Babylon Berlin - Im MOKA EFTI (Bild: Frédéric Batier / X Filme 2017 )
Im MOKA EFTI (Bild: Frédéric Batier / X Filme 2017 )

Babylon Berlin | Breitbild

▷ Letzte Änderung: 2017-10-13
By Konstantin [FluxFM] |

40 Millionen Euro – so viel hat die Serie „Babylon Berlin“ gekostet. Damit ist es die teuerste deutsche Serienproduktion aller Zeiten und stößt in Dimensionen vor, die man bisher nur von US-Serien kannte. Vor dem Start am 13. Oktober bei Sky konnten wir vorab einen Blick auf die ersten Episoden der Serie werfen. Unsere Serien-Kritik.

Achtung: Im Beitrag werden Ereignisse erwähnt, die von manchen Zuschauern als Spoiler verstanden werden können.

Die Kritik von Ron Stoklas gibt es hier zum Nachhören:

Deutsche Geschichte mal anders

Nazis und 2. Weltkrieg, DDR- und Wende-Zeit – Epochen der deutschen Geschichte, der sich Serien und Filme mit Vorliebe widmen. „Babylon Berlin“ macht es anders – und um es direkt zu sagen: „Babylon Berlin“ macht es gut. Sehr gut sogar.

Die Serie schickt ihre Zuschauer in die Weimarer Republik, ins Jahr 1929. Im Mittelpunkt steht Polizei-Kommissar Gereon Rath (Volker Bruch). Der kommt aus Köln und muss für einen pikanten Fall nach Berlin. Sein oberster Vorgesetzter Konrad Adenauer, der damalige Bürgermeister von Köln, wird erpresst. Der Auftrag unterliegt verständlicherweise höchster Geheimhaltung. Ein Umstand, der jedoch auch zu Misstrauen führt, beispielsweise bei seinem Berliner Partner Wolter (Peter Kurth).

Sittengemälde der 20er Jahre

Gangster, Nachkriegstraumata und Extremismus prägten die Epoche ähnlich wie exzessive Partys mit Alkohol, Sex und Drogen. Diese Parallelwelten fängt die Serie perfekt ein. Auf dekadent-wilde Partys mit Champagner-Pyramiden und zügelosen SM-Orgien, folgen Bilder von blutig niedergeschlagenen Demonstrationen. Bourgeoisie und Proletariat – der Schmelztiegel Berlin im Jahr 1929 lässt sie aufeinanderprallen.

Ein Sinnbild dieser facettenreichen Zeit ist Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries). Tagsüber als Stenotypistin im Morddezernat angestellt, schafft sie nachts in den Katakomben des Moka Efti an der Friedrichstraße im Fetischlook an. Aufgrund ihrer selbstbewussten und selbstbestimmten Art eckt „Lotte“ dadurch auch bei ihren Mitmenschen an.

Romanvorlage lose adaptiert

Ohne aufgesetzt zu wirken, gelingt es ein Netz aus Intrigen zu spinnen, wie es sonst nur die besten US-Serien schaffen. Verantwortlich dafür ist das Trio Tom Tykwer, Hendrik Handloegten und Achim von Borris. Sie waren sowohl für Regie als auch Drehbuch verantwortlich. Als Vorlage diente ihnen die Kriminalromanreihe von Volker Kutscher. Die Geschichte selbst wurde dabei jedoch für die Serienumsetzung angepasst. Fans der Romanreihe müssen sich also auch Veränderungen einstellen.

Dazu versammelt die Serie unter anderem mit Peter Kurth, Leonie Benesch, Lars Eidinger und Hannah Herzsprung ein Starensemble deutscher Schauspieler. Natürlich nicht zu vergessen: Volker Bruch als Kommissar Gereon Rath und Liv Lisa Fries als Charlotte Ritter in den Hauptrollen.

Groß, größer, Babylon Berlin

Mit 180 Drehtagen, mehr als 300 Drehortne, knapp 5.000 Komparsen, 8,000 Quadratmetern Außenkulissen in Babelsberg und einem Budget von 40 Millionen Euro ist „Babylon Berlin“ ein Experiment der Superlative, und dazu die erste Kooperation zwischen Pay-TV und Öffentlich-Rechtlichen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mehr noch: „Babylon Berlin“ ist ein Meisterwerk – mit dem Potential als Meilenstein in die deutsche TV-Geschichte einzugehen.


Ab dem 13. Oktober werden wöchentlich immer freitags zwei Folgen von „Babylon Berlin“ bei Sky gezeigt. Bisher wurden 16 Episoden in zwei Staffeln produziert. Die Serie kann auch über die Sky-Tochterplattformen Sky Go, Sky On Demand und Sky Ticket angeguckt werden. Auf die Free-TV-Premiere muss sich vorerst noch geduldet werden. Erst Ende 2018 ist die teuerste deutsche Serienproduktion im Free-TV zu sehen. Dann im „Ersten“.


Serie: Babylon Berlin
Episoden: 16 Folgen in zwei Staffeln
Länge: ca. 45 Minuten pro Folge
Drehbuch / Regie:Tom Tykwer, Hendrik Handloegten und Achim von Borris
Cast: Volker Bruch, Liv Lisa Fries, Peter Kurth, Leonie Benesch, Lars Eidinger, Hannah Herzsprung, Benno Fürmann u. a.
Produktion: Sky Deutschland, Das Erste, X Filme, beta Verleih

Redaktion

Ron Stoklas
Wortredaktion
Spezialgebiet: Videospiele, Serien, Nerdkram und die ganz anderen Baustellen
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