Pinegrove (Pressefoto)

Pinegrove – Cardinal | Spätzünder

▷ Letzte Änderung: 2017-03-01
By Constanze [FluxFM] |

Es ist überall so, nicht zuletzt bei der Musik: Manchmal braucht man einfach länger. FluxFM Spätzünder beschäftigt sich deshalb mit Alben, die uns erst auf den zweiten Hördurchlauf so richtig ans Herz gewachsen sind. Egal, ob’s um alte Perlen oder aktuelle Beats geht, schließlich kennt auch die Liebe auf der zweiten Rille kein Alter. Diesmal beschäftigen wir uns mit:

Pinegrove – Cardinal

Wir wissen nicht genau woran es lag, dass uns Pinegrove letztes Jahr ein wenig durch die Finger geflutscht ist: Lag es vielleicht an den Nachwehen der Auflösung von The Weakerthans, oder doch am riesen Hype um Car Seat Headrest? Egal. Schon mit den ersten Zeilen des Openers Old Friends hatten uns die Jungs aus New Jersey, das heißt, nachdem wir sie dann endlich auf dem Schirm hatten.
 

Das Quartett Pinegrove legt auf Cardinal den Nostalgie-Schalter um: alles klingt herrlich alt und verwegen nach Lo-Fi-Indie-Rock der Neunziger. Zwischen Pavement und den Microphones, von Ween bis Bright Eyes, Pinegrove machen Musik, die bewusst aus dem Hier und Jetzt fällt und in Zeiten von Synthies, Autotune und allem elektronischen Schnick Schnack uncooler eigentlich nicht sein kann.

Seit 2010 existieren sie in dieser Formation bereits. Die charakteristische Stimme von Evan Stephens Hall ist mit dem Emo-Rock der Neunziger, mit Jimmy Eat World, Weezer und Death Cab For Cutie aufgewachsen. Und wenn heutzutage alle wieder von einem kleinen Emo-Revival sprechen, meint man damit nicht unbedingt einen bestimmten Musikstil, sondern viel mehr die Rückkehr von Songwritern, die mit genau dieser emotionalen Empfindsamkeit ihre alltäglich Beobachtungen zu Papier bringen. Und genau das machen Pinegrove auch, wie in ihrem Stück New Friends.
 

Ein immer wiederkehrendes Thema auf Cardinal ist Freundschaft – eines dieser „everlasting topics“ über das man immer texten kann, wenn einem nichts besonderes einfällt. Der besondere Dreh bei Hall sind die unfassbar langen Erzählstränge, die bildgewaltige Sprache und eine fast schon brutale Ehrlichkeit. Dazu noch ein ganz feines Händchen für catchy Melodien und fertig ist eines der emotionalsten und aufrichtigsten Pop-Alben des letzten Jahres. Für Platten wie Cardinal haben die Amerikaner also den Begriff „Poptimized“ erfunden: Pop in Perfektion – powered by Pinegrove.

 

Am 6. März stehen sie auf der Bühne vom Musik und Frieden. Vorher kommen sie aber noch in der Morningshow am Nachmittag vorbei. Was sie erzählen und was für Überraschungen sie parat haben? Ihr dürft gespannt sein.

Musikredaktion

Daniel Meinel
Spezialgebiet: Interviews, Texte & Snackbär-Wachmann

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