Die Vergessenen - Rocko Schamoni & Orchester Mirage (Foto: Kerstin Behrendt)

Rocko Schamoni | Ohrspiel

▷ Letzte Änderung: 2015-05-19
By Sophie [FluxFM] |
Im Radio:
17. Mai 2015, 19 Uhr
19. Mai 2015, 19 Uhr
20. Mai 2015, 22 Uhr

Man weiß nie, was Rocko Schamoni als Nächstes ausheckt. Genau so wenig kann man datieren, wann und wie die Karriere des Multitalents ins Rollen kam. Vielleicht 1982 mit seiner ersten Band Warhead, vielleicht auch mit dem Umzug von Lütjenburg nach Hamburg als junger Punk. Ehe sich der hyperaktive Querkopf versieht, ist er auf Tour mit den Goldenen Zitronen oder tritt als provozierender Schlagersänger auf und ist mitten drin im bunten Treiben der Hamburger Gegenkultur. Ende der 90er wird Schamoni als Teil der „psychedelischen Humorvereinigung“ Studio Braun einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Das Trio prägt seine ganz eigene Komik und wird Repräsentant eines nordisch-kühlen und gleichzeitig albernen Humor-Typus. An der Seite seiner Studio Braun-Mitstreiter Heinz Strunk und Jaques Palminger stellte er zuletzt klar in einer Mockumentary klar, wer den Techno erfunden hat: Fraktus, eine fiktive Avantgarde-Band der Neuen Deutschen Welle, die so gut wie allen großen Namen im deutschen Musikgeschäft als Inspirationsquelle diente, so heißt es jedenfalls im Kinofilm von 2012.

Als Autor bereichert Tobias Albrecht, so Schamonis bürgerlicher Name, die Welt um Bücher wie Sternstunden der Bedeutungslosigkeit und das erfolgreiche Dorfpunks, das sogar verfilmt wird. Wo einem die genannten Romane vor Lachen Tränen in den Augen treiben, schlägt sein aktuelles Buch Fünf Löcher im Himmel ernstere Themen an. Reinhören könnt ihr übrigens bei Jörg Petzolds Lesen und lesen lassen. Eigentlich wollte er nach seinem letzten Album Rocko Schamoni & Little Machine sogar nur noch Romane schreiben. Doch als er sich wieder einmal nostalgisch in seiner Plattensammlung verliert, beschließt er den einen oder anderen Song neu aufzunehmen, um ihn vor der Bedeutungslosigkeit zu bewahren. Heraus kommt das Album Die Vergessenen, für die er mit dem extra gegründeten L’Orchestre Mirage 13 Perlen der deutschen Popgeschichte im Bigband-Gewand neu einspielt. Im Ohrspiel stellt euch das Multitalent nach seinem Abstecher zum FluxFM Spreeblick seine Auswahl vor und erklärt, wie die Umgestaltungsarbeit an den Titeln konkret aussah.

Tracklist

1. Ennio Morricone ‎– La Moglie Piu‘ Bella
2. Saal 2 – Rom
3. Rocko Schamoni & L’Orchestre Mirage – Rom
4. Rocko Schamoni & L’Orchestre Mirage – Angela
5. Die Regierung – Loswerden
6. Rocko Schamoni & L’Orchestre Mirage – Loswerden
7. Freiwillige Selbstkontrolle – Was kostet die Welt
8. Rocko Schamoni & L’Orchestre Mirage – Was kostet die Welt
9. Rocko Schamoni & L’Orchestre Mirage – Morgenlicht
10. Manfred Krug – Früh war der Tag erwacht
11. Rocko Schamoni & L’Orchestre Mirage – Ist das wieder so ’ne Phase?
12. Rocko Schamoni & L’Orchestre Mirage – Das Zelt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.