(Foto: Sophie Euler)
(Foto: Sophie Euler)

5 aussterbende Hipster-Varianten | Listomania

▷ Letzte Änderung: 2017-01-17
By Raoul [FluxFM] |

Daniel Meinel aus der Musikredaktion blickt für unsere No Future-Woche in dieser Listomania auf ein Subkulturphänomen, das seit Jahren Bücher und Feuilletons beschäftigt. Und das schon zig mal für tot und wieder auferstanden erklärt worden ist: Der Hipster.

Ein schwammiger und nichtssagender Begriff, der alles und jeden meint. Aber auch der Hipster hat sich weiterentwickelt, ist auf Trends aufgesprungen und hat eigene Trends hervorgebracht. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Hipster-Arten, aber auch welche, die wieder verschwinden dürfen.


LISTOMANIA: 5 aussterbende Hipster-Varianten

Punk, Popper oder Gothic? Zu welcher Jugendbewegung man gehörte, konnte früher schnell nach kurzer Recherche in der Bravo geklärt werden. Auf den nächtlichen Streifzügen durch Kreuzberg, Friedrichshain oder Neukölln begegnen wir heute aber unzähligen undefinierbaren Gestalten. Zeit, Licht ins Dunkle zu bringen und zu sagen, welche Hipster-Varianten 2017 gerne für immer verschwinden können.

PLATZ 5: Der Health-Goth

Zwei Mikrokosmen, die mal gar nicht zusammen passen: Auf der einen Seite die Solarium-gebräunten Fitnessjünger, auf der andern die bleichen Gothic-Gestalten. Der melancholisch-stilbewusste Goth achtet jetzt aber auch auf seinen BMI, seinen Blutdruck und die Cholesterinwerte.

Der Health-Goth joggt mit Fitnesstracker durch die Stadt und sieht dabei aus wie der personifizierte Tod. Schwarze Leggings und Turnschuhe werden bei den Gesundheits-Gruftis mit Pentagram-Shirts und Teufelshörnern kombiniert. Clean Chic trifft Death Metal trifft Power Yoga.

PLATZ 4: Der Hardcore-Normale – kurz Normcore

Mehr als Unisex geht nicht? Denkste! Kastenförmige Sweatshearts oder Kapuzenpullis und unförmige Jeans, Hauptsache unifarben. Accessoires sind verpönt. Wer normcore, also hardcore normal ist, hebt sich nicht von der Masse ab, er oder sie verschwindet in ihr.

Der Normcore-Anhänger ist der Gegenentwurf zum Hipster, der mit seinen exzentrischen Brillen, Fliegen und Hosenträgen möglichst auffallen will. Wer Normcore trägt, gibt zumindest vor, nicht die eigene Individualität zu betonen und tut es vielleicht gerade deshalb irgendwie doch.

PLATZ 3: Der Yucci

Was kommt raus, wenn man einen Hipster mit einem Yuppie kreuzt? Genau: Ein Yucci. Schnell reich werden und die kreative Autonomie bewahren – das ist der absolute Yucci-Traum. Die Young Urban Creatives hängen zwar noch immer an den Insignien des Hipsters, haben aber mehr Geld. Und vielleicht auch einen Plan, was sie eigentlich mit ihren Leben anfangen wollen.

Klingt wie ein Hipster 2.0. Wer oder was genau sind aber Yuccis denn jetzt?! Der spießige Ex-Finanzangestellte zum Beispiel, der jetzt ein StartUp für Musikfestivals führt, der MBA-Absolvent, der zum E-Commerce für Nischen-Männerkleidung wechselt, und nicht zuletzt der Anwalt, der jetzt Craft-Bier braut. Sie alle sind Yuccis.

PLATZ 2: Der Sea-Punk

Der Sea-Punk ist bunter als der Punk. Er lebt in einer Glitzer-Unterwasserwelt, einem Regenbogenreich, das von Einhörnern regiert wird. Zumindest sieht er so aus. Mit Punk hat das ganze also relativ wenig zu tun.

Neon Nixen mit aquamaringefärbten Haaren, die 90er-Jahre-Tattoo-Ketten, Plastik-Schnuller und türkise Sonnenbrillen tragen. Von allen Hipster-Alternativen ist der Sea-Punk zwar der absurdeste, aber wahrscheinlich auch der harmloseste.

Im Gegensatz zu ihm hier:

PLATZ 1: Der Nipster, der Nazi-Hipster

Sie kochen vegan, trinken Mate und schwadronieren nebenbei was von Hitler und dem neudeutschen Reich. Genau die gleichen beschissenen Parolen, nur fancy verpackt in Jutebeuteln, Beanie und Holzfällerhemd – der Nipster. Eine Mischung aus Nazi und Hipster.

Und den Rechten gefällt diese Bezeichnung scheinbar so gut, dass sie inzwischen von ihr übernommen wurde. Der Wolf im Schafspelz will in den Mainstream und postet im Netz Fotos von Mate-Flaschen und Sneakers – und daneben liegt ganz lässig ein Stapel Nazipropaganda. Unangefochten und mit weitem Abstand an der Spitze der Hipster-Abarten, die besser jetzt als gleich ruhig wieder verschwinden können: Der Nipster.

Musikredaktion

Daniel Meinel
Spezialgebiet: Interviews, Texte & Snackbär-Wachmann

… zum Profil

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.