muss sich so anhören als hätte er ein Orchester in ein Wohnzimmer gepackt, also der Home-Recording Touch musste beibehalten werden.
The Unwinding Hours – The Unwinding Hours

Aus den Trümmern der schottischen Post Rocker „Aereogramme” hat sich „The Unwinding Hours” formiert. Nachdem sie 2007 völlig ausgebrannt und nach einer Kehlkopf OP des Sängers Craig B. das Handtuch warfen haben sie jetzt ihre alte Power wieder zurück – wenn auch unter einem anderen Namen. Behutsam fängt das neue Werk an um wenig später mit einem riesigen Wall of Sound alles einzureißen. Aber auch akustisches ist auf „The Unwinding Hours” zu finden. Beim Stück „Solstice” wechseln sich Gitarre und Klavier ab und zeichnen so ein Bild von zwei Menschen in ihren intimsten Momenten. Alles drin und drauf auf der neuen „The Unwinding Hours” – das werden auch Aereogramme Fans unterschreiben.
Lightspeed Champion mit “Life Is Sweet! Nice To Meet You.

Alles neu und anders, das kann man vom neuen Lightspeed Champion Album behaupten. Klang der Vorgänger „Falling Off Lavender Bridge” noch nach Klampfe trifft auf Mann-Frau-Duette – klingt “Life Is Sweet! Nice To Meet You” nach 70ger Jahre Rock. Bowie, Gainsburg und Hazelwood lassen Grüßen. Und auch textlich ist Devonté Hynes etwas gezügelter geworden – nur ein böses Wort hat sich auf die Platte geschlichen – dafür gibt es aber auch volleren Sound vom ehemaligen Kopf der Test Icicles.
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