Bild: Happy Hartz - Presseinformation
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Die “Happy Hartz”- Aktion vom Sanktionsfrei e.V. | Wie sind eure Erfahrungen mit Hartz IV ?

▷ Letzte Änderung: 2017-12-15
By Konstantin [FluxFM] |

„Hartz IV gibt Menschen Sicherheit in schwierigen Lebenslagen, eröffnet Chancen bei Neuorientierung und hilft jungen Menschen beim Einstieg in die Berufswelt.“

Das Gespräch mit Helena Steinhaus könnt ihr hier nachhören:

So wird selten über die Staatsstütze gesprochen. Die neue Informationskampagne „Happy Hartz“ tut es – mit großen Plakaten, in ganz Deutschland verteilt. Mittlerweile ist klar, so ganz ernst gemeint ist das Ganze nicht. Hinter den Plakaten stecken die Damen und Herren von Sanktionsfrei e.V.

Sanktionsfrei ist ein Verein, der sich für Menschen einsetzt, die Hartz IV empfangen und Sanktionen ausgesetzt sind – heißt, sie gleichen Sanktionen aus, unterstützten mit Anwälten und Klagen, und helfen bei der Kommunikation mit dem Jobcenter.

Denn allein dadurch kann viel geregelt werden. Mit der Plakat-Kampagne wollen sie auf ironische Weise auf die Menschen aufmerksam machen, mit denen sie tagtäglich zusammen arbeiten. Textzüge wie „Alleinerziehend und Studieren? Easy mit Hartz 4!“ zeigen wie es sich im Sozialbezug leben ließe, wären da nicht Sanktionen, Gängelungen vom Amt und der Paragrafendschungel.

Sanktionsfrei e.V sagt: Hartz IV sei so sexy wie Herpes, weshalb niemand darüber spreche. Sie wollen allen Menschen zeigen: es ist keine Schande, Hartz IV zu empfangen. Es sollten viel mehr Menschen darüber sprechen. Heute Nachmittag kommt die Geschäftsführerin von Sanktionsfrei, Helena Steinhaus, zu uns ins Studio und berichtet von ihrer Arbeit, der Kampagne – und einem Crowdfunding, mit dem sie 100 Menschen für ein Jahr gegen Sanktionen, Klagen usw. absichern wollen.

Wie sind eure Erfahrungen mit Hartz 4? Schreibt sie uns in die Kommentare! Wir greifen sie heute Nachmittag im Studiogespräch mit der Geschäftsführerin von Sanktionsfrei e.V. auf

17 Kommentare

  1. Sabine says:

    Das jobcenter hat ewig lange bearbeitungsdauer, Papiere verschwinden, ob man dann ohne Geld dasteht ist denen egal.
    Jeder Cent Einkommen soll angegeben werden. Mir wurde eine Sanktion angedroht weil ich mein “Einkommen” von 1,91€ nicht angegeben hatte.
    Dann sind Sie einfach zu dumm oder zu gelangweilt. Fragen dasselbe x mal oder fordern xmal dasselbe an. Darüber hinaus kennen die ihre eigenen Gesetze nicht. Es ist unglaublich, dass man mit dem sgb2 vorsprechen muss um denen zu beweisen, dass man recht hat.

  2. Anonym says:

    <3 Sanktionsfrei. :)

  3. estragon says:

