Klaxons

Man musste kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Klaxons mit ihrem zweiten Album keine Blaupause ihres Erfolgsdebüts “Myths Of The Near Future” (2007) produzieren würden. Aus Elektro-Indie aka New Rave ist jetzt mit “Surfing The Void” so etwas wie progressiver, psychedelischer Elektro-Rock geworden. So klingt die neue Platte nur bedingt poppig, auch wenn sie auf der anderen Seite nie wirklich zu einem abgehobenen Geräuschamalgam mutiert. “Surfing The Void” ist auf eine surreale Art kauzig. Oder wie tanzt man beispielsweise zum Titelsong oder dem Song “Cyberspeed”, ohne ungewollt der nächste YouTube-Lacher zu werden? Eben.

Einen Sinn für die große, theatralische Geste und das Abgedrehte hatten die vier Engländer ja schon bei ihrem Debüt. Doch wie es scheint, haben sie ihre Neigung noch ausgebaut, dabei aber den einen oder anderen Refrain vergessen. Nicht, dass SIE ihn vermissen würden. Aber im Vergleich zum Debüt ist die Pop-Hit-Dichte mit Singles wie “Echoes” und “Twin Flames” eher klein gehalten. Das ist nichts Schlechtes. Nur anders. Und natürlich bedarf es eines größeren Aufwands, sich in Songs wie”Venusia” oder “Flashover” reinzuhören, wo man doch eigentlich an der Pop-Musik die Geradlinigkeit so schätzt.
Mit ihrer neuen Platte machen es die Klaxons ihren Hörern nicht leicht, aber auch nicht unmöglich, sie zu mögen. Ein bisschen Geduld und entspannte Nerven braucht es anfangs schon, um sich einlullen zu lassen. Und wessen Bewusstsein sich auch beim dritten Durchlauf noch nicht erweitern lassen will, der starrt einfach drei Minuten lang die Astronautenkatze auf dem Albumcover an. Dann wird das schon.

Christine Stiller

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13.08.2010

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