
Es gibt sie, diese Bands, deren Name bekannt ist, die von Kritikern gelobt werden, die den Durchbruch aber nie so richtig schaffen. Soul Coughing ist so eine Band. Gegründet wird das Quartett 1992 in New York von Mike Doughty. Der Rumlungerer jobbt nebenbei im jazzig-muffigen Musikclub „Knitting Factory” und wundert sich über die immergleichen Gäste, spricht sie schließlich an und wie das das so ist, wenn Musik-Nerds unter sich sind: Schnell hat man gemeinsame Lieblingsplatten gefunden, noch schneller steht man zusammen in irgendeiner Garage und macht gemeinsam Musik.
Das Besondere an Soul Coughing ist die Lust zu experimentieren. Ihre düsteren, elektronischen Songs auf dem Debütalbum „Ruby Vroom” klingen ganz anders als Grunge und Punk, den beiden Genre-Platzhirschen der neunziger Jahre. Die Verkaufszahlen ihrer Alben bleiben zwar überschaubar und kaum einer kennt wirklich die Gesichter hinter Soul Coughing, die Songs aber sind vielen bekannt. Der Grund dafür: Glotze und Leinwand. Denn immer dann, wenn Hollywood ein paar sphärische Rock-Songs braucht oder in TV-Serien was Unheimliches passiert, ertönt mit Sicherheit etwas aus der Feder von Mike Doughty.
Nach drei Alben ist 2000 aber Schluss mit Hollywood. Die Heroinsucht Doughtys, so munkelt man, habe zu endlosen Streitereien innerhalb der Band geführt. 2002 erscheint schließlich noch ein Best-Of-Album, sozusagen der endgültige Sargnagel. Doughty beschließt aber, weiter Musik zu machen, wenn auch allein. Seine Drogenprobleme bekommt er in den Griff und im Verlauf der Nullerjahre veröffentlicht er mehrere Alben und EPs, zuletzt 2009 „Sad Man, Happy Man”. Stadionrockgefilde erreicht er zwar auch als Solo-Barde nicht, eine Konstante zu den Neunzigern bleibt aber. Der Lieder des Singer/Songwriters werden nämlich immer noch gerne im Fernsehen gespielt. Mittlerweile aber eher, wenn bei „Grey’s Anatomy” große Gefühle ausgepackt werden oder in der schlauen Teenager-Serie „Veronica Mars” die Off-Stimme übers Dasein philosophiert.
01. Dave Matthews – American Baby
02. Belle & Sebastian – The Boy With The Arab Strap
03. Circle Jerks – Deny Everything
04. José González – Down the Line
05. Black Sabbath – Johnny Blade
06. LL Cool J – Mama Said Knock You Out
07. The White Stripes – My Doorbell
08. AC/DC – For Those About To Rock We Salute You
09. KRS One – My Philosophy
10. Billy Bragg – The World Turned Upside Down
11. The La’s – Son Of A Gun
12. Talking Heads – Houses in Motion
13. The Roaches – Pretty And High
14. The Bar-Kays – Holy Ghost
15. Survivor – Eye Of The Tiger
Nächste Woche gibt es die private Playlist von der britischen Band „Tindersticks”.
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