    Meine Erfahrungen mit Hartz 4 sind schrecklich. Würde ich keinem empfehlen.
    Ich wohne in einer Universitätsstadt mit einem Studierendenanteil von fast einem Viertel an der Gesamtbevölkerung der Stadt. Ich habe einen Masterabschluss gemacht und befinde mich jetzt in der Versorgungslücke zwischen Bafög und Rente (Rente? Äh nein, ich meinte Promotion). Obwohl das Jobcenter hier sogar eine eigene Abteilung für Studienabgänger hat, fehlt den Mitarbeitern jedes KnowHow im Umgang mit Akademikern. Ich muss mich auf sinnlose Stellen bewerben, ganz unabhängig davon, ob gerade Promotionsplätze ausgeschrieben werden oder nicht. Die sogenannten Fallmanager (Wann bin ich eigentlich ein Fall geworden?) haben weder eine Ahnung davon, was ich studiert habe, noch was ich damit anfangen kann. Vermittlungsbemühungen werden überhaupt nicht unternommen. Ich habe immer gedacht, dafür sind Jobcenter zuständig. Stattdessen wird mir die Grundsicherung gekürzt, weil ich eine dämliche Stelle im CallCenter gekündigt habe. – Hätte ich sie gar nicht erst angenommen, hätte ich jetzt keine Probleme. Ich werde behandelt, wie ein Problemfall, dem man alles erklären muss. Die einzigen Angebote vom Center sind Bewerbungstrainings auf dem Niveau der 9. Klasse.
    Ich würde mir ein wenig Gelassenheit wünschen und vor allem den Verzicht auf Kommentare. Ich habe mein Studium mit Bestnoten abgeschlossen, es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich eine finanzierte Promotionsstelle gefunden habe. Das Problem ist bestimmt nicht meine Faulheit und fehlende unternehmerische Selstdisziplinierung, sondern eine Fehlkonzeption in der Förderung akademischen Nachwuchses. Diese könnte mit einer einfachen Grundversorgung ohne viel Verwaltungsaufwand erledigt werden, meinetwegen sogar als Kredit.

    • Andreas says:

      Es ist ja schön mit den Bestnoten und der Promotion. Das Grundproblem sind aber fehlende Stellen generell und selbst wenn es 20 Millionen Promovierte mit Bestnoten geben würde, heißt das noch lange nicht, dass auch all diese Stellen vorhanden sind und / oder besetzt werden. Deshalb einfache Grundversorgung ja, auf Kredit natürlich nein.

  4. Marcel says:

    Ich habe leider reichlich Erfahrung mit HartzIV. Die prägendste Situation war allerdings ein Gespräch mit meinem damaligen Sachbearbeiter. Ich war noch U25 und deswegen wurde ich bei jedem Fehltritt direkt zu 100% sanktioniert, was ich übrigens bis heute nicht als Konform zu unserem Grundgesetz empfinde, und sollte eine bestimme Anzahl an Bewerbungen vorlegen. Ich glaube es waren 5 oder 10, alle zwei Wochen. Ich galt wohl als Problemfall, denn ich bekam alle 14 Tage eine Einladung und mir wurde jedes Mal mehr Druck gemacht.

    In oben beschriebener Situation ging es dann darum, wo ich mich überall beworben habe. Man drückte mir natürlich Leiharbeit und Zeitarbeit auf, aber ich bewarb mich auf offene Stellen für Ausbildungen. “Das geht so nicht”, sagte mir dann mein Sachbearbeiter, der richtig sauer war, dass ich nicht so spurte, wie er das wollte. Und dann kam der Satz, der in mir bis heute alle Kooperation mit dem Amt schwierig bis unmöglich macht: “Sie sind nicht in der Situation sich etwas auszusuchen.”

    Damit sollte mir also klargemacht werden, dass ich zu fressen hatte, was man mir hinwirft. Ich bin in keiner Situation eigenständige Entscheidungen zu treffen, ich bin de facto unmündig. So ein Herrschaftsgebahren ist für mich bis heute unerträglich und zeigte mir auf, worum es bei HartzIV eben auch geht: Brechen des Willens des “Kunden” und Selbstständigkeit entziehen.

  5. Klaus says:

    Unsere Angst sind ihre Freunde.
    Gedanken eines Erwerbslosen ein paar Tage nach dem Termin im Jobcenter

    Es war wieder mal so weit, das Jobcenter orderte zum Rapport. Es sollte wie immer nach 6 Monaten berichtet und Kontrolliert werden, was man getan hat zur Minderung der eigenen Bedürftigkeit im Sinne des Sozialgesetzbuches. Pünktlich zum Termin erschienen gewehrt man Einlass. Begrüßt von einem alten Freund der mal hören wollte was man so die letzten 6 Monate getrieben hat. Anbei legt man ohne Aufforderung wieder mal die geforderten Unterlagen zur Einsicht vor. Auch die Bewerbungen für eine Erwerbstätigkeit sind wie immer dabei. Diese Bewerbungen die man so sorgfältig, nach besten Wissen und Gewissen hoffend auf eine auskömmlichen Erwerbstätigkeit verfasst und bei allerlei möglichen Erwerbsplätzen postalisch oder persönlich Hinterlegt hatte.

