
photo (cc): Cappellmeister @flickr.com
Für die eigene Gesundheit nehmen immer mehr Menschen einen weiten Weg in Kauf. Nix da, mit dem Krankenbett um’s Eck. Wenn schon neues Kniegelenk, dann bitte nur vom Feinsten und mit Rund-um-Wohlfühl Behandlung. So wie in der nagelneuen Komfortklinik von Vivantes. Die Zimmer sind mit hotelartigen Einrichtungsgegenständen ausgestattet, wie Fön oder Schminkspiegel, so Dr. Andreas Schmidt.
Er ist Vivantes Regionaldirektor und führt durch die neuen Räumlichkeiten. Schlappe 10 Millionen Euro hat die Edelklinik gekostet. Gelohnt hat es sich aber schon jetzt: Die Doppel- und Einzelzimmer sind ausgebucht. Auch andere Kliniken haben bereits aufgerüstet. Dolmetscher rund um die Uhr, ein schickes Restaurant mit rotem Teppich – alles da.
Vor allem aus Russland und dem nahen Osten kommen die Gesundheitstouris angereist. Warum gerade Berlin? Weil es die Fachkräfte und Spezialisten, sehr gute Kliniken gibt und weil Berlin eine attraktive Stadt ist. Denn die Gäste kommen ja meistens nicht alleine, sondern mit der Familie im Gepäck, die sich ja nicht die ganze Zeit im Krankenhaus aufhält, sondern die Sehenswürdigkeiten anschauen, Kultur genießen oder shoppen gehen will.
Einer, der sich über die jährlich knapp 3.500 Gesundheitstouristen freut, ist Christian Tänzler, Pressesprecher vom Tourismusbüro VisitBerlin, denn die kommen in der Regel selten allein. In diesen 3.500 Gästen sind also Familienmitglieder inbegriffen. Ein weiterer Punkt ist, dass diese “Medizintouristen” meistens nicht nur 2-3 Tage bleiben, wie durchschnittliche Touristen, sondern bis zu 14 Tage. Das ermöglicht natürlich ganz neue finanzielle Dimensionen.
Um beim Finanziellen zu bleiben: Eine Nacht im Deluxe Krankenzimmer kostet gut 140€ – Wein natürlich inklusive! Für Tänzler und VisitBerlin kommen die Luxuspatienten gerade recht – braucht die Stadt doch jeden Cent. Dass aber ausgerechnet in Berlin der Medizintourismus boomt – damit hätte so recht keiner gerechnet: Die bekanntesten Orte dafür, wenn man Deutschland betrachtet, liegen eher im Süden. Doch Berlin hat Potenzial, die Kapazitäten und Personal, das sich auf ausländische Patienten einstellen kann.
Und nicht nur auf den ausländischen Gast oder den Privatpatienten. Auch immer mehr gesetzlich Versicherte wollen ein wenig Extraservice mit Wohlfühlfaktor im Krankenhaus nicht missen.
Na dann, liebe FluxFM Hörer – Hals und Beinbruch – vielleicht sieht man sich ja demnächst mal am Vivantes-Buffet ,… sollte die Sauna überfüllt sein.
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Autor: David Krause
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