Die Köpfe vom Common Ground (Foto: Aysche Wesche)

Common Ground – Das Paradies für HiFi-Bastler*innen

▷ Letzte Änderung: 2018-01-12
By Constanze [FluxFM] |

Berlin ist immer für eine Überraschung gut – das hat diese Woche Kollegin Aysche Wesche mal wieder festgestellt. Sie ist zufällig in ein kleines Ladengeschäft gestolpert und dort auf eine überaus sympathische Technik-Frickel-Gemeinschaft gestoßen…

Hier könnt ihr den Beitrag in voller Länge nachhören:


Ein kleiner Laden in der Weisestraße in Neukölln. Davor stehen Menschen mit Kaffeetassen in der Hand, im Schaufenster liegen Geräte mit unzählig vielen Knöpfen und Schrauben. Synthesizer, Marke Eigenbau. So was wie das Keyboard der elektronischen Musik. Durch drehen und spielen an den Knöpfen entsteht ein Sound bei dem Lautstärke, Tonhöhe und Klangfarbe selbst bestimmt werden können. Gebaut werden sie hier von KOMA Elektronik und verkauft im dazugehörigen Ladengeschäft: dem Common Ground.

Wir haben das Gefühl, dass die meisten elektronischen Geräte, die man so drum herum kaufen kann, die könnten so ’n bisschen mehr „sparkle“ haben.

Wouter Jaspers, Gründer von Common Ground und KOMA Elektronik. Er entwickelt, baut und verkauft die Synthesizer. Mit Sparkle, versteht sich. Das besondere Etwas ist Wouter wichtig.

Ich glaube Marshall McLuhan hat mal gesagt: „Elektrizität ist eine Ergänzung des Nervensystems“. Ich finde, jede Maschine, die man so benutzt, die muss dann auch so fühlen, die muss so eigen sein.

Im Common Ground gibt es neue und gebrauchte Synthesizer. Ein mal durch den Ladenbereich spaziert, beginnt auch schon die Werkstatt. Überall liegen einzelne Bauteile, freigelegte Platinen, Knöpfchen und Schrauben, Kabel ranken in die Luft und Computer summen vor sich hin. Aber der Werkraum ist nicht nur für ihn und sein Team gedacht. Die Tür steht immer offen.

Es ist ein Bastel-Space für Leute, um Sachen zu bauen. Elektronische Sachen. Kleine Projekte. Wir haben diese DIY-Kits hier, die man selbst zusammen bauen kann. Und reparieren natürlich. Alte Fernsehen, alte Telefone so, die kann man hier selber reparieren.

Eine voll ausgestattete Werkbank kostet 3,50 Euro die Stunde und 20 Euro am Tag. Wouter und sein Team geben gern eine kleine Starthilfe. Aber:

Du musst das selber machen, wir reparieren das nicht. Und du lernst davon und das ist am Ende, was so schön ist, glaube ich. Du kommst hier nicht nur um zu bauen, du kommst um zu lernen und andere Leute zu treffen. Das ist kind of die Idee.

Das Common Ground Team kommt aus der ganzen Welt, die meisten sind aus Passion zum Sythesizer-Frickler geworden. Wouter zum Beispiel war lange hauptberuflich Musiker, war mit Bands und als DJ unterwegs und hat sich schon damals viele Geräte selbst gebaut. Daher weiß er, was ein Synthesizer braucht. Ein wenig Learning by Doing. Und die Idee geht auf:

Ich glaube, unsere Geräte sind sehr gut für das Live-Experimentieren und Sachen ausprobieren. Auch das Mitnehmen zum Club. Wir haben das letzte Woche mal angeguckt – 90 Prozent der Resident Advisor Top 25 oder so benutzen unsere Geräte.

Nicht nur die Crème de la Crème unter den DJs kauft hier ein. Es ist viel mehr ein Treffpunkt. Es gibt DJ-Sets, Konzerte, Workshops, Vorträge und sogar eine kleine Schnapsbar.

Nicht für uns, alles für die Kunden natürlich.

Redaktion

Aysche Wesche
Wortredaktion
Spezialgebiet: Stadtleben, Politik und Kultur.
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