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Mini Playback Show Revival? Nein Danke! | Listomania

▷ Letzte Änderung: 2019-02-05
By Nina [FluxFM] |

„Und jetzt ab mit dir in die Zauberkugel!“ Das hat nie jemand schöner gesagt als Marijke Amado. Acht Jahre lang flimmerte sie mit blondem Bob und Schulterpolstern über die deutschen Empfangsgeräte und moderierte hier die Mini Playback Show. Ein Comeback der Mini Playback Show wird es wohl nicht geben – gut so, sagt FluxFM-Redakteurin Jasmin Kröger. Sie präsentiert euch fünf Gründe, warum die Sendung eigentlich nicht mal in den 90ern okay war.



Punkt 5: Alle waren Sieger

Diese Botschaft der Show ist leider vollkommen unzeitgemäß. Heute lernen Kinder schon in der Krippe: Kapitalismus ist hart. Ja, jede*r kann es schaffen, aber ganz bestimmt nicht alle. Direkt weltfremd klingt dagegen die Miniplaybackshow, die jede Performance, egal wie unglaublich schlecht, gleich bewertet. Das klingt so nett, so menschenfreundlich, birgt aber eine gesamtgesellschaftliche Gefahr. Denn…

Punkt 4: Alexander Klaws

Der Mickey Mouse Club ebnete Justin, Christina und Britney den Weg ins Showbiz. Und die Miniplaybackshow? DSDS-Gewinner Alexander Klaws. 1993 steht der junge Klaws erstmals auf einer RTL-Bühne bei der Mini Playback Show. Nur Gott weiß, was uns alles erspart geblieben wäre, hätte man ihm damals nicht gesagt: „Das war ganz ganz toll!“ Naja, das hier wahrscheinlich: Maniac. Und das: Take Me Tonight.

Punkt 3: Für immer im Netz

Nun weiß kaum noch jemand, dass Klaws damals den Haddaway auf der Bühne gab. Man findet nicht mal ein Video davon. Unvergessen bleibt hingegen der kleine Max aus Bayern, der damals in der Rubrik Wonneproppen interviewt wurde: „Wir Männer sind cleverer als meine Mutter.“ Image für immer versaut mit gerade mal fünf Jahren. Es braucht kein Genie, um zu überlegen, wie sich das im aktuellen Medienzeitalter potenzieren würde.

Punkt 2: I’m too sexy for my kindergarten

Wo wir schon beim Thema Kinderschutz sind: Was zur Hölle war in den 90ern los, dass es niemand kritisch fand, Fünf- bis Elfjährige mit einem Zentner Make-Up, super knappen Hotpants, Netzstrumpfhosen und Stöckelschuhen auf eine Bühne zu stellen? Der Impuls von Marijke Amado hätte eigentlich sein müssen, sich den eigenen Blazer vom Leib zu reißen, um noch wenigstens das Nötigste zu verdecken. Doch Marijke merkt nichts: „Boah mit echten Pailletten überall!“

Punkt 1: Fucking Blackfacing

Was machen, wenn kleine weiße Wohlstandsgören auf der Bühne Aretha Franklin oder Diana Ross performen wollen? Einfach braun anmalen. „Bis in die Ohren haben die mich angepinselt,“ erinnert sich eine ehemalige Teilnehmerin. Marijke, möchte man schreien, Marijke, der Blazer, jetzt!

Redaktion

Jasmin Kröger
Spezialgebiet: Bieryoga, Cher und Milchalternativen

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