Datenschutz: Verschlüsselungsplattform Qabel

▷ Letzte Änderung: 2014-07-30
By Diana Hagenberg [FluxFM] |

Jeder hat ein recht auf Privatsphäre. Und das auch im Internet. Laut dem Paragraphen 110 des Telekommunikationsgesetz muss aber jede Cloud und jeder Hoster – von Emails zum Beispiel – eine Hintertür einbauen und auf Anfrage, die Daten herausgeben. Davon abgesehen, ist ja auch bekannt, dass private Daten immer wieder abgegriffen werden können. Die Plattform Qabel hat dem Datenklau jetzt den Kampf angesagt. Dazu hat sie einen eigenen Code entwickelt, aus dem eine Software zur Verschlüsselung wird. Jetzt kann man sagen, kennt man ja, aber nicht so! Denn Qabel hat einen besonderen clou dabei entwickelt.

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Alle machen es – jeden Tag: Daten über das Internet verschicken oder private Inhalte auf einer Cloud ablegen. Wer nicht zum gläsernen Bürger werden will, der versucht seine Daten zu schützen, indem er sie verschlüsselt. Qabel-Geschäftsführer Peter Leppelt:

“Qabel ist eine Verschlüsselungsplattform, die versucht, Verschlüsselung möglichst einfach und möglichst omnipräsent zu machen. Die Idee ist, dass alle Dienste, die man im Netz verwendet, immer Ende zu Ende verschlüsselt sind, so das garantiert kein anderer mithören kann.”

Die Idee ist eigentlich gar nicht so neu. So wie bei einem guten Kabel gelangen die Daten dorthin, wo sie hin sollen – ohne, dass sie unterwegs abgegriffen werden können. Oder besser gesagt: ohne dass sie auf dem Weg verstanden werden können. Die Besonderheit von Qabel liegt nämlich darin, dass die Inhalte verschlüsselt werden, bevor sie ins Netz kommen. Peter Leppelt:

“Als Analogie aus dem echten Leben: Sie verteilen an beliebige Leute Vorhängeschlösser bzw. Schnappschlösser. Ich nehme dann so ein Schloss und mache eine Nachricht mit diesem Schloss zu und nur Sie haben den Schlüssel. Diese Nachricht kann dann überall rumschwirren und sie haben dann den Schlüssel für diese Vorhängeschlösser und können das dann bei Bedarf aufschließen.”

Will die Daten jemand auslesen, kommt ihm nur ein riesen Durcheinander an Zeichen entgegen. Und das zu entschlüsseln, dauert länger als ein Menschenleben. Aber weil nichts auf der Welt zu hundert Prozent sicher ist, hat sich Qabel entschieden, den Quellcode als Open-Source freizugeben. Heißt übersetzt: Jeder kann mitgestalten und das Programm weiterentwickeln. Trotzdem gibt es Einschränkungen. Peter Leppelt:

“Die Bösen sind nach unserer Definition Geheimdienste und das Militär. Das haben sie in den letzten Jahren ziemlich deutlich mit Nachdruck bewiesen. Es ist für uns ein Anliegen gewesen, das in die Lizenz zu integrieren. Wenn sie sich die mal durchlesen, dann werden sie genau diesen Passus finden, dass die Nutzung durch das Militär und/oder staatlichen Geheimdienste untersagt ist.”

Natürlich gibt es noch viele andere Böse, die im Internet unterwegs sind. Missbrauch der Verschlüsselungstechnik ist natürlich nie ganz auszuschließen. Peter Leppelt:

“Anderseits gibt es natürlich immer noch Möglichkeiten, durch klassische Polizeiarbeit der Kriminellen habhaft zu werden. Also sprich: Natürlich hat die Exekutive immer noch die Möglichkeit den Client zu konfiszieren – zum Beispiel ein Smartphone zu beschlagnahmen.”

Und was ist, wenn der eigene Schlüssel mal verloren gehen sollte? Peter Leppelt:

“Sobald der Schlüssel weg ist, sind auch die Daten weg. Das ist auch etwas, was der Durchschnittsmensch einfach lernen muss.”

Also immer schön auf die Schlüssel aufpassen. Aber das kennt man ja von zu Hause.


Der Name Qabel hat mehrere Bedeutungen, aber wie uns der Geschäftsführer Peter Leppelt noch verraten hat, kommt er von Qab – Ich. Das ist klinggonisch für “schlecht abzuhören”.

Noch befindet sich die Software in der Alpha-Phase, die ihr auch schon testen könnt. Um daraus aber Version 1.0 zu machen, kann das Projekt noch Unterstützung gebrauchen. Dazu könnt ihr noch bis zum 30. Juli beim Crowdfunding mitmachen. Alle Informationen findet ihr auf qabel.de.

Redaktion

Alexander Brust
Spezialgebiet: Stadtleben, Aktuelles und alles, was sonst noch so anfällt.

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