Stadtbienen.org - Foto: Jan-Henrik Dobers

Aktion Stadtbienen: Ab in die BienenBox!

▷ Letzte Änderung: 2014-06-18
By Diana Hagenberg [FluxFM] |

Viele Menschen haben auf dem eigenen Balkon schon lange nicht mehr nur bunte Blumen, sondern auch Gemüse! Tomaten und Bohnen aus eigener Ernte schmecken ja auch bekanntlich am besten. Ihr könnt aber nicht nur Nutzpflanzen auf dem Balkon haben, sondern auch Nutztiere – sprich: Bienen halten! Und eigenen Honig ernten! Warum Bienenhaltung auf dem Balkon sogar ziemlich wichtig ist, verrät euch Jessica Neumayer.


Kein Autolärm, frische Luft, duftende Blumen: hach ja, das Landleben… Doch während viele Menschen vom Häuschen im Grünen träumen ziehen Bienen lieber in die Stadt. Schuld sind Monokulturen und Pestizide, die die Blumenvielfalt verringern und die natürliche Nahrungsquelle der Bienen rauben. Ganz anders ist das in der Stadt, sagt Max Riedel von der Aktion Stadtbienen:

„Hier werden ein paar Bäume behandelt, aber ansonsten ist es in der Stadt pestizidfrei und die Bienen kriegen aus Parks, von Balkonen und Schrebergärtensiedlungen und so weiter ein großes Angebot, so dass sie immer genug Nahrungsquellen zur Verfügung haben.“

Bei ihrer Urbanisierung können Städter die Bienen unterstützen und ihnen direkt vor der eigenen Balkontür ein Stadtapartment bauen. Dafür reicht eine Box, nicht größer als ein Blumenkasten, ein wärmeisolierter Deckel, ein Fließ und ein paar Holzrahmen für die Waben – so genannte Riemchen. Das passende Bienenvolk gibt es dann vom Imker des Vertrauens. Max Riedel:

„Wenn man einen Schwarm hat, dann wirft man den Schwarm in die Kiste, schiebt die Riemchen zusammen, macht den Deckel obendrauf und wartet. Dann sind die Bienen mit der Königin in der Kiste und fangen an ihr Nest zu bauen.“

Ein Jahr Eingewöhnungszeit sollte der Hobbyimker den Bienen bis zur ersten Honig-Ernte gönnen. Dann aber produzieren sie fast 30kg Honig im Jahr – während man selbst maximal 3-5 Stunden im Monat in ihre Pflege investiert. Aber auch nur im Sommer. Und keine Sorge: Ein Bienenkasten vor dem Balkon bedeutet nicht, dass dieser zur Sperrzone wird. Max Riedel erklärt:

„Die Biene an sich ist eigentlich ein sehr sanftmütiges Tier. Sie will eigentlich nur Sammeln gehen und hat dabei auch relativ direkte Wege, nicht wie eine Wespe, die auf Zucker geht. Eine Biene interessiert das überhaupt gar nicht. Sie will nur ihren Nektar aus den Blüten holen.“

Da Bienen stets dieselbe Anflugbahn haben, verirren sie sich auch nur selten in Wohnungen. Um Erlaubnis fragen muss man Vermieter oder Nachbarn übrigens nicht. Die Bienenhaltung auf dem Balkon ist eine rechtliche Grauzone. Wer es sich nicht mit der Nachbarschaft verderben will, sollte sie dennoch informieren – und vielleicht hin und wieder ein kleines Glas Honig vorbeibringen.

Auf stadtbienen.org könnt ihr euch die Bienenkästen für den Balkon anschauen, bestellen und natürlich noch jede Menge weitere Informationen über Bienen und Hobbyimker in eurer Nähe bekommen.

Redaktion

Jessica Neumayer
Spezialgebiet: Stadtleben, Aktuelles und alles, was sonst noch so anfällt.

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