Die Gründer von Exclamo: Kai Lanz, Jan Wilhelm und Julius deGruyter (Foto: Kai Lanz)
Die Gründer von Exclamo: Kai Lanz, Jan Wilhelm und Julius deGruyter (Foto: Kai Lanz)

Anti-Mobbing-App Exclamo | Krautfunding

▷ Letzte Änderung: 2019-02-14
By Lena Mempel |

Name: Exclamo
Funktion: App-Crowdfunding
Krautfunding: Exclamo auf Go fund Me


Hänseleien, Streit, Ausgrenzung: Jeder sechste Teenager in Deutschland ist regelmäßig Opfer von Mobbing. Drei Berliner Schüler haben einen Lösungsvorschlag – brauchen aber noch ein bisschen Starthilfe. FluxFM-Redakteurin Lena Mempel sagt euch wie.



Schulen, an denen alle respektvoll behandelt werden: Das ist die Vision von Kai Lanz, Jan Wilhelm und Julius deGruyter. Drei Schüler aus Tiergarten, gerade in der Abiphase. Mobbing ist immer noch ein Tabuthema. Es sollte leichter werden, darüber zu reden, sagt Kai:

Das Hauptproblem ist unserer Meinung nach die hohe Hemmschwelle für Opfer sich zu melden. Genau das wollten wir ändern. Und da das Handy natürlich der Alltagsgegenstand Nummer Eins von Schülern ist, dachten wir das die App ein sehr gutes Format ist.

Exclamo funktioniert auf allen digitalen Geräten. Die Idee: Jeder Lehrer, jeder Schüler hat einen Account – und kann so einfach und anonym Probleme ansprechen:

Die Hauptfunktion ist, dass sie neue Fälle erstellen können und so auch anonyme Nachrichten an ihre Lehrer schreiben können. Es können aber auch Schulsozialarbeiter, Schulseelsorger oder – sofern sie dafür ausgebildet sind, ältere Schüler sein. Dann öffnet sich ein Chatfenster und man kann einfach schreiben. Ziel ist es dann im Prozess, im Vertrauen aufbauen einen persönliches Treffen in die Wege zu leiten.

Für ihr Herzensprojekt haben die drei geforscht, Preise abgeräumt und stehen jetzt – mit 17 — kurz vor der Gründung ihrer eigenen Firma. Sie sagen: Exclamo könnte viele Probleme auf einen Schlag lösen. Die Jungs haben ihre Idee bereits dem Bundesbildungsministerium und dem Berliner Senat vorgestellt – bisher ohne Erfolg. Deshalb läuft für Exclamo jetzt ein Crowdfunding auf go fund me:

Wir haben natürlich laufende Kosten für den Betrieb der App aber auch für Entwicklung der Android-App, die wir noch nicht selbst programmieren können. Bisher haben wir alle Kosten, die angefallen sind, von unserem persönlichen Taschengeld bezahlt. Das Budget ist dann als Schüler natürlich nicht grade hoch.

15.000 Euro brauchen sie für den Launch der App zum Start des neuen Schuljahres im August. Kai, Jan und Julius träumen aber noch viel weiter:

Wir wollen außerdem auf lange Sicht, dass auch Unternehmen Exclamo nutzen können. Das sollte man nicht unterschätzen: Es hört nicht nach der Schule auf. Es gibt auch in Unternehmen noch Mobbing, vor allem in großen Unternehmen wo die Übersicht nicht so gut ist.

Für ihr Projekt haben die Berliner mit vielen Mobbingopfern gesprochen: Zwei Drittel von ihnen sagen: Exclamo hätte ihnen geholfen.

 

Wenn ihr ein Crowdfunding-Projekt kennt, das wir hier auch einmal vorstellen sollen, oder vielleicht selbst eines gestartet habt, dann meldet euch bei uns. Am besten per Mail an krautfunding@fluxfm.de, dann landet es direkt beim Richtigen. Habt bitte Verständnis dafür, dass wir aufgrund der vielen Einsendungen nicht alle Projekte vorstellen können.

Wortredaktion

Lena Mempel
Wortredaktion
Spezialgebiet: Stil, Stadtleben, Popkultur, Crowdfundings – und verganer russischer Zupfkuchen”

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