
… mit den Ohren gucken!
Berlin ist nicht nur Hauptstadt der Musik, sondern auch Hauptstadt der Kunst. Und damit die auch mal zu Wort kommt, reißt Yaneq jeden Donnerstag die Ohren ganz weit auf und lädt sich die passenden Gäste aus der Szene ein.
Er informiert, welche spannenden Künstler gerade in der Stadt sind und welche Vernissage man auf keinen Fall verpassen sollte. Danach wird die maßlose Fülle an Galerien, Vernissagen, Aktionen und Auktionen keinen mehr schocken.
Radio Arty – Kolossale Musik, krasse Kunst und kulturelle Kollateralschäden – eine Stunde MotorFM zum Einrahmen und an die Wand hängen.
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Prof. Dr. Wolfgang Ullrich hat die aktuelle Ausstellung “Macht zeigen- Kunst als Herrschaftsstrategie” im Deutschen Historischen Museum, Berlin kuratiert.
Seit einigen Jahrzehnten hat bildende Kunst – und zumal moderne Kunst – eine erstaunliche Karriere als Statussymbol in Wirtschaft und Politik erlebt. Kaum ein Unternehmer und Spitzenmanager lässt sich nicht gerne zusammen mit einem Gemälde oder einer Skulptur fotografieren, und auch viele Politiker präsentieren sich als Freunde moderner Kunst. Dass dieses Phänomen in der Bundesrepublik besonders weit verbreitet ist, hat auch mit der jüngeren deutschen Geschichte zu tun: Nach dem Nationalsozialismus waren viele politische Symbole – bis hin zur Flagge – belastet; Ersatzsymbole mussten gesucht werden. Werke der bildenden Kunst, vornehmlich aus der Abstraktion boten sich hierfür an. Ihnen kam die Autorität zu, Macht nicht nur signalisieren, sondern auch erfahrbar machen.
Was bereits in den 1950er Jahren begann, wurde ab den 1980er Jahren dominant, als die Wirtschaft in großem Stil die Kunst für sich entdeckte und als zahlreiche Unternehmen eigene Kunstsammlungen anlegten. Waren es zuerst primär die Werte der Avantgarde, mit denen sich identifizierte, wer zukunftsorientiert, risikofreudig, innovativ und entscheidungsfreudig wirken, seiner Umwelt aber auch überlegen erscheinen wollte, sind seit einigen Jahren Umgangsformen mit der Kunst zu beobachten, die an die Zeit der großen Höfe erinnern. Etliche Künstler tragen mittlerweile zum Glamour und zur Prominenz eines neuen Adels aus Stars, Reichen und Mächtigen bei; ihre Werke verheißen Event und exklusiven Lifestyle. Kunst ist dadurch zu einem der stärksten Statussymbole der Gegenwart avanciert: Sie stellt keine Opposition zu den herrschenden Verhältnissen mehr dar, sondern signalisiert die Sieger der Gesellschaft.
Wolfgang Ullrich, geboren 1967 in München, studierte dort ab 1986 Philosophie, Kunstgeschichte, Logik/Wissenschaftstheorie und Germanistik. 1994 promovierte er mit einer Dissertation über das Spätwerk und Ereignis-Denken Martin Heideggers. Seither ist Wolfgang Ullrich als Autor, Dozent und Unternehmensberater tätig. Neben Lehraufträgen an verschiedenen Hochschulen war er von 1997 bis 2003 als Assistent am Institut für Kunstgeschichte der Akademie der Bildenden Künste in München, 2003/04 war er Gastprofessor für Kunsttheorie an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Seit 2006 ist er Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.
http://www.dhm.de/ausstellungen/index.html
http://www.wagenbach.de/autoren/autor/160-Wolfgang_Ullrich.html

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