Tired Pony mit “The Place We Ran From”

Audioslave, Them Crooked Voltures und Tired Pony. Sie alle haben eins gemeinsam. Sie sind Nebenprojekte großer Bands und damit gespickt mit ziemlich prominentem Personal. Über mangelnde Beschäftigung dürfte sich also eigentlich keiner beklagen. Und trotzdem scheinen einige Musiker den Hals einfach nicht voll zu kriegen. Im Fall von Tired Pony haben sich u. a. Gary Lightbody von Snow Patrol, Peter Buck von R.E.M. und Richard Colburn von Belle & Sebastian zusammen getan. Mit ihrem Nebenprojekt haben sie jetzt ein Pop-Album mit leichten Country-Folk-Einflüssen veröffentlicht. Ob der Albumtitel „The Place We Ran From” also „Der Ort, von dem wir geflüchtet sind” evtl. eine Anspielung auf ihre Hauptbands ist? Man weiß es nicht. Aus welchen Beweggründen heraus sich Tired Pony nun auch formiert haben – so lange das Resultat stimmt, ist doch alles super und das ist bei dieser neuen Supergroup definitiv der Fall.

Hierarchien sind bei Bands eine ziemlich weit verbreitete Sache. In der Regel hat der Frontmann sowohl musikalisch als auch textlich die Hosen an. Nicht so bei Menomena. Die drei US-Amerikaner dürfen bei Bandfotos alle in der ersten Reihe stehen und steuern gleichberechtigt ihren Teil zu den Songs bei. So auch bei ihrer vierten Platte „Mines”. Instrumente und Gesangsaufgaben sind bei Menomena nicht personengebunden und werden gerne mal hin und hergereicht. Ihr Sound ist experimentell und extrem dynamisch. Laut-Leise-Parts schicken die Indie-Pop Songs immer wieder in eine neue Richtung ohne dabei aber das Gerüst zu sprengen. „Mines” gibt’s übrigens im MotorFM Downloadshop für 10 Euro 48.
Dass man schon bevor die CD überhaupt im Abspielgerät landet ins grübeln kommt, schaffen nur wenige Bands. „ZPYZ” (gespr. spice) gehören definitiv dazu. Das Berliner Duo schreibt sich nämlich nicht wie die englische Variante von Pfeffer sonder z, p, y, z. Wer soll da bitte auf spice kommen? Der Inhalt des Tonträgers „2080″ hingegen bereitet dann überhaupt keine Probleme mehr. Tolle Melodien, angenehmer Gesang und das ganze serviert als hymnischer Elektro-Pop. Großartig! Dass ZPYZ gelegentlich in kitschige 80er Jahre Sounds abdriften ist da im Grunde leicht zu verschmerzen.
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