Designs des Modelabels KUNIRI (Foto: Kuniri)

KUNIRI | Krautfunding

▷ Letzte Änderung: 2019-09-30
By Lena Mempel |

Name: KUNIRI
Funktion: Ein Integrationsprojekt und Label für nachhaltige und multikulturelle Mode
Krautfunding: noch bis zum 26. September 2019

Ein bunter Mix aus Stilen und Farben, entworfen und geschneidert in Berlin und München: Beim Label KUNIRI arbeiten geflüchtete Designer*innen aus verschiedensten Ländern Hand in Hand. Gerade kreiieren sie ihre erste Kollektion – brauchen aber noch ein bisschen Starthilfe. FluxFM-Redakteurin Lena Mempel sagt euch wie.



Ja, KUNIRI ist ein kleines, individuelles Modelabel, aber vor allem ist es ein Gespräch zwischen verschiedensten Kulturen. Professionelle Designer*innen aus Syrien, Afghanistan, dem Senegal und Deutschland treffen sich in den Ateliers. Deshalb ist „Kuniri“ auch Esparanto, die Weltsprache und bedeutet übersetzt so viel wie „gemeinsam gehen“. Viola Zimmer hat das Integrationsprojekt für Geflüchtete vor drei Jahren zusammen mit Eva Schatz gegründet.

„Da haben wir die Entscheidung getroffen, dass wir mit Design anfangen, weil es einfach was Unmittelbares ist, da spielt Sprache nicht so eine große Rolle. Dann wurde es immer größer, bis hin zu einer Akademie, die wir gegründet haben. Da ist die Idee, dass sie eine Arbeitsmarktintegrationssituation bekommen, wo sie lernen: Pünktlichkeit ist das A und O, ihr müsst weibliche Bosse akzeptieren, welche Standards werden verlangt, aber auch welche Berufsfelder es gibt.“

Drei Monate dauert die Akademie, dann halten die Teilnehmenden ihr erstes Arbeitszeugnis von der Handwerkskammer in den Händen, das Sprungbrett für eine Zukunft im Arbeitsmarkt oder eine Anstellung bei KUNIRI. Inspiriert von Multikulturalität verwebt das Team Muster, Stoffe und Details zu Klamotten mit Persönlichkeit. Das Schönste daran ist, dass aus mehreren Kulturen so eine neue wird, findet Viola.

„KUNIRI wurde auch relativ schnell zu so einer Art Schutzraum für die Geflüchteten, wo sie einfach kurz abspannen können in einem freundlichen Umfeld mit Leuten, die sich gegenseitig unterstützen. Es sind ganz viele Freundschaften entstanden und ich glaube das ist das Schönste, wie so eine KUNIRI-Familie.“

Dass im Atelier auch über Ärmellängen, Ausschnitte und Rocksäume diskutiert wird, gehört dazu.

„Jeder bringt seine Ideen mit ein. Und das ist dann total spannend, weil dann setzt man sich hin und überlegt gemeinsam mit den Leuten, wie kann man das so umsetzten, dass es hier in Europa auch tragbar ist. Und dann geht’s tatsächlich richtig in die Stoffsuche, ins Design und ans Schnittprogramm und geht seinen Weg bis zum fertigen Kleidungsstück.“

Heraus kommen wildgemustere Westen, grafisch-monochrome Hosenanzüge oder bunte, fransenverzierte Taschen. Alles nachhaltig, lokal und fair produziert. Für die erste Kollektion sammelt KUNIRI 8000 Euro auf Startnext. Wer spendet, bekommt Karma-Punkte, kann aber auch modetechnisch einiges absahnen, z.B. Hosenträger und Turnbeutel mit extravaganten Prints oder ein flamingobedrucktes Gürtelkleid. Wer das Projekt langfristig unterstützen will, kann sogar eine Designer-Patenschaft übernehmen.

Wenn ihr ein Crowdfunding-Projekt kennt, das wir hier auch einmal vorstellen sollen, oder vielleicht selbst eines gestartet habt, dann meldet euch bei uns. Am besten per Mail an krautfunding@fluxfm.de, dann landet es direkt beim Richtigen. Habt bitte Verständnis dafür, dass wir aufgrund der vielen Einsendungen nicht alle Projekte vorstellen können. Weitere Crowdfounding-Aktionen, die wir vorgestellt haben, findet ihr hier.

Wortredaktion

Lena Mempel
Wortredaktion
Spezialgebiet: Stil, Stadtleben, Popkultur, Crowdfundings – und verganer russischer Zupfkuchen”

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