SOHN
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Neue Alben: Bela B & Smokestack Lighnin‘, SOHN, EMA

▷ Letzte Änderung: 2014-04-04
By Diana Hagenberg [FluxFM] |

Bela B & Smokestack Lighnin‘ – Bye

bela b & smokestack lightninBela B Felsenheimer hört nach eigener Aussage nur Deutschlandfunk. Da läuft relativ selten Musik, und wenn, dann nur solche, die man leicht überhören kann. Eines Tages blieb das Ohr des trommelnden Arztes dann doch hängen, und zwar an der Nürnberger Country-Folk-Rockabilly Band Smokestack Lightnin‘. Genau so eine Band wollte Bela beim nächsten Soloalbum an seiner Seite haben. Schon 2010 fanden die ersten gemeinsamen Proben statt, doch Privatleben und andere Projekte (nicht zuletzt Die Ärzte) hielten Felsenheimer so auf Trapp, dass es erst jetzt zur Veröffentlichung seiner dritten Soloplatte kommt. Und die ist alles, was Bela-Kenner schon lange unter der Punkrockhaube haben brodeln sehen. Ein Americana-Album, dass Belas Helden feiert: Lee Hazlewood, Django Reinhardt, Johnny Cash, Wanda Jackson… Staubig und mit Zahnstocher im Mundwinkel. Yeeha.


SOHN – Tremors

Sohn - TremorsEs ging ein Rauschen durch den digitalen Blätterwald, als die ersten Tracks von SOHN im Netz auftauchten. Eineinhalb Jahre nach dem Song The Wheel erscheint nun das Debüt-Album Tremors. Darauf zelebriert der in Wien lebende Londoner Produzent die Stille zwischen den Tönen. Entstanden ist das Album in einsamen Nächten allein im Studio. SOHN macht da weiter, wo James Blake aufgehört hat. Er führt den Post-Dubstep endgültig in den Pop. Seine sanfte Falsett-Stimme trifft auf sparsame Beats und bedrohliche anschwellende Synthies. Die Songs klingen kalt und warm zugleich, melancholisch und trostspendend. Am Ende einer durchzechten Nacht ist Tremors der kühle Hauch des beginnenden Tages. Ein Album, um den Winter noch mal kurz hinterher zu winken.


EMA – The Future’s Void

EMAAuf ihrem 2011er Debüt lotete die Kalifornierin Erika M. Anderson alias EMA die Untiefen ihres Bewusstseins aus. Aus Folk, Noise, Grunge und Elektro produzierte sie einen unverdaulichen Brocken Selbsthass. Auf The Future’s Void richtet sich EMAs Blick nun nach außen. Ihr zweites Album ist eine Auseinandersetzung mit dem Internet und der totalen Überwachung – auch durch ihre eigenen Fans. The Future’s Void klingt wie der Soundtrack zu Blade Runner: dunkel, dystopisch, mal zart, mal mit Industrial-Anleihen. The Future’s Void von EMA ist wieder ein schwerer Brocken, den man nicht mal eben nebenbei hören kann. Aber die Auseinandersetzung lohnt sich.

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