Foto: Hadley Hudson
Foto: Hadley Hudson

Recht am eigenen Bild

▷ Letzte Änderung: 2014-04-02
By Sophie [FluxFM] |

Wir kennen das alle: unterwegs mit Freunden, alles lustig, alles schön. Und dann werden Fotos geschossen. Und mindestens einer schreit sofort: „Aber nicht das Bild bei Facebook posten!“ Die meisten Leute werden nicht gerne ungefragt fotografiert, und erst recht nicht hinterher ins Netz gestellt. Diese Leute haben es aber zunehmend schwer, denn Kameras lauern überall… Wie kann man sich wehren? Anna Ellger hat für euch recherchiert.
 

Narrative Clip, Autographer, LifeLogger – das sind die real gewordenen Albträume von Datenschützern und Menschen, denen ihre Privatsphäre wichtig ist. Mini-Kameras, die am Kragen oder am Ohr befestigt sind und alles filmen, was ihnen so vor die Linse kommt. Wahllos. Automatisch alle 30 Sekunden ein Shot. Auf der Straße, in der Bar, auf dem Klo. Und natürlich werden alle mitaufgenommen, die einem so begegnen, und man weiß nie, von wem man da fotografiert wird…

Sich darüber aufzuregen, zu vermummen oder Petitionen zu unterschrieben bringt leider nicht wirklich etwas. Kameras lauern inzwischen überall, auch mobil. Nein, da helfen nur noch Abwehrmaßnahmen. Anke Domscheit-Berg, Netzaktivistin und Mitglied der Piratenpartei, vertritt folgende Meinung:

„Ich glaube, dass wir ähnlich dem Nuklearabrüstungsabkommen jetzt ein neues Völkerrecht brauchen, dass Rechtsschutz von Privatsphäre in einer digitalen Gesellschaft sichert.“

Frieden schaffen ohne Waffen ist passé. Aufrüsten ist angesagt. Und da kommen nicht nur aus der Politik Ideen. US-Forscher diskutieren über Sensoren, die mit gezielten Lichtpulsen Aufnahmen verhindern. Oder es gibt noPhoto – eigentlich entwickelt, um sich vor Blitzern zu schützen. Eine Art Gegenblitz, der das Foto unbrauchbar macht. Auch Camoflash ist ein Gegenblitz, der Blitzattacken erkennt.

Die Macher von Offlinetags versuchen es diplomatischer. Man kann ja schließlich miteinander reden. Vier verschiedene Symbole zeigen an, wie weit ich bereit bin zu gehen, wenn es um Fotos mit meinem Konterfei geht. Die Mitglieder der kleinen Symbolfamilie heißen: Tag Me, Upload Me, Blur Me und No Photos. Frank Pallas, Gründer von Offlinetags:

„Ich selbst möchte eine Möglichkeit haben, möglichst einfach zu kommunizieren, was mit Bildern von mir gemacht wird. Ob ich möchte, dass die online gestellt werden, dass die mit meinem Namen getagged werden, dass mein Gesicht ausgegraut wird oder dass ein Bild von mir schon gar nicht erst hochgeladen wird.“

Schließen wir mit den Worten von Jonathan Dandrow – des Gründers von noPhoto. Er sagt:

„Wir glauben, es ist ihr gutes Recht, ihr Leben zu leben, ohne ständig aufgenommen und überwacht zu werden“.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen…

Redaktion

Anna Ellger
Leitung Wortredaktion.

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