
photo (cc): Stéfan @flickr.com
Kleine, menschenähnliche Äffchen, die sich am Daumen lutschen und Kinderherzen glücklich machen. Dann gibts da noch den Kuschel-Monchichi-Song von Bina und Nina. Doch ob ausgerechnet die beiden mit ihrem Monchichi Song für den Siegeszug der kleinen Daumenlutscher in den 80ern verantwortlich gemacht werden können, darf ruhig bezweifelt werden.
Widmen wir uns also lieber den belegbaren Fakten: Japan, 1970: Das Familienunternehmen Sekiguchi stellt billiges Platikspielzeug her bis ein Designer DIE Idee hat: Affen sind süß und bestimmt was für die kleinen zum Kuscheln. Unrecht hat er damit nicht, nur geht sein erster Entwurf, nun ja, sagen wir mal: knapp an der Zielgruppe vorbei. Zu realistisch ist der Prototyp. Also müssen große Kulleräuglein her, ein paar Sommersprossen – und schon passen die Kuscheläffchen perfekt ins Kindheitsschema.
1978 zieht der Monchi dann ein in die Deutschen Kinderzimmer.
„Die nächste zwei Jahre, waren die besten, die wir je hatten“ so der heutige Marketingdirektor, Susumu Yoshida. Aber auch heute kann er sich kaum beschweren. Seit Beginn der Finanzkrise hat sich der Umsatz verdoppelt! Yoshida vermutet, die Menschen brauchen in Zeiten der Angst etwas Kuscheliges an ihrer Seite. 2010 haben allein hier in Deutschland eine Viertel-Million Monchichis neue Freunde gefunden.
Der große Erfolg mag auch den Sammlern zu verdanken sein. Bei jährlich vier neuen Kollektionen, kann der Monchichi Kleiderschrank immer wieder aufgerüstet werden. Was das für Leute sind – nun – solche wie der Amerikaner Stu Carter. Der zieht mit seiner Kamera durch die Welt und filmt die neuesten Monchichi Modelle.
Gerade mal 32 Mitarbeiter werkeln in einer ehemaligen Autowerkstatt in Tokio an den kleinen Äffchen herum. Und so lange die Finanzkrise weiter anhält, werden die wohl so schnell nicht zur Ruhe kommen. Denn, wie wir ja gelernt haben: Je schlechter die Zeiten, desto größer das Kuschelbedürfnis…
Hier der Beitrag zum Anhören:
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Autor: David Krause
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