Wochenendspecial: The XX

The XX

Das zweite Album: Der Alptraum eines jeden Musikers. Erst recht, wenn man eine Band ist, die vor drei Jahren neue Maßstäbe gesetzt hat. Eine Band, deren Art zu musizieren neu war. Als 2009 die ersten Songs von The XX auftauchten, hatte man das Gefühl, dass nach den retro-versessenen Nuller Jahren endlich mal etwas Relevantes passiert. Jetzt wird sich zeigen, wie relevant die drei Londoner tatsächlich sind.

Eigentlich können The XX nur verlieren: Sie durften ihren Sound nicht unverändert lassen, ihn gleichzeitig aber auch nicht verändern. Dieser Misere war sich die Band um Oliver Sim bewusst: „Alle haben uns Angst gemacht, aber wir haben einfach Songs für uns selbst geschrieben und sind total zufrieden mit dem Ergebnis.“

Schon beim ersten Hören die Erkenntnis: Fans und Kritiker werden hier keinerlei Angriffsfläche finden. Roh und pur, kalt und sehnsüchtig ist Coexist vom ersten Ton an. The XX sind unverändert. Die Songs sind jedoch ausgefeilter, facettenreicher. „Wir sind einfach älter geworden, haben mehr mit Musik zu tun gehabt. Früher hätten wir gar keine komplexeren Songs schreiben können, selbst wenn wir gewollt hätten. Ich hab ja gerade erst angefangen, mein Instrument zu lernen.“

Und da ist noch was: Produzent und Band-DJ Jamie Smith bringt die Beats aus seinen Soloprojekten mit ins Album. Songs wie „Reunion“ und „Swept Away“ sind fast… tanzbar…

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Dann auch noch das: auf dem Albumcover – Farbe. Das sonst so nihilistische schwarz-weiß Trio öffnet sich. “Naja, das war nie ein Konzept, das war eher Zufall – am Anfang haben wir alles einfach gehalten, weil es sonst einfach für uns selbst zu kompliziert gewesen wär. Aber wir mögen Farben…”

Vielleicht ist Coexist einigen Kritikern nicht mutig genug. Aber es beweist eines: The XX sind eine der wenigen aktuellen Bands, nach der unsere Kinder in unseren Plattenschränken suchen werden. Sie haben sich verändert und trotzdem ihren Sound behalten. Sowas muss man erst mal hinkriegen…

„Wir waren 15 als wir die ersten Songs zusammen schrieben, mittlerweile ist soviel passiert, wir haben uns verändert, aber wir sind immer noch die gleiche Band.“

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08.09.2012

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