Trondheim Calling (Bild: Melanie Gollin)
Trondheim Calling (Bild: Melanie Gollin)

Trondheim Calling | Auslandsspionage Spezial

▷ Letzte Änderung: 2016-02-14
By Diana Hagenberg [FluxFM] |
Im Radio:
10. Februar 2016, 19 Uhr
14. Februar 2016, 18 Uhr
Norwegische Newcomer – das war los beim Trondheim Calling 2016

Massenhaft Schnee, lauter Berge und unglaublich viel gute Musik: Willkommen in Norwegen! Damit all die neuen Bands, die das Land zu bieten hat, in der ganzen Welt Gehör finden, veranstalten die Skandinavier regelmäßig Showcase-Festivals und laden Booker, Promoter und Journalisten ein. Deren Aufgabe ist es dann, die Hits zu den Hörern zu bringen.

Aus diesem Grund war Melanie Gollin aus der FluxFM-Musikredaktion am Wochenende beim Trondheim Calling – und eine kleine Empfehlungsrunde norwegischer Pophoffnungen für euch zusammengestellt, die sie in der Auslandsspionage Spezial auch im Radio vorspielt.


Tellef Raabe

Alle machen verliebte Geräusche, wenn sie Tellef Raabe sehen, denn er sieht ganz gut aus. Wenn der 24-Jährige den Mund zum Singen aufmacht, dann sind alle noch verliebter – die tiefe Stimme klingt angenehm kuschelig im Ohr. Gute Melodien hat der junge Mann auch noch – wir sehen also nicht, was hier einer Karriere im Weg stehen sollte. Ein bisschen mehr Bühnenerfahrung wird dem Norweger gut tun, aber dann wird das was. Demnächst erscheint sein neues Album Idiographic. Die erste Single namens Flying On The Ground ist jedenfalls ein Hit.


 

Ary

Die Zeichen stehen auf 90er, das sollte euch bei den vielen bauchfreien Tops momentan aufgefallen sein. Auch Ary trägt gern kurze Shirts und bedient sich auch sonst am Technojahrzehnt. Mit 21 Jahren hat die Trondheimerin bereits die Tastemaker auf sich aufmerksam gemacht: Stylisch, multiinstrumentell, stimmlich begabt und mit großen Hooks. Im Zuge der starken Popfrauen, die Skandinavien gerade hervorbringt, wird sie sicher bald von sich hören machen. In Norwegen handelt man sie als neue Aurora.


 

DAGNY

Aus Tromsø kommt Dagny und wir haben uns sagen lassen, dass ihr Song Backbeat in ihrem Heimatland schon in jedem H&M läuft. Das ist einfach ganz sorgenfreier Pop ohne große Ansprüche. Das kann man schon mal machen. Nur auf Play drücken, wenn ihr das die nächsten zwölf Tage im Kopf haben wollt (Ernsthaft, das frisst sich sofort ganz tief rein.).


 

Siv Jakobsen

Als alternative Singer/Songwriterin konnte Siv Jakobsen schon Vergleiche mit Ane Brun und Laura Marling einstecken. Das macht sie aber auch gut mit ihren wunderschönen, zarten kleinen Popsongs. Gut, dass wir zufällig im Hotel mit ihr Fahrstuhl gefahren sind, sonst hätten wir sie vielleicht verpasst.


 

Gundelach

Gundelach war eine der Bands, für die es die meisten Empfehlungen gab, sie auf keinen Fall zu verpassen. Schöner Synthie-Goth-Pop für Fans von Knöpfchendrückern wie SOHN. Die Single Spiders wurde von Pharrell Williams persönlich für dessen eigene Radioshow ausgewählt. Da kann man schon stolz drauf sein.


 

Snøskred

Auf deutsch bedeutet das Lawine. Ungefähr so sind auch die Leute in den kleinen Klub geströmt, in dem Snøskred gespielt haben. Handwerklich ist das gut, allerdings klingen die vier Trondheimer ständig wie bereits existierende Bands (Pavement, The Cure…). Wir wollten ein bisschen mehr Profil empfehlen, haben dann aber erfahren, dass die Band mal mehr Profil hatte – damit aber keinen Erfolg. Gelten außerdem bei norwegischen Promotern als Band mit den schönsten Haaren.


 

Intertwine

Harmlos, aber schön: Das Projekt von Tarjei Zakarias Ekelund hat wahrscheinlich deshalb live gut funktioniert, weil wir ihn in einer alten, dunklen Kirche gesehen haben. Dort konnte sich der Elektronicpop von Intertwine gut Platz machen. Das besondere ist hier die Trompete, die in jedem Stück eine Rolle spielt. Und wer kann sich schon gegen Trompeten wehren? Niemand. Trompeten sind super.


 

Dråpe

Dråpe hat schon öfter in Berlin gespielt, seit neuestem fungieren sie aber ohne Sängerin. Man sagt, das hätte sie besser gemacht (sorry, Sängerin!). So oder so, poppig und psychedelisch und so ein Bandname mit Kreis-A macht eh was her.


 

Rick Ashtray

Na, kichert ihr schon? Kann man, bei dem Namen Rick Ashtray. Während viele nordische Bands oft ernst rüberkommen, ist dieses Garagenrock-Ensemble einfach nur Spaß (dementsprechend sehen sie auch aus). Debütalbum ist gerade erschienen, trotzdem haben die Jungs gerade mal 187 Facebooklikes. Kann daran liegen, dass sie nirgendwo im Internet zu finden sind und auch auf gängigen Musikstreamingplattformen nicht auftauchen. Schade. Wie sagt man „Ändert das mal!“ auf Norwegisch?

Musikredaktion

Melanie Gollin
Musikredaktion & Programmplanung,
entdeckt neue Musik und kann super Kuchen.

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