Lana Del Rey – verfeiert?

Lana Del Rey

Abgefeiert wurde sie schon im Spätherbst. Mit ihrem Song „Video Games“ schaffte sie es aus den hippen Blogs in die Feuilletons und schließlich dann auch an die Spitze der deutschen Charts. Viele unken seitdem, sie sei bereits verfeiert, also verheizt worden. Denn viel Aufmerksamkeit wurde ihr entgegengebracht, ohne dass sonderlich viel Musik von ihr existiert. Ja, die Rede ist von Lana Del Rey. Heute erscheint ihr Debütalbum Born To Die. Heiko Reusch hat es sich angehört. Und hat durchgehalten. Immerhin einen Durchlauf.

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Ja, man muss mit dem Thema „Erbeermund“ einsteigen, wenn man von Lana Del Rey spricht. Ihr vollen Lippen waren wochenlang Facebookgesprächsstoff. Hohn und Spott gab es, der Style-Polizei gefällt das aufgespritzte Etwas im Gesicht nicht so sehr bzw. gefiel es nicht so sehr. Der Lanaspam ist allerdings längst schon wieder der Facebook-Post von gestern. Für jede Katastrophe gibt ja am nächsten Tag in den sozialen Netwerken wieder hübschen Katzen- und Eulen-Content, der von anderen Themen ablenkt.

Aber zurück zum Thema. Mit viel Vorschusstamtam und abgelieferter Meinungswut erscheint also heute das eigentlich-nicht-mehr-im-Prinzip-aber-Doch-Debütalbum von Lana Del Rey. Mit „eigentlich nicht mehr“ ist gemeint, dass schon 2010 ein Album erschien mit dem Titel Lana Del Rey AKA Lizzy Grant. Da klang sie noch so.

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„Born To Die“ heißt nun das „Im-Prinzip-Aber-Doch“ Debütalbum. Denn aus Lizzy Grant, angelehnt an ihren bürgerlichen Namen Elizabeth Grant, wurde Lana Del Rey. Eine Kunstfigur, die sich dem „Hollywood Sadcore“ hingibt. So beschreibt sie nämlich selbst ihren Musikstil. Was sie damit meint: Pathos, Drama, Glam. Im Prinzip also die Durchschnittsballade für „Wetten Dass…?“.

Mit Video Games gelang ihr das meisterlich viele abzuholen. Die Hipster-Crowd und die Muddis, die sonst zu Eros Ramazotti bügeln. Auf Albumlänge hingegen, naja, da gelingt ihr das eher so mittelgut. Denn eine Zutat hat man noch draufgekippt Beats.

Lana Del Rey haucht Kid-Rock-Lyrik über Enigma-Gedächtnis-Beats. Wer’s mag, sollte zugreifen. Was vom Spätherbstphämonen bleibt? Wenig. Selbst der Lippengesprächsstoff wurde vor kurzem endgültig entzaubert. Der deutschen Ausgabe des Rolling Stone gab Lana Del Rey Auskunft über mögliche Verschönerungen und sagte, es sei alles echt. Sie wurde eben mit vollen Lippen geboren. Wir waren nicht dabei. Aber die Interviewszene lief vermutlich ähnlich ab wie der Chiara-Ohoven-Klassiker.

Wer Chiara Ohoven nicht kennt, auch nicht schlimm. Sie war mal Stoff für Bunte bis RTL Exklusiv. Genau da wird das Lippengespenst Lana Del Rey auch noch ein bisschen auftauchen.

Wir kommen jetzt wieder zu wichtigerem. Hab ich euch schon von diesen herrlichen Katzen vom Hessischen Rundfunkt erzählt…?

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Der Beitrag zum nachhören:

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Autor: Heiko Reusch



 

 

28.01.2012

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