Foto: Unsplash / Jon Tyson
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40 Jahre Walkman | Listomania

▷ Letzte Änderung: 2019-07-03
By Lena Mempel |

Am 1. Juli 1979 landet der erste Walkman von SONY in den Läden und startet eine Musikrevolution. Eine ganze Generation läuft nur noch mit Bügelkopfhörern durch die Straßen und hört den eigenen Soundtrack. Bis heute gibt es über 100 Varianten, zum Beispiel mit Solarstrom , wasserdicht oder mit zwei Kopfhörerbuchsen, um zusammen Musik zu hören. FluxFM-Redakteurin Lena Mempel gratuliert dem kleinen Kassettenspieler mit fünf kuriosen Fakten zum Geburtstag.



Punkt 5: Rettungsversuch

Angefangen hat alles mit einer katastrophalen Fehlinvestition von SONY, den Betmax-Tapes, eine Alternative zur Video-Kassette. Allerdings kommt der große Durchbruch nie – und der Druck auf Chef Akio Morita steigt. Als er den ersten Prototyp des Walkmans in den Händen hält, wittert Morita den großen Coup. Und er liegt goldrichtig, denn der kleine Kasten holt seine Firma nicht nur aus den roten Zahlen, sondern macht sie auch zur hippsten Marke der 80er.

Punkt 4: Namenschaos

Walkman, eine merkwürdige Wortneuschöpfung von SONY Japan, wird vom Ableger in Amerika sofort abgelehnt. Stattdessen taufen sie den Kassettenspieler kurz SONY Disco Jogger, angelehnt an wild-glitzernde Disconächte und Jogging in bunten Polyester-Sportklamotten, die Top-Trends der 80er. Letztendlich setzt sich Walkman aber überall durch und landet sogar im Duden.

Punkt 3: Klassik, Baby!

Die Erfindung des Walkmans verdanken wir tatsächlich Beethoven. Masaru Ibuka, Mitgründer von SONY, vermisst auf langen Flügen in die USA seine geliebte Neunte Symphonie. Seine zündende Idee ist ein tragbarer Musikspieler. Für die Ingenieure von SONY ein leichtes Spiel und am 1. Juli 1979 geht der erste blau-silbrige Walkman über die Ladentheke.

Punkt 2: Bye Bye, Vinyl

Vier Jahre, nachdem der Walkman das Musikhören revolutioniert, krempelt das Gerät mit den großen Knöpfen auch die Musikindustrie um: Plötzlich sind Tapes das Top-Format. Die quietschenden Plastikhüllen mit schlichten schwarzen oder schneeweißen Kassetten eröffnen endlose Möglichkeiten Songs mitzuscheiden und Mixtapes zu basteln. Außerdem geht auf die Magnetbänder doppelt so viel Musik wie auf eine Vinyl-LP.

Punkt 1: Der Walkman-Effekt

Das Konzept bezeichnet die Strategie, sich von seiner Umwelt abzugrenzen, indem wir uns in unsere ganz persönliche Lieblingsmusik einmuckeln. Geprägt hat den Begriff der japanischen Soziologe Shuhei Hosokawa. Er beobachtet schon 1984, wie der Walkman das Stadtbild und die Interaktion der Menschen verändert. Inzwischen haben Smartphones und Tablets den Walkman überholt. Trotzdem, er war ein Pionier, und auch wenn es den kleinen Kasten heute nicht mehr gibt: Thank you for the Music!

Wortredaktion

Lena Mempel
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Spezialgebiet: Stil, Stadtleben, Popkultur, Crowdfundings – und verganer russischer Zupfkuchen”

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