    Natürlich brachten auch diese Bewerbungen keine erwünschten Resultate und wurden darum auch Missgünstig begutachtet. Aus dem Freund den man nur besuchen sollte, wurde der Inquisitor des Jobcenters. “Das hätte ich” oder “hier hätte ich” bis einfach nur “Falsch” war wieder alles dabei. Auf die Frage nach dem warum, gab es wie immer keine Antwort oder Begründung. Da half auch kein darauf hinweisen das man nur das umgesetzt hatte was man im letzten Bewerbungslehrgang des Jobcenters erlernt hatte. Denn dann haben die halt auch beim Bewerbungslehrgang alles falsch gemacht. Das einzige was man zum Ende der negativen Tirade zu hören bekam war. Das ja die schlechten Bewerbungen schuld sind, dass es mal wieder nichts geworden ist mit der Erwerbstätigkeit. Emotional ist man da längst wieder am Tiefpunkt angekommen. Man fühlt sich als wenn man seinen Eltern eine 5 im Sport erklären müsste, obwohl man endlich das Seil in der Turnhalle erklommen hatte.

    Dem ganzen folgen dann die Standardsätze die nur darauf zielten das man sich noch schlechter fühlt und damit man Schulgefühle bekommt. Sie können doch nicht Jahre lang so weiter machen, Sie müssen doch ein geregelten Tagesablauf haben, Sie müssen doch der Gesellschaft etwas wieder geben, denken sie doch an ihre Rente, Sie sind selber schuld und so weiter. Jetzt ist man Emotional in der großen Pause auf dem Schulhof und der vermeintliche Freund ist der Vollstrecker der verbalen Klassenkeile. Der drang aufzubegehren wird unerträglich, man will endlich sich erklären. Diesen vermeidlichen Freund auf der anderen Seite des Schreibtisch klar machen wie es da draußen im echten Leben aussieht. Es mit Fakten unterlegen das Erwerbslosigkeit kein individuelles Problem ist und nicht durch persönliche Handicaps bestimmt wird. Das Industrie 4.0 wissenschaftlich bewiesen für immer mehr Erwerbslose sorgt und sorgen wird und so weiter.

    Aber dann kommt die Erinnerung vom letzten mal, als man den vermeidlichen Freund besuchte und wie er auf Wiederworte reagiert. Er nennt es Sanktionen, da man nicht bereit ist seiner Mitwirkungspflichten nach zu kommen. Eigentlich ist es nichts anderes als die Daumenschrauben die einen dazu bringen sollen zu allem JA zu sagen. Also schweigt man und senkt den Blick, denn man will dem Freund der einen ja nur helfen möchte nicht provozieren. Es folgen Angebote und Vorschläge die der Freund macht damit man aus der Erwerbslosigkeit kommt. Der 1€ Job, das unbezahlte Praktikum oder mal wieder eine Maßnahme. Auch könnte man ja zum gefühlten zehnten mal einen Bewerbungslehrgang mache damit die nächsten besser werden. Leise sagt man nicht JA aber auch nicht NEIN, in der Hoffnung das es nicht so schlimm wird. Denn schon lange ist einem klar das es diesen Freund nur darum geht einen aus den Erwerbslosenzahlen zu bekommen.

    Am Ende Unterschreibt man wieder die Eingliederungsvereinbarung, denn eigentlich will man nur noch da raus. Der Freund verabschiedet sich mit einem lächelt von seinem Freund, der Angst. Diese Angst die es ihm wieder mal so leicht gemacht hat. Diese Angst die jedem der auf der falschen Seite des Schreibtischs sitzt überkommt, wenn der Freund zum Rapport ruft. Diese Angst die die Agenda 2010 so erfolgreich gemacht hat, für Menschen die nicht durch Erwerbstätigkeit ihren Lebensunterhalt sichern müssen. Diese Angst die dafür sorgt das man lieber für wenig Lohn einer Erwerbstätigkeit nach geht, als von ALGII Abhängig zu sein. Diese Angst die den größten Billiglohnsektor etabliert hat. Diese Angst das wenige was einen noch bleibt zu verlieren, obwohl man eigentlich gar nichts mehr zu Verlieren hat. Diese Angst die Solidarität und Gemeinschaft im Kein erstickt.

