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an.schläge | Krautfunding

▷ Letzte Änderung: 2018-04-06
By Nina [FluxFM] |

Name: an.schläge
Funktion: Unabhängigkeit von staatlicher Förderung
Krautfunding: anschlaege.eu
Finanzierungszeitraum: bis 16. April 2018

Seit stolzen 35 Jahren gibt es mittlerweile schon das feministische Magazin an.schläge aus Wien. Trotzdem gibt es gerade nicht nur Grund zu feiern, denn die Zeitschrift steht vor einer ungewissen Zukunft. Warum das so ist, hat FluxFM-Redakteurin Nina Maul zusammengefasst.
 


In den Anfangstagen nahm das österreichische Magazin noch auf Kofferschreibmaschinen das Patriarchat auseinander. Heute, 35 Jahre später, ist ihr Vorhaben relevanter denn je: an.schläge – ein Angriff auf männlich dominierte Machtstrukturen. Lea Susemichel, Leiterin der Redaktion, erzählt:

„Wir verstehen uns grundsätzlich als politisches Magazin, das tatsächlich sämtliche gesellschaftspolitischen und kulturellen Themen analysiert und beleuchtet aus einem feministischem Blickwinkel. Weil wir zutiefst davon überzeugt sind, dass es kein Thema gibt, das nicht auch ein feministisches Thema ist.“

Neben den sogenannten „Frauenthemen“ wie die Einkommensschere, Gewalt gegen Frauen oder Abtreibungsrecht ist es ihnen deshalb wichtig auch eine feministische Analyse aller anderen Themen zu bieten. Das macht sie einzigartig in Österreich. „Weil es sonst andere Medien überhaupt nicht tun,“ wie Lea erzählt.

 

Die finanzielle Lage der an.schläge war von Anfang an prekär. Ohne ehrenamtliche Mitarbeit und Mehrarbeit der Redakteur*innen würde es die Zeitschrift schon lange nicht mehr geben. Die Finanzierung erfolgt hauptsächlich durch Abonnements. In Österreich werden auch Printmedien staatlich subventioniert – mit finanzieller Förderung vom Frauenministerium und der Frauenabteilung der Stadt Wien kann sich das Magazin deshalb über Wasser halten. Doch durch den Regierungswechsel Ende letzten Jahres könnte damit bald Schluss sein:

„In Oberösterreich gibt’s schon ne schwarz-blaue Landesregierung, dort wurden jetzt mehreren feministischen Vereinen die Förderung gestrichen, also das lässt alles überhaupt nichts Gutes erwarten. Ich denke, die rechtskonservative Regierung ist tatsächlich für ganz viele Menschen auf ganz vielen Ebenen schlimm, aber frauenpolitisch ist sie eben auch fatal.“

Sie sprechen aus Erfahrung: Anfang der 2000er stellten ÖVP und FPÖ schon einmal die Regierung – dem Magazin wurde damals die Förderung entzogen. Lea Susemichel und die an.schläge-Redaktion haben deshalb eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um eine stabile Grundlage zu schaffen – unabhängig von staatlicher Förderung.

„Wir brauchen insgesamt 666 neue Abos tatsächlich. Es wäre wahrscheinlich so, wenn wir weniger Budget haben, dass wir dann einzelne Ausgaben einsparen müssten, was dann womöglich dazu führen würde, dass wir Abonennt*innen verlieren, was ’ne Abwärtsspirale in Gang setzen würde, die sicher nicht gut wäre.“

Save The World With Feminism ist der aktuelle Wahlspruch des Magazins. Mit ihrer Arbeit haben die an.schläge den feministischen Diskurs im deutschsprachigen Raum in den letzten 35 Jahren maßgeblich vorangetrieben und immer eine kritische Gegenposition geliefert. Vor allem in Zeiten, in denen europaweit rechtsextreme Kräfte erstarken, würde das Ende des Magazins eine klaffende Lücke hinterlassen.

 

Ein Jahresabo der an.schläge gibt’s schon für 38 Euro. FluxFM verlost zusätzlich ein paar Abos. Schreibt dazu einfach eine Mail an win@fluxfm.de mit dem Betreff „Anschläge“, eurem Namen und eurer Adresse. Viel Glück (>> AGB)!

Wenn ihr ein Crowdfunding-Projekt kennt, das wir hier auch einmal vorstellen sollen, oder vielleicht selbst eines gestartet habt, dann meldet euch bei uns. Am besten per Mail an krautfunding@fluxfm.de, dann landet es direkt beim Richtigen. Habt bitte Verständnis dafür, dass wir aufgrund der vielen Einsendungen nicht alle Projekte vorstellen können.

Onlineredaktion

Nina Maul
Spezialgebiet: Riot Radio, Club Mate Konsum & Angry Feminist

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