Selbermachen als Konsumkritik und nachhaltige Lebensweise: Die Make Something Week (Foto: Constanze Kaul)

DIY, Upcycling & Nachhaltigkeit | Die FluxFM Make Something Week

▷ Letzte Änderung: 2018-11-26
By Constanze [FluxFM] |
Im Radio:
26. bis 30. November 2018

Der Black Friday ist der Inbegriff von Konsum und Überfluss, denn an diesem Tag hauen Einzelhändler*innen ihre Waren zu Spottpreisen raus, um Lagerplatz für noch mehr Waren für das Wintergeschäft zu schaffen. Kaufen, kaufen und noch mehr kaufen? Halt, Stop! Wie wäre es denn mal mit Selbermachen? Das macht nicht nur Spaß, sondern ist oftmals günstiger, ressourcenschonend und umweltfreundlich. Und weil’s so schön ist, widmen wir dem Selbstmachtrend einfach direkt eine ganze Themenwoche – die Make Something Week. Damit greifen wir die Idee von Greenpeace auf, die die Make Something Week als Alternative zum Black Friday ins Leben gerufen hat. Die Aktionswoche findet gerade zum zweiten Mal statt und immer mehr Menschen sind dabei – allein in Deutschland sind es über 40 Städte. Überall auf der Welt gibt es Workshops zu DIY, Nachhaltigkeit, Umweltschutz – auch in Berlin.

Vom 26. bis 30. November berichten wir von den neuesten DIY-Trends, testen uns durch Rezepte für Kosmetika, berichten zum aktuellen Stand beim Thema Kohleausstieg, erklären euch, wie man als Musiker*in nachhaltig auf Tour geht, gehen dem Upcycling-Trend auf den Grund, und, und, und… Dazu werden wir von internationalen Partnern wie Fashion Revolution, Shareable, Fab City Global Initiative & Fab Labs community, #breakfreefromplastic und Arts Thread unterstützt.


Alle Beiträge, Interviews und Infos gibt es im Laufe der Woche hier zum Nachhören.
 

Gutes Design ist nur dann gut, wenn es auch umweltverträglich ist. Nach dieser Philosophie wird der Bundespreis Ecodesign vergeben. Am 26. November wird er bereits zum siebten Mal vom Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt und dem Internationalen Design Zentrum Berlin vergeben. Lisa Cerny vom Umweltbundesamt und zwei der nominierten Projekte – Urban Terrazzo und Shiftphone – haben vorher zum Interview vorbeigeschaut:

 

Karma-Sneaker, Hartz IV Möbel, 1qm Haus. Viele FluxFM-Hörer*innen kennen diese Sachen, denn in schöner Regelmäßigkeit taucht Architekt Van Bo Le-Mentzel im Programm auf. Er hat schon viele gute Ideen in die Tat umgesetzt und schafft es so zum Umdenken zu bewegen und auch das Leben in Städten zukunftsfähig zu machen – zum Beispiel mit seinen Tiny Houses:

 

Klimawandel stoppen, Bienen retten, die Energiewende voranbringen – einen positiven Fingerabdruck auf unserer Welt hinterlassen. Anna Schunck und Marcus Werner haben das Onlinemagazin Viertel Vor gegründet. Wie sie damit unsere schnelllebige Welt besser machen wollen, haben sie im Interview erzählt:

 

8000 Liter Wasser verbraucht ein einziger Baumwollpulli vom Anbau bis er im Laden hängt. Produziert werden die Teile in Ländern wie Bangladesch, wo sowieso Wasserknappheit herrscht. Genau das will das Berliner Modelabel Blue Ben mit einem Sweatshirt ändern. Dafür braucht das Team aber noch ein bisschen Starthilfe. FluxFM-Redakteurin Lena Mempel stellt euch die Crowdfunding-Kampagne vor:

 

Nachhaltig leben fällt gar nicht schwer, wenn man es eh nicht anders kennt. Deshalb gibt es in Kreuzberg eine kleine Kita, die den Kindern seit 10 Jahren den richtigen Umgang mit Nahrungsmitteln, Bastelmaterial oder Farben, sowie Mülltrennung beibringt. Kollegin Lena Mempel hat die Kita besucht und dort mal nachgehört, wie sich dieses Umweltbewusstsein im Umgang mit den Kleinsten umsetzen lässt:

 

Zero-Waste Beraterin, Bloggerin und Vegan Queen. Sophia Hoffmann ist nicht nur ein Multitalent, sondern in erster Linie eines: Köchin. Im Interview hat sie mehr erzählt, wie man nachhaltiger kochen kann:


 

Petitionen der Woche

Gemüse Retten – Obst und Gemüse im Schönheitswahn
Mut zur Hässlichkeit, fordert Kommunikationsdesignerin Maria Möller. 50 Milliarden Tonnen Obst und Gemüse werden in Europa jährlich weggeschmissen, weil sie nicht schön genug sind. Maria sagt: Schluss mit der Lebensmittelverschwendung! Mit ihrer Petition an Rewe, Aldi, Lidl und Edeka will sie krumme Gurken, knorrige Radieschen und fleckige Bananen zurück in die Supermarktregale holen. Fast 120.000 Menschen unterstüzen sie dabei schon auf change.org – auch ihr könnt unterschreiben.

Schluss mit Mikroplastik
Zahncreme, Peeling, Waschgel: Unsere tägliche Körperpflege enthält Mikroplastik. Über den Abfluss gelangt das ins Grundwasser und von dort aus in die Meere, Seen und Flüsse. Tiere halten die Teilchen für Nahrung – und am Ende liegts als Fischstäbchen auf unserem Teller. Ein gefährlicher Kreislauf, den der Verein Plastic Control mit einem Verbot von Mikroplastik durchbrechen will. Ihre Petition auf change.org ans Bundesumweltamt unterstützen bisher 13.500 Menschen.

Verschwendung stoppen
Ein Drittel der Retouren im Onlinehandel werden nicht weiterverkauft, sondern zerstört. Neuwertige Produkte landen auf dem Müll – vor allem beim Versandriesen Amazon. Deswegen fordert Greenpeace: Das Kaputtmachen komplett neuer Artikel muss gesetzlich verboten werden. Außerdem sollen Unternehmen offenlegen, wie viele Produkte sie vernichten. Die Petition auf greenpeace.de an Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat bisher 59.000 Unterschriften.

Klimafreundlich umbauen
Die Hälfte der Berliner CO2-Emissionen entstehen durchs Heizen. Da geht mehr beim Klimaschutz, findet der Verein Power Shift. Sie wollen umweltfreundliche Wohnhäuser, die sich für alle Seiten lohnen. Deshalb fordern sie in ihrer Petition auf openpetition.de an die Berliner Senatsverwaltung nicht nur Förderprogramme für nachhaltige Sanierungen – sondern auch eine kostenlose Infostelle für Mieter*innen. 800 Unterschriften fehlen noch, bis die Petition beim Senat eingereicht wird.

Ressourcen schonen
Reparaturrecht statt Wegwerfkonsum: Das fordert die Initiative Schraube Locker auf der Petitionsplattform von Campact. Bisher müssen Gerätehersteller keine Ersatzteile für kaputte Elektronik bereitstellen. Im Dezember könnte sich das ändern: Dann entscheiden die EU-Mitgliedstaaten über neue Standards für Waschmaschinen, Geschirrspüler und Co. Geht’s nach der Petition, soll sich Deutschland für das Recht auf Reparatur einsetzen. 108.000 Menschen haben die Forderung bereits unterschrieben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.