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SKF – Staffel 5 | Das singende, klingende Filmchen

▷ Letzte Änderung: 2018-08-06
By Constanze [FluxFM] |
Im Radio:
6. August –
10. August 2018

Die geneigte FluxFM-Hörerschaft ist per se sehr musikinteressiert und kann eigentlich nie genug Input über LieblingskünstlerInnen und Musikkultur bekommen. Deswegen präsentieren wir: Das singende, klingende Filmchen. FluxFM stellt euch Musikfilme, Dokumentationen und Biopics vor, die ihr euch zur musikalischen Weiterbildung unbedingt ansehen solltet. In dieser Woche startet Staffel 5.


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The Sound of Belgium
The Sound of Belgium

Ohne die belgische Autobahn, Automatikorgeln mit Lochkarten und der Feierwut eines kleinen Völkchens würde elektronische Musik heute wahrscheinlich ganz anders klingen. Tom Ehrhardt stellt euch einen der tollsten Musikfilme der letzten 10 Jahre vor: The Sound of Belgium!

Handlung

Nach dem Horror des zweiten Weltkrieges und dem mühsamen Wiederaufbau danach setzte auch in Belgien in den 50ern ein Wirtschaftswunder ein. Und nach dem Motto: work hard, party hard zieht es die Belgier auf die Tanzflächen. Diese befinden sich vor allem an Autobahnraststätten und werden in Belgien traditionell von automatischen Orgeln beschallt. Menschen nehmen nicht etwa die Autobahn, um zur Party zu kommen. Die Autobahn wird zur Party Zone. Erst recht, als die Schallplatten die Raststätten erobern und so die Automatik-Orgeln ablösen. Die belgische Spezialität: Jazz, Soul und Broadway-Songs einfach ein bisschen langsamer abspielen.

Hauptdarsteller

Klar, dass die innovativen, partywütigen Belgier die Elektronik-Pioniere Jean Michel Jarre und Kraftwerk in den 70ern mit offenen Ohren empfangen. Aber es ist ihnen nicht hart genug, nicht dunkel genug. Über ein paar weitere Umwege entsteht in den 80ern so u.a. New Beat: auch hier werden House und Hi-NRG Tracks einfach langsamer abgespielt und dadurch schwer und stampfig.

Happy End

Aber ihr wisst, wie immer bei innovativer Underground-Kultur kommt es wie es kommen muss: auch der belgische Sound fällt Anfang der 90er dem Ausverkauf zum Opfer. The Sound of Belgium ist eine faszinierende Herleitung moderner Clubkultur. Ein bisschen sehr konventionell gestaltet im Modus Interviews, Archivmaterial, Interviews, Archivmaterial: aber alles in allem sehr sorgfältig und schick produziert, mit den Ur-Legenden der Szene besetzt und von großartiger, ätzender, wummernder Musik dominiert. Ein bisschen reflektierter in Punkto Drogen hätte The Sound of Belgium sein können, aber: geschenkt.

Den Beitrag zu „The Sound Of Belgium“ könnt ihr hier hören:

Moderation

Tom Ehrhardt
Moderator

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Running Down A Dream
Running Down A Dream

Stevie Nicks hätte Fleetwood Mac für sie verlassen, Eddie Vedder hat bei einer gemeinsamen Performance fast geweint, weil ein Traum wahr wurde – Mit Running Down A Dream ist Regisseur Peter Bogdanovich eine lange, aber packende Dokumentation über Tom Petty and The Heartbreakers gelungen. Conney Kaul stellt sie euch vor.

Handlung

Von den ersten musikalischen Schritten Anfang der 70er bis zur Entstehung der Dokumentation im Jahre 2006 – dieser Streifen erzählt mit Interviews, Live-Mitschnitten und haufenweise Archivmaterial die Erfolgsgeschichte der Band aus Gainesville, Florida, mit all ihren Höhen und Tiefen.

Hauptdarsteller

Tom Petty natürlich. Und sämtliche Bandmitglieder von The Epics, Mudcrutch und The Heartbreakers. Wer sonst noch so zu Wort kommt? Ach, eigentlich nur Rockikonen wie Eddie Vedder, Roy Orbison, George Harrison, Peter Green, Rick Rubin, Dave Grohl, Bob Dylan, Stevie Nicks.

