Tic Tac Toe (Foto: Pressebild)
Tic Tac Toe (Foto: Pressebild)

20 Jahre Tic Tac Toe-Pressekonferenz | Listomania

▷ Letzte Änderung: 2017-11-21
By Nina [FluxFM] |

„Wenn wir Freunde wären, dann würdest du so einen Scheiß überhaupt nicht machen! Du machst uns alles kaputt! Das schwöre ich!“ Diese Sätze dürften noch in so einigen Köpfen nachhallen. Ausgesprochen wurden sie auf einer legendären Pressekonferenz, die am 21. November vor genau 20 Jahren stattfand.

Worum gings? Die Girl Group Tic Tac Toe löste sich auf. Tränenreich, lautstark und mit viel Medienrummel. Das eigentlich Tragische daran: 20 Jahre später erinnern wir uns mehr an diese Pressekonferenz als an die Band und ihr Schaffen. Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, hat FluxFM-Redakteurin Jasmin Kröger Archive durchforstet und eine Liste mit 5 Dingen zusammengestellt, die wir über Tic Tac Toe nicht wussten – oder möglicherweise vergessen haben.

 

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Punkt 5 – Die Legende

Laut ihrer Plattenfirma werden Tic Tac Toe 1995 auf einem Hip-Hop-Wettbewerb im Ruhrgebiet entdeckt. Nur eine einzige Frau ist im Contest vetreten: Es ist Lee. Spontan springen Ricky und Jazzy aus dem Publikum auf die Bühne, rappen mit Lee im Trio und hauen alle vom Hocker. Tic Tac Toe is born und die Drei bekommen einen Plattenvertrag. Heute wissen wir: Die Geschichte ist eine freie Erfindung ihrer Managerin Claudia Wolfram, die sich in den 90ern in den Kopf setzte eine authentische Girl Group auf den Markt zu bringen, die kein Blatt vor den Mund nimmt.


Punkt 4 – Die Namen

…sind auch nicht echt. Beziehungsweise unterliegen dem Gesetz der künstlerischen Freiheit. Ohne Frage: Ricky, Jazzy, Lee – das klingt nach Ghetto-Girls, die als coole Kids in der letzten Busreihe sitzen. Liane Claudia Wiegelmann, Marlene Victoria Tackenberg und Ricarda Priscilla Wältken, so die bürgerlichen Namen der Drei, sitzen wohl eher in der ersten Reihe neben dem Klassenlehrer.


Punkt 3 – Rickys Popsofa

Postruhm erhält Bandmitglied Ricky… ähh Ricarda Priscilla Wältken durch Comedian Anke Engelke. Diese parodiert in der Satiresendung Die Wochenshow jahrelang Ricky in dem Format Rickys Popsofa. Und zugegeben: Die Ähnlichkeit ist verblüffend.


Punkt 2 – Tacheles

Oft wurde ignoriert, dass die Band nicht nur sprachlich sondern auch thematisch die Musiklandschaft auf den Kopf stellte. Mutig und ohne Pardon singen sie über Verhütung, Missbrauch und Selbstmord und beeinflussen damit eine ganze Generation von Mädchen. Sie liefern den passenden Soundtrack, um den Macho an der Bar loszuwerden (Hey Mr. Wichtig), oder den Typen, der sich weigert ein Kondom zu benutzen (Raus aus meinem Bett). Damit sind sie einigen im Musikbiz ein Dorn im Auge. Was uns zu Punkt 1 führt:


Punkt 1 – Der Hit

Ich find dich scheiße – 1995 hat Tic Tac Toe mit diesem Lied ihren Durchbruch. 22 Wochen hält sich der Song in den deutschen Singlecharts. Was kaum einer weiß: Der Text sollte eigentlich in letzter Sekunde geändert werden. Die Plattenfirma bekam regelrecht Schiss und schlug den Mädels vor, statt „scheiße“ „klasse“ zu singen. Die FluxFM-Hausband hat das einmal ausprobiert: Ihr Fazit: Hätten die Mädels „klasse“ gesungen, wäre das vielleicht vor 20 Jahren anders ausgegangen. Und das wäre nun wirklich schade.

Redaktion

Jasmin Kröger
Spezialgebiet: Bieryoga, Cher und Milchalternativen

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