Grizzly Bear, Sizarr und Clock Opera

Grizzly Bear – Shields

Man musste sich erst wieder kennenlernen. Dafür hat sich der sonst an Kälte gewöhnte Grizzly Bear in der Wüste einquartiert. Dort hat sich die Band in einem Haus wieder aufeinander eingespielt, nachdem alle in der letzten Zeit mit ihren Solo-Projekten zugange waren. Mastermind Chris Taylor kann davon ein Lied singen: „For me it was pretty different because I was writing and finishing songs on my own for the first time. The record called “Cant” is really just a collection of the first songs I was ever able to finish. So that right there implies that there is a lot of learning to be had. It was a totally different experience, you know? It was like starting a new band for the first time and dealing with everything that goes along with it.” Trotz allen Stress’ haben es Grizzly Bear mit „Shields“ mal wieder geschafft, eine fabelhafte Platte aufzunehmen. Die totale Experimentierung ist das Hauptmotto des Albums und neben dem Einsatz vor Uralt-Synthies und komplizierten Songstrukturen probieren sich Grizzly Bear diesmal sogar mal an einen tanzbaren Song.

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Sizarr – Psycho Boy Happy

Vor einigen Jahren begann der Hype um drei Schuljungen aus Landau. Sizarr waren gerade dabei, Abi zu machen und wunderten sich über den Bohai, der um sie gemacht wurde – da waren Fabian, Philipp und Marc nicht einmal volljährig. Bald ist der Hype etwas verklungen, aber ein Zeit für das Debüt muss ja auch sein. Nun kommt „Psycho Boy Happy“ endlich auf den Markt und es ist beeindruckend zu sehen, wie sie dem Druck standhalten. Sänger Fabian erklärt die außergewöhnliche Situation: „Als wir das erste Mal aufm Melt gespielt haben hatten wir irgendwie fünf Songs oder so. Wir waren halt noch in so einem Entstehungsprozess als schon irgendwie Aufmerksamkeit um uns generiert wurde. Und das war, glaub ich, das schwierigste dran – also, dem gerecht zu werden. Für uns fängts halt jetzt erst an, quasi…“
Sizarr liefern ein großes Album voller intelligenter und durchdachter Popmusik ab, die sogar international locker mithalten kann. Die Mischung aus Elektronik und Indie sucht ihresgleichen und ist in Verbindung mit der außergewöhnlichen Stimme von Sänger Fabian endlich mal wieder zeitgemäßer Pop.

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Clock Opera – Ways To Forget

Sie klingen wie ein vertracktes Elektronik-Labor, das sich jetzt an Indie probieren möchte. Die Fülle an eingesetzten Samples reicht bei Clock Opera durchaus an Kaliber wie Aphex Twin und Konsorten. Aber ganz so frickelig und verkopft ist „Ways To Forget“, das Debüt der Band um Mastermind Guy Connelly, dann doch nicht. Geht ja auch nicht, schließlich wollen sie ja Indie spielen. Das gelingt dem Quartett sehr gut. Die Songs sind tanzbar, rhythmisch und versprühen eine ungeahnte Lebensfreude, die man so cool performt sicher auch kein zweites Mal erleben wird. Die Synthesizer wummern sich durch die zehn individuellen Songs und der falsettartige Gesang von Guy Connelly macht „Ways To Forget“ zu einer außergewöhnlichen Platte, die geschickt der Retromanie der letzten Monate ausweicht und zeigt, wie Pop im 21. Jahrhundert funktionieren könnte.

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14.09.2012

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