
Regelmäßig ins Theater gehen zu können gehört zu den vielen Vorteilen Berlins. Genau so toll ist die Abwechslung, die die Berliner Bühnen zu bieten haben. Wer konventionelles Schauspiel satt hat, der kann ja einfach mal das Theater Rambazamba besuchen. In der Kulturbrauerei spielen dort Menschen mit Behinderung. Morgen geht die Spielzeit wieder los, mit dem Stück „Mit 200 Sachen ins Meer“. David Krause hat einen der Schauspieler bei seiner Arbeit begleitet.
Hinter der Bühne wird es stressig, die letzten Vorbereitungen laufen für die heutige Vorstellung im Theater Rambazamba. Hauptdarsteller Sven Neumann rollt mit seinem Rollstuhl auf die Bühne, um noch schnell eine Szene durchzugehen. Dass heute ausverkauft ist, weiß er noch nicht – er ist konzentriert. Nur Regisseur Kai Langstengel ist noch gelassen. Er setzt auf Augenhöhe mit den Darstellern, die die verschiedensten Handicaps haben – vom Downsyndrom bis hin zur körperlichen Behinderung. Das Publikum nimmt das aber meist gar nicht mehr wahr.
Seit 1990 haben Menschen mit Behinderung in der Kulturbrauerei die Möglichkeit kreativ zu arbeiten. Es ist ein Fulltime-Job mit Sprechtraining, Bewegungsübungen und proben bis das Stück sitzt. „Mit 200 Sachen ins Meer“ hat das Ensemble schon in- und auswendig drauf, es handelt von einer Psychiatrie, in der merkwürdige Dinge vorgehen.
Der 27-Jährige hat seinen Traumberuf gefunden und strahlt nach der Aufführung. Jetzt sei es erst mal Zeit ordentlich einen zu trinken, sagt er mit einem Schmunzeln. Genau deshalb arbeitet Regisseur Langstengel gern mit Sven zusammen.
Ein Blatt nimmt Langstengel nie vor den Mund – nur direkt nach einer Vorstellung, da wird nicht kritisiert. Denn die harte Arbeit soll erst gefeiert werden. Feiern lassen würde sich Sven am Liebsten auch vor der Kamera. Einmal bei GZSZ mitspielen, das ist sein großes Ziel. Viel Zeit daran zu arbeiten hat er gerade nicht. Denn wie heißt es so schön: Nach der Aufführung ist vor der Aufführung.
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Autor: David Krause
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