Neue Alben: Bloc Party, Get Well Soon und Kilians

Bloc Party – Four

Beim ersten Durchhören von “Four” kann der geneigte Bloc Party-Fan schon mal einen Schreck kriegen: “Oh mein Gott, machen die jetzt College Rock?!” Eine Veränderung im Sound ist mehr als deutlich. Das liegt laut Bassist Gordon Moakes daran, dass die Band sich diesmal nicht so eingeengt fühlte wie früher: „Well, kind of by Kele and by ourselves, too. There are things that we kept away from early in our career. This record felt a lot more permissive, we could try things that were a taboo earlier.“

“Four” klingt, als hätten Bloc Party zuletzt die ein oder andere Kyuss- oder Motörhead-Platte gehört. Fans werden sich erst an den neuen Sound gewöhnen müssen.

 

Get Well Soon – The Scarlet Beast O’Seven Hands

Get Well Soon hat mit “The Scarlet Beast O’Seven Heads” ein “Sommeralbum” aufgenommen. Die Musik ist noch immer mysteriöser Pop, der jederzeit eine unerwartete Wendung nehmen kann, bloß die Mittel sind jetzt anders. Beeinflusst von Spaghetti-Western und der Musik von Komponist Ennio Morricone ist die Stimmung auf dem Album dann doch etwas lockerer also sonst.

Da Get Well Soon immer gegen den Strom schwimmt, hatte er auch jetzt keine Lust, sich von der zurzeit schlechten Stimmung in der Welt einnehmen zu lassen: „Ich habe nur immer gesagt, bei dem Album war es wirklich schwierig, nicht komplett eben dieser Melancholie und diesem Zynismus zu verfallen, weil es im Moment ja goldene Zeiten für Pessimisten sind.“ Ein optimistischer Get Well Soon? Sachen gibt’s…!

 

Kilians – Lines You Should Not Cross

Es ist wieder so weit: mit “Lines You Should Not Cross” steht schon das dritte Album der Dinslakener Indie-Kids der Kilians in den Startlöchern. So kann man sie schon fast als alte Hasen bezeichnen, auch wenn sie jetzt erst alle Anfang 20 sind. Die Songs klingen erwachsener und die Umsetzung gelingt konzentrierter. Aber auch hier ist noch immer genug Platz für Späßchen, wie “Coconut” – einem Song über betrunkenes sich-verlieben.
Die Stimmungen, die geschaffen werden möchten, werden mühelos erreicht und überzeugen ohne kitschig zu klingen. Die Songs berühren, ob nun vermeintliche Radio-Hits wie die erste Single “Dirty Love”, die sofort ins Bein geht, oder langsameres wie “You See The Devil”, bei dem die großen Gefühle ausgepackt werden.

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27.08.2012

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