    Na dann, wir sehen uns Montag beim nächsten Bewerbungslehrgang.

    • Anonym says:

      “Das ja die schlechten Bewerbungen schuld sind, dass es mal wieder nichts geworden ist mit der Erwerbstätigkeit.”

      Wirklich unglaublich, wie beharrlich an solch irrwitzigen Erklärungen festgehalten wird… Nebenschauplätze und aberwitzig. Tausende von Bewerbungen gehen da ein und das ist mit Sicherheit nur in den seltensten Fällen ein Grund, wieso jemand nicht eingestellt wird… Genau wie alle anderen Lächerlichkeiten, wie Aussehen etc., wo man den Fehler krampfhaft bei der Person selber suchen möchte….

      Eigentlich müßte man bei dieser Arte Beschwerde umgehend die jeweiligen Bewerberzahlen auf die Stelle anfordern! Vielleicht merken die dann mal was…

      Es ist einfach einen penetrante und permanente Verdrehung der Zusammenhänge, wieso Arbeitslosigkeit besteht.

  6. Lisa says:

    Ich lebe jetzt seit 5 Jahren von ALG2, weil mein Mann als Hauptverdiener seinen Arbeitsplatz verloren hat. Ich war “nur Hausfrau” und habe 4 Kinder groß gezogen. Jede Anschaffung wie z. B. Schuhe sind nur auf ratenzahlung möglich und das Geld fehlt dann in den darauffolgenden Monaten. Neue Kleidung kann ich mir gar nicht leisten. Ich fühle mich psychisch am Ende und habe große körperl. Probleme. Hartz-IV ist unmenschlich!

  7. Hampelfrau says:

    Hi Leute,
    ich verstehe nicht warum das Jobcenter genau den Leuten 1,50€ Jobs aufzwingen die nicht wollen,und die,die einen haben wollen warten müssen.
    Ich nenne das Schikane.
    Wenn die Leute Arbeit bekommen die das auch wollen hätten die Sachbearbeiter keine Zeit mehr für solche Spielchen.
    Ja…die machen auch nur ihren Job weil es ihnen so gesagt wird.
    Was ist denn so schlimm daran wenn jemand sagt “Ich bin faul aber lebe bescheiden”?
    Jemand der so einen 1,50€ Job haben will ist mit Sicherheit auch produktiver.
    Das Problem ist,wenn sie das wirklich durchziehen würden wäre die Hälfte der Sachbearbeiter arbeitslos.
    Diesen Selbsterhaltungstrieb versteh ich ja auch.
    Wieviele Menschen sich wegen dieser Ungerechtigkeit schon das Leben genommen haben würde auch nie in der Zeitung stehen.
    Wenn man ehrenamtlich etwas Gutes tun möchte muss man das anmelden.
    Warum ?

    Ich wünsche eine friedliche Weihnachtszeit.

  8. SaschaDS says:

    Ich lebe jetzt schon seit knapp 10 Jahren vom so genannten “Hartz4” bzw. ALGII. Jetzt würden wahrscheinlich sofort viele denken..”WAS? Seit 10 Jahren nur vom Staat gelebt, nie gearbeitet?”…und genau das stimmt eben nicht, ich habe sehr oft gearbeitet, das Problem an der Sache ist die Job´s die ich bekomme reichen im bezug auf die Entlohnung nicht um auf “Hartz4” zu verzichten. Genau das ist meiner Meinung nach der schlimmste Punkt an der ganzen Sache, man wird von der Gesellschaft – die es nicht besser weiß oder nicht besser wissen will – sehr schnell verurteilt…als faul und nutzlos hingestellt, obwohl man sich eigentlich immer den Arsch irgendwie abschufftet, denn aufgrund der Angst vor Sanktionen bleibt einem ja nix anderes übrig als jedes noch so schlechte Angebot anzunehmen. Und da wären wir auch schon beim zweiten Punkt: Hartz4 macht Menschen zu Arbeitssklaven die bereit sind jeden Drecksjob anzunehmen aus purer Angst es könnte eine Kürzung des Existenzminimums geben, das wiederum führt dazu dass die Arbeitgeber massiv die Löhne drücken. Also alles in allem ist man eigentlich ein Mensch 3.Klasse, man traut sich kaum zu sagen dass man von Hartz4 lebt, weil man dann sehr schnell gesellschaftlich ausgeschlossen wird, was natürlich die Chancen auf einen besseren Neuanfang nochmal erheblich verschlechtern, allso ich würde sagen Hartz4 ist ein Teufelskreis aus dem man sehr schwer wieder rauskommt.

