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Foto: Missy Magazine

Missy Magazine | Krautfunding

▷ Letzte Änderung: 2018-06-27
By Nina [FluxFM] |

Name: Missy Magazine
Funktion: Finanzierung des Print- und Onlinemagazins für unabhängigen, feministischen Journalismus
Krautfunding: Startnext
Finanzierungszeitraum: bis 30. Juni 2018
Fundingziel: 35.000€

 

Erst die Neon, dann die Intro – nach langjährigem Bestehen haben beide Printmagazine im Frühjahr 2018 ihr Ende bekanntgeben. Auch für das Missy Magazine wird es langsam eng – warum, das erzählt euch FluxFM-Redakteurin Nina Maul.


Trans*familien, Comics, Gentrifizierung, Glam und Glitzer, Depressionen, DIY, Menstruation in Horrorfilmen, und Anal Plugs. Seit 10 Jahren vereint Missy diese Themen – es ist ein feministisches Magazin, aber auch ein Medium für Popkultur, das sich abhebt vom männlich dominierten Musikjournalismus. Nicht sensationsgeil, sondern respektvoll denn Protagonist*innen gegenüber. Die Redaktion versucht dabei, ihre Themen immer intersektional zu denken. Das heißt, Anna Mayrhauser und ihre Kolleg*innen gehen nicht davon aus, dass alle Frauen gleich sind, die gleichen Erfahrungen machen und das Gleiche wollen. Oder dass alle Menschen sich im binären Geschlechtersystem wiederfinden:

„Wenn wir uns feministische Fragestellungen anschauen, versuchen wir immer verschiedene Perspektiven zu berücksichtigten. Wir fragen: Welche Aspekte spielen da rein? Sei’s Rassismus, sei’s Transfeindlichkeit oder Klassismus.“

 

Steigenden Abozahlen, mehr Personen im Team und der Ausbau des Onlineauftritts zeigen: das Konzept von Missy geht auf. Sechsmal jährlich erscheint das Heft mittlerweile im Eigenverlag. Dadurch sind sie zwar unabhängig in der Berichterstattung und haben keinen großen Verlag im Nacken, der über das Fortbestehen entscheiden kann. Die Finanzierung des Magazins muss dafür aber anderweitig gesichert werden, zum Beispiel klassich durch Werbeanzeigen. Doch der Anzeigenmarkt bricht immer weiter ein.

„Wir haben traditionell sowieso nicht so wahnsinnig viele Anzeigen, weil wir halt auch ein relativ kantiges Produkt sind, aber uns trifft das dann nochmal härter. Es ist tatsächlich so, dass es in den letzten Jahren ja diesen Feminismus-Trend gab, was ja auch irgendwie schön ist, wenn Feminismus mehr im Mainstream ankommt. Das hat sich in unserem Anzeigengeschäft aber nicht widergespiegelt. Also Unternehmen kommen dann zwar auf uns zu und wollen, dass wir über ihre feministischen Produkte schreiben, aber sie schalten eben keine Anzeigen.“

Vor drei Jahren hatte das Missy-Team schon erfolgreich eine Crowdfunding-Aktion gestartet, damals um die Onlinepräsenz upzudaten. Jetzt hoffen sie erneut auf Unterstützung, um in der Printkrise nicht auch pleite zu gehen. „Da vertrauen wir auch lieber auf die Crowd als auf Anzeigekund*innen,“ meint Anna Mayrhauser. Unterstützer*innen der Startnext-Kampange können sich über Goodies wie Jutebeutel, Poster oder sogar Workshops freuen – vor allem aber weiterhin auf unabhängigen, feministischen Journalismus mit Haltung.

 

Wer sich direkt selbst überzeugen möchte: Wir verlosen ein paar Exemplare der aktuellen Missy-Ausgabe als E-Paper. Schreibt eine Mail an win@fluxfm.de mit dem Betreff „Missy“.

Wenn ihr ein Crowdfunding-Projekt kennt, das wir hier auch einmal vorstellen sollen, oder vielleicht selbst eines gestartet habt, dann meldet euch bei uns. Am besten per Mail an krautfunding@fluxfm.de, dann landet es direkt beim Richtigen. Habt bitte Verständnis dafür, dass wir aufgrund der vielen Einsendungen nicht alle Projekte vorstellen können.

Onlineredaktion

Nina Maul
Spezialgebiet: Riot Radio, Club Mate Konsum & Angry Feminist

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