Opossom – Electric Hawaii

The Mint Chicks, diese Band sagt hierzulande wohl niemandem was, in ihrer Heimat Neuseeland war diese Art-Punk Band aber ziemlich bekannt. „War“, weil es die Band erst einmal nicht mehr gibt, denn ihr Sänger Kody Nielson hat ein neues Projekt und das heißt Opossom. Kratzbürstig, lasterhaft und nachtaktiv wie das namensgebende Beuteltier fühlte sich Nielson nämlich während des Aufnahmeprozesses zu Electric Hawaii und das kann man auch in der Musik hören: Immer ein bisschen aufgeregt wieselt sich die hohe, unter vielen Effekten begrabene Stimme des Sängers durch die Elektro-Pop-Songs. Es fühlt sich ein bisschen an, als würde man mit seinem Oposumfreund auf einer blauen Wolke über der Musik schweben – Electric Hawaii ist eben nicht das Singer/Songwriter-Soloalbum des Frontmanns einer Punkband, sondern ein völlig eigenständiges Projekt voller psychedelischer Hinterhöfe.
James Yorkston – I Was A Cat From A Book

Es ist eigentlich total egal, wie wir die neue Platte von James Yorkston finden – seine Kinder finden sie super und mehr interessiert den schottischen Folkmusiker nicht. Seine Kinder sind es auch, denen Yorkston zu verdanken hat, dass I Was A Cat From A Book so klingt, wie es klingt: Aggressiver, roher. Eigentlich sollte nämlich schon 2010 ein Nachfolger zum letzten Album Folk Songs aufgenommen werden, doch die Erkrankung seiner Tochter machte dem Musiker einen Strich durch die Rechnung. Dabei hatte sich nun eben einiges an Frust aufgestaut, dem Yorksten auf seinem neuesten Werk Luft machen muss. Da James Yorkston aber der samtpfötigste unter den Singer/-Songwritern ist, ist selbst das noch anschmiegsamer Folk-Pop.
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Heavenly Beat – Talent

Das Album heißt Talent. Da kann man es sich quasi sehr einfach machen, indem man in einer Rezension über das erste Album von Heavenly Beat schreibt: Der hat aber… Talent. Oder eben nicht. Aber hat er natürlich doch, und zwar wie. Das Debüt des Texaners John Pena ist wie ein Flamenco-Abend ohne Flamenco. Heißblütiger Dream-Pop mit südländischen Akustikgitarren-Phrasen an jeder Ecke. Pina-Colada-Pop heißt das nach eigener Aussage. Die Blog-Welt jedenfalls ist schon hin und weg vom Soloprojekt des Beach Fossils-Mitglieds. Pena selbst sagt, er mache „attraktive Musik für attraktive Leute“. Schon allein deswegen sollte euch diese Platte bestens gefallen. Hat er wohl Talent, der John. Ähem.
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