  9. Anonym says:

    Was auch vielen nicht bewußt ist, ist die Vielzahl der Bedrohungen.

    Allein die Eingliederungsvereinbarungen, die man ständig abschließen muß, bergen wiederum etliche Einzelpunkte, wegen derer es zu Unstimmigkeiten kommen kann, Termine, Maßnahmen, Vorenthaltung des gesamten Geldes wegen anderer Sachen, die wieder Mitwirkungspflichten betreffen etc., etc.

    Es herrscht eine ständige Angst, da es extrem viele Möglichkeiten gibt, warum es evtl. zu Leistungskürzungen kommen kann, wobei die völlig unpassende Bürokratie und Abschottung der Jobcenter natürlich ebenfalls beitragen.

    Unmenschliches System! Das muß weg!

  10. MarcelD says:

    Weil ich mich unter anderem nicht als Hausmeister bewerben wollte , wurde mir angedroht das man meinen MSA überprüfen und ggf rückgängig machen wollen würde.

    Und weil ich mich auf eine Stelle die eindeutig auf eine Frau ausgeschrieben wurde – ich bin eben männlichen Geschlechts – nicht beworben hatte , wurden mir für 3 Monate die Leistungen gekürzt.

    Diese und viele andere nette Geschichten sammeln sich aus Zeiten in denen ich auf diese Leistungen angewiesen war.

  11. Sebastian says:

    Seit August 2017 befinde ich mich in einer Ausbildung, welche vom Amt gezahlt wird…

    Meine Ausbildungsstelle bat ich darum, mir zu bescheinigen, dass ich für die Ausbildung, einen Laptop, sowie Internet benötige…

    Die Ausbildungstelle hat darauf hingewiesen, dass dies unabdingbar sei für die Ausbildung!!!
    Das Schreiben habe ich erhalten und auch vor Beginn der Ausbildung abgegeben …

    Die Ausbildung ist genehmigt!

    Einen Laptop habe ich bis heute nicht bekommen…!

    Nicht auf dem Wege (Lehrmittel) und eben auch nicht als Darlehen!!!

    Aber eine Vertragsniederschrift gibt es schon!

    Aus dieser geht hervor, dass ich, die Ausbildung, bzw, die Kosten übernehmen muss, falls ich abbrechen sollte!

    Und mit Sanktionen wird darin auch gedroht…

    Das soll mal jemand verstehen…

    Und Theater habe ich auch seit 6 Monaten, immer wieder wegen Fahrkosten!!!

    Muss denen ständig hinterher laufen…
    Sie berechnen ständig alles falsch…

    Habe nur Ärger und Magenschmerzen, wegen diesem ganzen Ärger…

    Beste Grüße

    Sebastian

  12. Helmut Scheuerle says:

    Es wird alles versucht um die Leute um die Leistungen zu bringen, und anstatt Sie in Arbeit ohne ausgenutzt zu werden zu bringen werden Sie gezielt nach unten geführt.
    Um Sie in der der Ausnahmelosigkeit in den letzten Jobs zu vermitteln, und an Betriebe bei denen laufend das Personal wechselt.
    Hauptsache Sie verschwinden für eine weile aus der Statistik!

