Electronic Sports League (ESL) - #WCS America Grand Finals

ESL: Electronic Sports League

▷ Letzte Änderung: 2014-07-15
By Diana Hagenberg [FluxFM] |

Aus, Aus, Aus die WM ist Aus. Nix mehr mit Fußball gucken. Die Bundesliga macht Sommerpause. Genau wie andere Sportarten auch. Dennoch sind Millionen von Sportlern gerade aktiv – und zwar im Internet. Die Rede ist von E-Sportlern. Dieser Sport hat mittlerweile eine beachtliche Größenordnung erreicht. Das zeigt sich zum Beispiel an so Turnieren wie: The International 2014 (Dota Championchips). In Seattle wird dabei am kommenden Wochenende um ein Preisgeld von insgesamt 10 Millionen Dollar gespielt. Der Weg zu solch einem Event führt – wie bei jeder anderen Sportart auch – über verschiedene Ligen. Die größte europäische E-Sport Liga hat sich Alexander Brust für euch mal angeschaut.


Alleine gegen den Computer zocken ist vielen auf Dauer zu langweilig. Vor allem für diejenigen, für die das Spielen weit mehr ist als reiner Zeitvertreib. Das Stichwort lautet: E-Sport. Ralf Reichert ist Gründer von Turtle Entertainment und Betreiber der ESL:

„ESL ist die Electronic Sports League, das ist Europas und wahrscheinlich auch weltweit die größte Liga, die auf Amateur- und Profibereich E-Sport betreibt und anbietet.“

Prinzipiell kann jedes Spiel sportlich betrieben werden. Für die E-Sport Liga eignen sich aber vor allem Spiele bei denen es heißt: Easy to learn, hard to master. Echtzeitstrategiespiele sind dabei besonders beliebt. Die aktuell prominentesten Vertreter sind Dota 2 und League of Legends. Ralf Reichert:

„League of Legends hat weltweit knapp 70 Millionen regelmäßige Spieler. Es gibt da Länder wie Korea und Taiwan, wo dieses Spiel 7,5% der Bevölkerung einmal im Monat spielen. Was die ja tun ist, immer dieses Spiel gegeneinader zu spielen. Es gibt nur einen Modus 5 gegen 5 und von daher sind die zumindest mal Beiten-E-Sportler.“

Wer professionell daddeln will, der tritt der ESL bei. Von da an funktioniert es ähnlich wie bei anderen Sportarten – beim Fußball würde man sagen: Vom Bolzplatz Richtung erste Liga und dann ab aus internationale Parkett. Ralf Reichert:

„Sport muss ja immer Zuschauer haben, sonst ist es zumindest kein kommerziell erfolgreicher Sport. Da ist die größste Live-Streamingplattform bzw. E-Sport-Plattform twitch.tv.“

ESL

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Im Schnitt nutzen monatlich rund 40 Millionen Nutzer twitch.tv, um anderen Gamern über die Schulter zu schauen. Wem das im heimischen Wohnzimmer zu langweilig ist, der kann auch live auf ein Turnier fahren und mit bis zu 70.000 anderen mitfiebern. Am Rechner oder live vorort. Insgesamt kommen so an einem Wochenende schon mal bis zu 5 Millionen Zuschauer aus 60 verschiedenen Ländern zusammen. Ralf Reichert:

„Wenn man aber mal über den Fußball und die olympischen Spiele hinausschaut, gibt’s eigentlich so gut wie kein Sportereignis, welches auch nur annähernd solche Zuschauerzahlen, und dass vor allem auch noch regelmäßig, generiert.“

Trotzdem findet die Sportart medial immer noch ziemlich wenig Beachtung. Das liegt zum einem am doch eher nerdigen Image, zum anderen auch daran, dass die E-Sportler eben nicht vorort irgendwo auf einer Wiese im Park trainieren. Ralf Reichert:

„Man darf nicht vergessen, dass der Sport jetzt erst 10 bis 15 Jahre alt ist. Fußball war nach der Zeit ein Minisport irgendwo auf so einer Insel. Von daher ist es immer die Frage: Wann wird E-Sports Mainstream? Antwort: Wir sind schon mitten drin.“

Was dem Sport auf dem Weg zum Massenphänomen vor allem noch fehlt ist Anerkennung. Ralf Reichert ist sich aber sicher, dass die von ganz alleine kommt.

Redaktion

Alexander Brust
Spezialgebiet: Stadtleben, Aktuelles und alles, was sonst noch so anfällt.

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