Humor

Keine Brüller, aber kleine Perlen wie die namentliche Selbstüberschätzung, über die Pianist Benmont Trench lacht und fragt: Oder die Anekdote, dass Bassist Ron Blair und Drummer Stan Lynch sich die in Amsterdam gekauften Klumpen Hasch vor einer Flughafenkontrolle kurzerhand in die Münder stopfen, als sie auf dem Weg zu einem ihrer bis dato größten TV Auftritte sind: dem WDR Rockpalast…

Highlight

Satte 238 Minuten feinstes Interview- und Konzertfutter der Herzensbrecher. Vor allem das Material aus den Anfangsjahren: Lange Haare, viel zu enge Schlaghosen und endloser Tatendrang – denn Tom Petty fackelt bei keiner Idee lange: Eine Band gründen? Done. Ein Festival organisieren? Nichts leichter als das. Ein Demotape aufnehmen? Im Kasten. Nach LA fahren, von einem Label zum nächsten latschen und dabei gleich 5 Deals an Land ziehen? Check. Und dann ist da noch so viel Herz. Denn einen Solodeal auszuschlagen, um nicht allein oder mit irgendjemandem Musik zu machen, ist an Loyalität und Bandzusammenhalt einfach nicht zu toppen.

Happy End

Für jemanden, der sein Leben der Musik gewidmet hat, ist das größte Glück wohl der Klang jubelnder Menschen bei einem Konzert. Am Schönsten fängt dieses Gefühl der kurze Dialog von Tom Petty und Eddie Vedder am Ende ihrer gemeinsamen Performance von The Waiting bei einem Konzert in Milwaukee ein-

Den Beitrag zu Running Down A Dream könnt ihr hier hören:

Onlineredaktion

Constanze Kaul
Spezialgebiet: Wortwitze, „Das große Ganze“-Bildbearbeitung, insgeheim ambitionierte Requisiteurin

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Tenacious D
Tenacious D

20 Millionen gekostet. 13 Millionen eingespielt. Manche Filme, die an den Kinokassen floppen, werden trotzdem zu Klassikern. So auch der Film um die fiktiv-reale Rockband Tenacious D. Martin Gertz aus der FluxFM Redaktion hat sich den Streifen mal wieder angeschaut und sich halb totgelacht.

Handlung

Der kleine JB wächst in einer christlichen Familie auf. Er steht auf Rockmusik und klampft den ganzen Tag auf seiner Gitarre rum. Das schmeckt seinem Vater überhaupt nicht. Er bekommt mal wieder Hausarrest und sein Dad reißt seine Black Sabbath und ACDC Poster von den Wänden. JB läuft weg, nach Hollywood… um die beste Band der Welt zu Gründen.

Hauptdarsteller

Jack Black, Kyle Gass, Dave Grohl, Ronnie James Dio, Meat Loaf und Ben Stiller – der den Streifen sogar mit produziert hat.

Humor

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10 von 10 Punkten. Kyle Gass und Jack Black nehmen die Musikindustrie auf die Schippe. Insbesondere das Rock-Genre, mit seiner Selbstüberschätzung, der Mystifizierung, seinen Frontmännern und Gitarrengöttern. Hier mal etwas vulgär, dort mal etwas überzogen.

Highlight

Die Songs des Films sind ein wahrer Schatz. Einer besser als der andere. Alle Spielrichtungen des Rock werden eingesetzt. Das Songwriting ist hervorragend und auch hier schwingt überall der typische Witz mit. Der Soundtrack ist fast schon ein moderner Klassiker.

Happy End

Nach einer schier endlosen Odyssee, finanziellen Schwierigkeiten, Selbstzweifeln, Sex, Drogen, Kämpfen mit Dämonen und fliegenden BigFoots ist im Endeffekt nur eins wichtig: die Freundschaft… und RocknRoll!

Redaktion & Moderation

Martin Gertz
Spezialgebiet: Bart zwirbeln, Basketball, Blumen

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Control
Control

Anton Corbijn ist einer der bekanntesten Fotografen im Musikgeschäft. So ziemlich jeder Rockstar hat sich von ihm bereits in Schwarz-Weiß ablichten lassen. Darunter: David Bowie, Nick Cave und Ian Curtis von Joy Division. Über den hat er 2007 auch seinen ersten Film gedreht und Maxi Götte aus der FluxFM Redaktion hat sich den Streifen für euch nochmal angeschaut.

