Die Katzen schlafen auch im Katzencafe "Zur Mieze" (Foto: Aysche Wesche)
Ali, das Baby des Cafés (Foto: Aysche Wesche)

Zur Mieze – das Katzenmusikcafé in Charlottenburg

▷ Letzte Änderung: 2016-03-08
By Nina [FluxFM] |

Katzenmusikcafé Zur MiezeDie Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg ist lang, berühmt und alt. Auf Höhe des Richard-Wagner-Platzes gibt es sogar eine Ecke, die komplett aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Neben einem Puppendoktor finden sich ein Kräuterladen, Antiquariate, ein kleines Keramik-Museum und das Katzenmusikcafé „Zur Mieze“. Unsere Redakteurin Aysche Wesche hat sich das mal angesehen.

 

Caroline Braune ist promovierte Biologin und seit knapp vier Monaten stolze Besitzerin des Cafés Zur Mieze in Berlin-Charlottenburg. Der Name ist Programm, denn insgesamt fünf Katzen wohnen in dem Café. Sie liegen, spielen, schlafen wo es ihnen passt. Caroline hat sie von Hand in Hand for Cats, einem Tierschutzverein für Katzen aus der Ukraine. Im Flur liegt Ali, ein kleiner, rot getigerter Kater – und wirkt höchst entspannt. Schnurrend lässt er beim Schlafen die Zunge aus der Schnauze baumeln.

„Ali ist so ein bisschen unser Baby. Und die Shalima, die ist hier die Diva. Kratzt mal rum, die lässt sich auch von den anderen Katzen nichts gefallen. Dann gibt’s noch die Greta, die ist glaube ich die sozialste Katze hier. Die würde es nie wagen, gegen irgendjemanden oder -etwas eine Kralle auszufahren. Ich glaube Kenzo ist hier ein bisschen der Boss. Der setzt sich auch mal ganz gerne auf eine andere Katze drauf, wenn die schläft. Und dann gibt’s natürlich noch den Jackie. Jackie ist der Kuschelkater, ein bisschen so wie Balu aus dem Dschungelbuch. Gemütlich, bärchenhaft, der schläft halt ganz viel.“

Katzen haben eben ihren eigenen Kopf. Lisa ist zum ersten Mal im Katzenmusikcafé „Zur Mieze“ und hatte schon das Vergnügen mit den fünf Bewohnern:

„Die Katzen haben mit mir Kontakt aufgenommen. Sehr süße Katzen. Eine ist ein bisschen kratzig, eine sehr verspielt – also Katzen mit Charakter.“

 

Sofa mit Kratzbaum im Katzencafe "Zur Mieze" (Foto: Aysche Wesche)

Sofa mit Kratzbaum im Katzencafe „Zur Mieze“ (Foto: Aysche Wesche)


 

Der Eingang ist eine Art Schleuse. Zwei Türen, die nacheinander schließen, damit kein Tier entwischt. Das Café ist klein und gemütlich. Zwischen Stühlen und Tischen steht ein Flügel, an den Wänden ranken Äste zum Klettern, überall liegen Kissen und Decken und mittendrin: Katzen. Wer sie antreffen will, sollte sich allerdings an ihre Zeiten halten, denn sie haben ihren ganz eigenen Rhythmus gefunden. Mittags öffnet Caroline ihr Café, bis 15 Uhr wird getobt und nach einer kurzen Siesta geht’s gegen 18 Uhr abends wieder los. Caroline erzählt:

„Dann rennen die manchmal von vorne, vom Gastraum bis nach hinten in dem Ruheraum und dann geht’s auch den Kratzbaum hoch und runter. Eigentlich sehe ich immer nur, dass sämtliche Kissen auf dem Boden liegen oder die Decke vom Flügel runter gezogen worden ist und dann packe ich da auch schon nichts Zerbrechliches drauf.“

Der Flügel steht hier nicht zur Deko. Jeden Sonntag gibt es ein Klassik-Konzert. Das war Caroline wichtig, weil sie selbst aus einer Musikerfamilie kommt. Musikstudenten, Schüler oder Lehrer und alle, die ein Instrument beherrschen, sind bei ihr willkommen. Ein buntes Programm, das eine bunte Mischung von Leuten anzieht. Das Café gibt es seit gerade mal vier Monaten. Trotzdem ist es gut besucht und Sonntags gerne auch mal ausgebucht. Kein Wunder, sagt Caroline:

„Das Bedürfnis nach einer Katze, das ist ja einmalig, ne? Und dem kann man halt hier gerne nachgehen.“

Auch diesen Sonntag gibt’s um 16 Uhr wieder ein klassisches Konzert – von Mozart bis Verdi mit Gesang und Klavier. Teilnehmen kann man wie immer gegen eine kleine Spende. Und: Man sollte besser reservieren, denn die Tische sind gut gebucht. Wer selbst eine Bühne sucht, egal ob Studierende, Musiklehrer oder -schüler, kann sich gerne bei Caroline Braune melden. Es gibt nur eine Voraussetzung: klassisch sollten die Stücke schon sein. Mehr Infos findet ihr auf zur-mieze.de und ihrer Facebook-Seite.
 

Redaktion/Moderation

Aysche Wesche
Wortredaktion
Spezialgebiet: Stadtleben, Politik und Kultur.
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Ein Kommentar

  1. caro says:

    ich freue mich riesig über Deinen Bericht! 1000Dank und gerne bald wieder aufn Kaffee, ja?

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