Thomas Azier (Foto: Sophie Euler)
Thomas Azier (Foto: Sophie Euler)

Neue Alben: Pixies, Thomas Azier & Wye Oak

▷ Letzte Änderung: 2014-04-25
By Frank [FluxFM] |

Pixies – Indie Cindy

Als Pixies vor einiger Zeit beschlossen, wieder auf Tour zu gehen, geschah das nur unter der Voraussetzung, dass man dem Publikum auch neue Songs präsentieren müsse. Seitdem sind allerdings auch schon wieder 10 Jahre vergangen. Erst jetzt erscheint das erste Pixies-Album seit 1991. Und was kann man davon nun erwarten? Die Antwort: Leider nicht allzu viel.

Auf Indie Cindy sucht man nach der typischen Laut-Leise-Dynamik von früher vergebens, die neuen Songs speisen sich vor allem aus der Solokarriere von Sänger Black Francis. Alles ein bisschen schlaffer und rauher. Na klar, wir sind alle keine 20 mehr, doch wie man es auch dreht und wendet: Die Platte kommt nicht gegen die alten Alben der Band an. Aber vielleicht kann man den Pixies verzeihen, dass sie gegen sich selbst abstinken. Schließlich sind auch schlechte Pixies immer noch Pixies.


Thomas Azier – Hylas

azier Als Thomas Azier vor 7 Jahren nach Berlin kam, war er auf der Suche nach Schönheit – Schönheit in dieser Stadt und Schönheit in der Kunst. Anders als die Easyjetset-Touristen interessiert sich der Niederländer vor allem für die kleinen Geschichten der Hauptstadt. Hylas, das Debüt-Album des 26 Jährigen, ist ein Album über Berlin geworden: „I had over 12 different places where I lived in Berlin. So every song has it’s own story, it’s own streets, it’s own memories.“

Da sind zum Beispiel die jugendlichen Stricher, mit denen Azier sich anfreundet. Oder Rukeli, ein Sinti-Boxer, der aus Protest vor der Nazi-Diktatur absichtlich verlor. Die meist düsteren Geschichten verpackt Azier in elegischen Synthie-Pop. Hylas steckt voller Pathos, Melancholie und Herzblut. Der Mix aus elegantem Sound und emotionalen Geschichten macht am Ende den großen Reiz von Hylas aus. Seit langem wurde Berlin nicht mehr so schön besungen.


Wye Oak – Shriek

wyeoak Civilian hieß das Album, mit dem Wye Oak 2011 ihren Durchbruch schafften. Auch wenn es damals schon ihr drittes war. Das vierte erscheint jetzt, heißt Shriek und wirft die Hörgewohnheiten der Fans von Jenn Wasner und Andy Strack wieder ein bisschen durcheinander. Der Sound ist nämlich etwas elektronischer, die Gitarre macht einen Schritt zurück. Songschreiberin Jenn hatte dafür auch durchaus ihre Gründe: „Wir sind mit Civilian so lange getourt, das war ziemlich anstrengend. Als wir dann endlich zur Ruhe kommen konnten und daran dachten, neue Songs zu schreiben, habe ich gemerkt, dass die Gitarre für mich ein Symbol dieser Zeit geworden ist.“

Deswegen wurden die Songs auf Shriek vornehmlich am Piano oder am Bass geschrieben, und zwar in unterschiedlichen Städten. Während Jenn in Baltimore blieb, zog Andy nach Portland, das Songwriting fand hauptsächlich im E-Mail-Austausch statt. Doch das hat Wye Oak nur gut getan. Shriek ist ein Schritt nach vorne, der sich dennoch ins bisherige Werk des Duos einfügt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.