Foto: REFUEAT
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REFUEAT – der erste arabische Hotdog auf Rädern

▷ Letzte Änderung: 2017-04-20
By Nina [FluxFM] |

Er wird schon als das neue Mustafas Gemüsekebab gehandelt – nein, schmeckt sogar noch besser! Das sagt zumindest FluxFM-Redakteurin Jasmin Kröger. Die hat ihn für euch probiert, den arabischen Hotdog von REFUEAT auf dem Wochenmarkt am Hermannplatz:


Aymann Azzawi ist ein Berliner Jung, aber mit einer Syrerin verheiratet, die er vor zwei Jahren unter Strapazen nach Deutschland geholt hat. Jetzt will er anderen Geflüchteten helfen, ihnen Arbeit und eine Perspektive geben und zwar mit etwas, was Menschen ohne viele Worte verbindet: Essen. Er gründet REFUEAT – der Name ist ein Kofferwort aus Refugee und eat. Dahinter steckt der erste arabische Hotdog auf Rädern, gleich zwischen Curry-Eck und Fischbrötchenbude. Bei den Berliner*innen auf dem Hermannplatz kommt das gut an.

Rosie, 75 Jahre alt, ist durch ganz Berlin gefahren um den Hotdog zu probieren. Der hat’s in sich: Statt Wiener Würstchen mit Senf und Ketchup gibts Halal-Hackfleischwürstchen, Salat, Bratkartoffeln, Sauce nach Geheimrezept und frischen Granatapfel. Dann kommt nochmal frischer Zitronensaft drauf und der arabische Hotdog ist bereit zum Verzehr. Aymann ist sehr zufrieden, vor allem weil sein Plan aufgeht: denn hier geht’s nicht nur ums Essen:

“Das Feedback ist sehr gut. Leute kommen mit den Jungs ins Gespräch und das ist ja auch unser Ziel.”

Seine Jungs, das sind seine Mitarbeiter. Sie kommen beide aus Syrien, Yousuf aus einer Bäckereifamilie. Zwölf Jahre hat er dort am Ofen gestanden. Auf das handgemachte Brot ist Aymann besonders stolz:

“Das Brot ist bekannt in Aleppo, aber in Deutschland kennt man das nicht. Das ist eigentlich arabisches Fladenbrot mit Sesam und mit… ja wie sagt man das auf Deutsch?”

Aymann versucht seine Mutter zu erreichen. Sie soll ihm sagen, wie das gesuchte Gewürz auf Deutsch heißt, immerhin hat Aymann von ihr kochen gelernt. Auf dem Display seines Telefons erscheint der Name, unter dem Aymann sie eingespeichert hat: Mama Boss:

“Mama ist Chef bei uns, sie hat die Pole Position – dann kommt Papa.”

Aymann erreicht Mama Boss aber nicht. Seine Mutter ist selbst Unternehmerin und hat viel um die Ohren. Zur Mittagszeit, der Primetime am Hotdogstand, kommt sie dann aber vorbei:

“Ich bin ganz stolz – und Papa auch!”

Außerdem löst Mama Boss das Gewürzrätsel: Schwarzer Kümmel ist auf dem ovalen Fladen. Den hat sich Aymann direkt schon mal patentieren lassen. Fazit: Der Hotdog – der American Dream, die Basis eines jeden IKEA-Besuchs, Dreh- und Angelpunkt des Dänemarkurlaubs – schmeckt am besten nach syrischer Art.

Wenn ihr jetzt wissen wollt, wie der arabische Hotdog von Aymann, Yousuf und Mama Boss schmeckt: von Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr habt ihr dazu die Chance auf dem Wochenmarkt am Hermannplatz in Neukölln. Wer ganz sicher gehen will, kann unter REFUEAT bei Facebook oder Instagram nachschauen – da postet Aymann zuverlässig, wo sie am jeweiligen Tag sind.

Redaktion

Jasmin Kröger
Spezialgebiet: Bieryoga, Cher und Milchalternativen

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