
Erster Schritt: Man nehme das hippste Label der Welt – DFA Records – und lässt den Produzenten Tim Goldsworthy an die Regler.
Zweiter Schritt: Man lade den zerbrechlichsten Crooner der Welt für ein paar gesungene Zeilen ein – Antony Hegarty von Antony & The Johnsons.
Dritter Schritt: Man konserviere das exzessiv-schillernde Lebensgefühl der einrucksvollsten Stadt der Welt: New York in den späten siebziger und frühen achtziger Jahren.
Was dann herauskommt, nennt sich Hercules & Love Affair. Ein Kollektiv, das 2008 für sein gleichnamiges Debütalbum Kritikerhöchstnoten einfährt und zum Konsens der Stunde erklärt wird.
Der Kopf hinter dem Projekt allerdings ist weder Goldsworthy noch Hegarty, sondern der DJ Andrew Butler. Als er 2008 „Hercules & Love Affair” – sagen wir mal vorsichtig – entwirft, schwirrt ihm vor allem eines im Kopf herum: Disco-House – der Soundtrack für New Yorks exzessives Nachtleben der Jahre 1978 bis 1984. Also scriptet Butler ein Drama für die Tanzfläche. Er komponiert Songs voller Disko-Dekadenz, die zwischen clubkompatibel und balladesk hin- und herwandern, und verpflichtet neben den Sängerinnen Nomi Ruiz und Kim Ann Foxman auch noch den androgynen Kammer-Crooner Antony Hegarty von Antony & The Johnsons. Eine bessere House-Hommage ist noch keinem geglückt.
Tief beeindruckt von der griechischen Mythologie nennt Butler sein Projekt „Hercules & Love Affair”. Die Kraft des Herkules trifft auf den Kuschel-Klang des House. Ob das für Herbst 2010 geplante Folgewerk musikalisch in dieselbe Kerbe schlägt, das steht allerdings noch nicht fest. Butler schweigt sich darüber mehr oder minder aus. Nur ein Name kursiert seit längerer Zeit: Am Mikro soll statt Antony Hegarty dieses Mal Kele Okereke stehen.
Die Tracks:
01 Cocteau Twins – Heaven or Las Vegas
02 Eurythmics – take me to your heart
03 Eurythmics – Love Is a Stranger
04 Yazoo – midnight
05 INXS – What You Need
06 Sylvester – You Make Me Feel Mighty Real
07 Tantra – The Hills Of Katmandu
08 Escort – Brand new life
09 faze action – good lovin’
10 Hercules and Love Affair – Shadows
11 Kink – Don’t Hold Back
12 Headman – Gimme (In Flagranti Remix)
13 A Guy Called Gerald – Voodoo Ray
14 Inner City – Pennies From Heaven
15 Technotronic – Pump Up The Jam
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