  13. Nadine says:

    Nachdem ich mein FSJ absolviert hatte musste ich einen Monat bis zu meinem Studium überbrücken. Damals gab es noch kein Hartz IV, alles lief problemlos.
    Als ich nach meiner Ausbildung bis zum Finden meines ersten sozialversicherungspflichtigigen Jobs überbrücken musste, gab es schon Hartz IV.
    Ich kam in ein Büro, das gar kein richtiges Büro war. Nur ein Tisch ohne Computer ohne Unterlagen. Ein Abfertigungsraum. Ich musste mir einen Vortrag darüber anhören, dass wenn ich Unterstützung haben möchte ich aber im Gegensatz auch jeden Job annehmen muss, z.B. in der Fleischverwertung, oder Maßnahmen mitmachen muss, z.B. Bewerbungstraining anstatt die Zeit dafür zu nutzen mich auf Stellen in meinen frischerlernten Beruf zu bewerben.
    Ich bin dann wieder gegangen ohne Unterstützung zu beantragen. Ich glaube, genau das wollte mein Gegenüber erreichen. Im Endeffekt wäre es auch da nur um einen Monat gegangen, in dem ich Leistungen bezogen hätte.

  14. Werner Grossmann says:

    Hartz IV ist eine offene Vollzugsanstalt vor allem für Ü50 bis U67 Generation!
    Die meisten dieser Menschen sind zu alt, zu krank und zu alt für den ersten und zweiten Arbeitsmarkt /falls es einen wirlich ngeben sollte!), aber ncoh zu jung für die Verrnetung und damit die Armutsrente!
    Ca. 80% dieser betroffenen Menschen sind schon am körperlich fast Boden und psychisch krank…
    Interessiert aber fast keinen! Ein ermbärmlicher Zustand in einem reichen Land mit Rekord an €-Millionären!
    Daher muss H4 abgeschafft werden und es muss das BGE kommen. Sonsts gibt es in ca. 15 Jahren einen Aufstand oder die Anarchie!

  15. Andreas says:

    Direkt nach dem Studium hatte ich das Vergnügen. Schon am Eingang die pure Freundlichkeit und ein Umgangston wie auf einem Sklavenschiff. Manche Angestellte der Arbeitsagentur fühlen sich auch wie die altdeutschen Herrenmenschen, begünstigt durch die entsprechende Gesetzgebung. Ist an sich auch sehr bequem, auf der anderen Seite des Schreibtischs zu sitzen. Die Erklärungen bei den überflüssigen Pflichtterminen findet man mit zwei Klicks auch im Internet. Eigentlich geht es sowieso nur darum, die Leute schnell wieder loszuwerden, damit sie aus der Statistik verschwinden. Da gibt es bekanntlich Vorgaben von oben.

    Kompetente Beratung über evt. Alternativen? Sinnvolle Jobangebote oder gar Kontakte zu entsprechenden Arbeitgebern? Gar irgendwelche wirklich zielführenden Weiterbildungsangebote? Etwa speziell für AkademikerInnen für Mangelberufe, was ja eigentlich total sinnvoll wäre? Pustekuchen. Stattdessen hätte ich einen der dämlichen Zwangskurse nach dem Motto „Wie bewerbe ich mich richtig?“ absolvieren sollen. Als ob das das Problem gewesen wäre. Nur ein Attest vom Arzt konnte mich davor bewahren, was ich jedem Betroffenen empfehle.

    HartzIV ist eine Zwangs- und Repressionsmaschine, die von interessierter Seite nur deshalb eingeführt wurde, um der deutschen Wirtschaft immer genügend billige und „willige“ ArbeitnehmerInnen zuführen zu können. Aus Angst vor dem Abstieg halten sich gleichzeitig die anderen mit Forderungen etwa nach höheren Löhnen zurück. Deutschland hat nicht zufällig heute den prekärsten Arbeitsmarkt Westeuropas. HartzIV kann psychisch belastender sein als ein stressiger Vollzeitjob, ich kenne beide Seiten. Es ist die ständige Angst vor neuen Schikanen, denn man ist den SachbearbeiterInnen quasi ausgeliefert, kann auf 0,0 gekürzt werden und heute sogar relativ schnell in der Obdachlosigkeit landen.

    Es gibt vereinzelt aber auch menschliche Lichtblicke in den Arbeitsagenturen. Meistens sind es die, die kurz vor der Rente stehen und offen über das Zwangs- und Repressionssystem reden können. Eine solche Sachbearbeiterin meinte ganz offen zu mir, dass sie unendlich froh sei, nicht diesem Zwangssystem und dem heutigen prekären Arbeitsmarkt an sich ausgeliefert zu sein und das alles bald hinter sich zu haben.

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