Handlung

Mitte der 70er. Ian Curtis ist 19 und lebt mit seiner Frau Debbie in einer tristen Hochhaussiedlung in Macclesfield bei Manchester. Er spürt, dass sein Leben mehr für ihn bereithält. Bis es zur Schicksalsbegegnung mit seinen späteren Bandkollegen kommt. Mit finsterer Stimme und obskurem Charisma stößt der junge Curtis als Sänger zur Band, die als Joy Division berühmt werden sollte. Doch schneller Ruhm, eine Affäre und epileptische Anfälle treiben den instabilen Frontmann in einen immer tieferen Depressionssumpf.

Hauptdarsteller

Der 2008 noch unbekannte Sam Riley als charismatischer, innerlich zerrissener Ian Curtis. Samantha Morton spielt seine Ehefrau Debbie. Die echte Debbie schrieb übrigens das Buch Touching From A Distance, auf dem der Film größtenteils basiert. Hinzu kamen noch Schilderungen von seiner damaligen Geliebten, die Journalistin Annik Honoré, die hier von Alexandra Maria Lara gespielt wird.

Heulfaktor

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Controlist ein sehr guter und gleichzeitig sehr trauriger Film. Von Selbstzweifeln zerfressen, von Krankheit gequält und viel zu schnell berühmt. Die Macher*innen lenken den Fokus auf die Perspektive des Protagonist*innen und schaffen es, seinen ewigen Kampf mit sich selbst authentisch abzubilden.

Highlight

Ein Film in Schwarz-Weiß! Auf seine ganz eigene Art hat Anton Corbijn mit Control ein düsteres Künstlerportrait geschaffen, das mal wie ein melancholischer Musikclip und dann wie eine Foto-Installation wirkt. Allein der Gedanke, dass Corbijn eigentlich ein legendärer Fotograf ist und Control sein erster Kinofilm, macht die Arbeit noch beeindruckender.

von Maximilian Götte

The Broken Circle Breakdown
The Broken Circle Breakdown

Belgien und Blue Grass. Zwei Dinge die nicht unbedingt zusammen gehören. Im Film The Broken Circle sind sie aber unzertrennlich. Mila Weidelhofer stellt euch einen der besten Musikfilme der letzten 10 Jahre vor: The Broken Circle Breakdown.

Handlung

Tiefe Trauer und belgischer Blue Grass. The Broken Circle erzählt die Geschichte einer Liebe, eines Unglücks und wie könnte es anders sein auch die einer Band. Didier und Elise lernen sich in einem Tattoostudio kennen und könnten gegensätzlicher nicht sein. Er lädt die junge Tätowiererin zu einem Auftritt seiner Blue Grass Band ein und Elise entdeckt ihre Leidenschaft für Musik, für’s Singen und für Didier. Die Band nimmt Elise auf und gemeinsam Touren sie mit ihren Songs durch Belgien. Als Elise schwanger wird reißt das Didier den Boden unter den Füßen weg. Der Oscarnominierte Film zeichnet sich durch seine nicht-lineare Erzählweise aus. So beginnt der Film mit einer Szene auf einer Kinderkrebsstation, ein Vorbote des Unglücks auf das Didier und Elise zu rasen.

Hauptdarsteller

The Broken Circle Breakdown basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück, geschrieben von Johan Heldenbergh, der auch die männliche Hauptrolle im Film übernimmt. Didier ist ein Einsiedler. Er lebt mit seinen Pferden auf einer Ranch außerhalb einer kleinen belgischen Stadt, sitzt abends am Lagerfeuer, reitet nackt über Wiesen und hat sich voll und ganz dem Blue Grass verschrieben. Elise, eine unabhängige Tattooliebhaberin und wird phantastisch gespielt von Veerle Baetens. Ihre Figur ist impulsiv, verrückt und voller Energie. Der wahre Hauptdarsteller ist allerdings der Soundtrack, der eigens für den Film geschrieben wurde, gesungen von den Darsteller*innen.

Highlight

Regisseur Felix Van Groening springt zwischen Krise und Glück hin und her und zeigt so eindrucksvoll, wie nah Glück und Unglück beieinander liegen können. An der Krankheit ihrer Tochter, zerbrechen die beiden Hauptdarsteller*innen auf individuelle Weise. Das Einzige, was Didier und Elise trotzdem zusammenschweißt, ist die Musik. Was beim Zuschauer auf ewig hängen bleibt, ist ein wahnsinnig guter Soundtrack.

Den Beitrag zu Tenacious D könnt ihr hier hören:

von Mila Weidelhofer

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