Was wurde aus Studio Braun?

Pressefoto Studio Braun

“Fleisch ist mein Gemüse” und “Dorfpunks” haben die Bestseller-Listen gestürmt. “Computerfreak” von Heinz Strunk und “Mauern” von Rocko Schamoni werden gern im FluxFM-Programm gespielt. Alle drei Herren von Studio Braun sind solo ziemlich erfolgreich. Aber wir haben uns gefragt, machen die eigentlich noch was gemeinsam? Anke Müller sagt uns, was ansteht.

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Mit Telefonscherzen haben sich die drei Hamburger Anarcho-Komiker in die Herzen ihres Publikums gespielt. Jaques Palminger, Heinz Strunk und Rocko Schamoni haben am Telefon alles und jeden verschaukelt, der nicht sofort wieder aufgelegt hat. Klar ist das Prinzip das gleiche wie die Sinnlostelefone jedes daher gesendeten Privatradios, nur beim Studio Braun ist der Eindruck irgendwie intelligenter, subversiver gar.

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Aber, das ist nicht alles, was bei den Hamburger Mitvierzigern auf der Bühne passiert. Selten hat man Künstler sich körperlich so verausgaben sehen, zumal die Performance eher an Jane Fondas Aerobic-Videos aus den 80ern erinnert. Auf mehreren CDs haben sie ihre Telefonstreiche und ihren depressiven Sprechgesang veröffentlicht. Ihr Nonsens trifft in den Nuller-Jahren den Nerv des Publikums, das angesichts der sonst vorherrschenden Comedy-Schwemme dieser Zeit angewidert die Augen verdreht.

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Trotz ihres Anarcho-Humors erstaunliche Solokarrieren als Musiker und Buchautoren hingelegt. Inzwischen verdingen sie sich sogar als Theater-Regisseure. In Hamburg läuft in dieser Spielzeit das Musical “Rust – Ein deutscher Messias”, in dem sie sich – inspiriert vom Roten Platz-Flieger Matthias Rust – an der teutonischen Lust des Abhebens abarbeiten.

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Auch “Wem gehört das Licht” nach dem Erfolgsroman von Heinz Strunks “Fleisch ist mein Gemüse” und “Dorfpunks” nach dem gleichnamigen Bestseller von Rocko Schamoni liefen am Hamburger Schauspiel-Haus. Mehr als 30.000 Zuschauer haben sich das angesehen. Das heißt: Studio Braun wird für seinen Schwachsinn auch noch belohnt. Derzeit proben sie am Deutschen Theater Berlin für ihr musikalisches Charles-Bronson-Projekt “Fahr zur Hölle Ingo Sachs“. Es gehe um Hierarchie, Druck und Kultur, erklären sie vorab. Natürlich spielen sie selbst mit, sie brauchen einander ja auch, schon aus sportlichen Gründen, heißt es einvernehmlich. Begleitet werden sie von 16 Musikern, die die Studio Braun-Songs nach Serge Gainsbourg oder Charles Aznavour klingen lassen – und das haben sie sich schon immer gewünscht.

Info:
Fahr zu Hölle Ingo Sachs Premiere 18.11.2011 Deutsches Theater Berlin



 

 

16.11.2011

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