Pack A Bag
Pack A Bag (Screenshot)

Pack A Bag – Willkommens-Rucksäcke für Geflüchtete

▷ Letzte Änderung: 2015-10-28
By Diana Hagenberg [FluxFM] |

Täglich kommen 600 bis 800 Geflüchtete in Berlin an. Rund 50.000 werden es voraussichtlich bis Ende des Jahres. Bevor diese Menschen ein Dach über dem Kopf haben, vergehen in der Regel Tage – oder sogar Wochen.

Eine kleine erste Hilfe für die erste schwere Zeit will Pack A Bag sein. Denn wenn man Geflüchtete mit Stofftieren oder Blumen begrüßt, dann ist das zwar eine nette Geste, aber viel nötiger haben Neuankömmlinge natürlich ganz andere Dinge – dachte sich auch Insa Höppner aus Neukölln und gründete Pack A Bag – Willkommens-Rücksäcke für Flüchtlinge.

Pack A Bag ist ein Team von drei Leuten, wir organisieren den Einkauf von Inhalten für Willkommens-Rucksäcke. Die Rucksäcke werden an die Initiative Moabit hilft weitergegeben, die diese dann an die Flüchtlinge verteilen, die gerade vor dem LaGeSo angekommen sind – vor allem nachts. So sind die Leute, die wahrscheinlich nichts bei sich haben außer den Klamotten, die sie am Leib tragen, erst mal versorgt.

Und das ist in einem Willkommens-Rucksack drin:

Handtücher, Waschlappen, Hygieneartikel in Form von Duschgel, Shampoo, Deo, Bodylotion, Zahnbürste, Zahnpasta. Bisschen was zum Essen, was zu Trinken. In der kalten Jahreszeit jetzt auch eine Mütze, ein Schal, Handschuhe und dicke Socken.

Der Inhalt ist unisex – passt also für Frauen und Männer. Die Mitarbeiter von Moabit hilft packen dann am LaGeSo nach Bedarf noch Rasierer für Männer oder Hygieneartikel für Frauen dazu. Insa Höppner ist keine Sozialarbeiterin – sie ist da eher so reingerutscht. Wie viele Helfer:

Anfang August hab ich auf Facebook einen Post gesehen, in dem die Situation vor dem LaGeSo beschrieben wurde. Ich war wirklich so ergriffen, als ich das gelesen habe. Es waren 40° im Schatten, es gab einen einzigen Wasserhahn für Hunderte von Menschen. Da hab ich kurzerhand entschieden, ich werde meinen Tagesumsatz nehmen, werde davon einkaufen gehen und hab gedacht: Naja gut, wäre schön, wenn sich noch ein paar Leute beteiligen.

Das Feedback ist enorm. Insa Höppner beschließt den Einkauf zu wiederholen. Nach einer Woche hat sie über 1000 Euro Spenden auf ihrem Konto. Mit Moabit hilft entwickelt sie die Idee für ein Starter Pack. Als dann noch eine eigene Webseite für die Rucksäcke online geht, wird die berufstätige Mutter von der Flut der Spenden und Hilfsangebote überrollt.

Über Crowdfunding auf der Plattform Startnext sind schon 12.000 Euro zusammengekommen. Insa wünscht sich aber auch praktische Hilfe:

Die größte Hilfe derzeit wäre es tatsächlich, wenn es Leute gäbe, die sich einfach mal an den Rechner setzen und recherchieren, wo es Hersteller gibt, die große Rabatte geben auf ihre Produkte. Auch mal größere Sachspenden wie Regencapes, Mützen, Decken, Fleecedecken wären ganz wichtig.

Gerade jetzt zum Winter…

Insa wünscht sich übrigens, dass Pack A Bag ein dauerhaftes Projekt wird. Bei Startnext könnt ihr die Aktion unterstützen, sie sucht gerade dringend Helfer für Büroarbeit, die beim Recherchieren behilflich sein können.

Meldet euch am besten über Facebook, wenn ihr helfen wollt. Secondhand-Ware kann leider nicht angenommen werden, weil die Zeit zum Aussortieren fehlt. Neue Sachspenden in größeren Mengen sind dagegen herzlich Willkommne (mindestens immer 10, sonst wird es zu kompliziert mit der Abzählerei und dem Abholen).


Redaktion

Zarah-Louise Roth
Wortredaktion
Spezialgebiete: Weltverbesserung, Festivals, Essen.

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