The Very Best – MTMTMK

2009 erschien The Warm Heart Of Africa, das Debütalbum von The Very Best, passend zur WM 2010 konnten dann die Feuilletons schreiben: Schaut, schaut, was für hippe Musik aus Afrika kommt. Ein bisschen missbraucht, aber durchaus berechtigt wurde die erste Platte des Duos aus Malawi und London hoch gelobt. Die Mischung aus afrikanischem Traditional und Londoner Club-Beats hat abgesehen von eben diesen funky Beats dieses wilde Feuer, das Europäer einfach nicht hinkriegen, so sehr sie es auch probieren. Diesmal stürzte sich die Band kopfüber in den Eurodance, was das ganze in schwachen Momenten ein wenig nach Shakiras Fußballhymne klingen lässt. Die afrikanischen Wurzeln werden auf MTMTMK dem Dancefloor zuliebe etwas vernachlässigt. Das liegt wohl an der Abwesenheit von Produzent Etienne Tron, der auf dem ersten Album die Herkunft von Sänger Esau Mwamwaya betonen wollte, beim Nachfolger aber nicht mehr mit von der Partie war. Dennoch: Es bleibt, was afrikanische Musik irgendwie immer automatisch mit sich bringt: EU-PHO-RIE!
(Achtung, folgendes Video bitte nicht beim Essen gucken.)
http://www.dailymotion.com/video/xreve1
Effi – Astronaut

Österreich ist ja – von Falco mal abgesehen – nicht gerade dafür bekannt, großartige Popmusiker hervorzubringen. Doch da Ausnahmen die Regel bestätigen, kommt auch immer mal wieder ein tolles Album aus der Alpenrepublik. Nun ist es mit Astronaut von Sänger Effi aus Graz wieder so weit. In seiner Heimat kriegt sich kaum einer mehr ein, wenn es um seine Musik geht: die Radios lieben seine luftig-leichten Indie-Pop-Songs und spielen sie rauf und runter, und Festivalveranstalter freuen sich immer, wenn er auf die Bühne kommt und seine immergute Laune auf sein Publikum überträgt. Der Sound seines Debüts Astronaut bleibt dabei überraschend international, hüpft ambitioniert zwischen Pop, Indie und Elektro und klingt zu keiner Sekunde so, als wäre er in kalten Grazer Kellerstudios entstanden. Ganz im Gegenteil: mit “Sinnerman” probiert sich Effi sogar recht gekonnt in Sachen Reggae und liefert eine zurückgelehnte Sommerhymne mit Ohrwurmqualitäten – wenn doch bloß auch der Sommer mitspielen würde…
Passion Pit – Gossamer

Wir gönnen ja jedem seinen Erfolg, aber wenn wir ehrlich sind, hätten wir nicht gedacht, dass Passion Pit den Drive haben, noch mal ein Album abzuliefern, das ihrem Debüt gewachsen wäre. Tja, auch wir irren mal. Nach Manners erscheint jetzt die zweite Platte des Bostoner Quintetts, Gossamer heißt sie. Den Hörer erwarten luftige Synthesizer, warme Bässe und ein durchweg positives Glühen in den 12 Songs des neuen Albums, das sich laut Bandaussage vor allem mit den Themen Stärke, dem Nach-vorne-Schauen und dem Vergessen beschäftigt. Gossamer ist übrigens das Wort für die von Spinnen gesponnene Seide, mit der sich einige Arten fallschirmartigWir hätte uns keinen besseren Titel für dieses Album vorstellen können, denn es wird sicher auch euch ein wenig leichter machen.
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